Warnungen vor wachsenden Antisemitismus
Wider die Hassparolen

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Bayern
24.01.2016
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Hersbruck/Berlin. Mit Blick auf den Holocaust-Gedenktag hat Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) betont "Menschenrechte sind nicht teil- oder verhandelbar, das sage ich mit allem Nachdruck". Wie wichtig das Erinnern an die "Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, sehen wir gerade in diesen Tagen - auf der ganzen Welt". Unterdessen warnte der Direktor der Stiftung Bayerischer Gedenkstätte, Karl Freller, im Gespräch mit unserer Zeitung vor wachsendem Antisemitismus.

"Ich möchte nicht, dass die jüdischen Mitbürger in einen Belagerungszustand geraten", sagte der CSU-Landtagsabgeordnete. Er verwies auf Josef Schuster, den Vorsitzenden des Zentralrats der Juden. Dieser warnt, viele Flüchtlinge seien mit Israelfeindlichkeit aufgewachsen und "übertragen ihre Ressentiments häufig auf Juden generell". Freller sagte, gleichzeitig gebe es aber auch einen "wachsenden Rechtsextremismus in der deutschen Bevölkerung. In ihrer Videobotschaft vom Samstag forderte Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Antisemitismus klare Grenzen zu setzen. Dieser sei "leider zu oft in unserer Gesellschaft" anzutreffen. Dazu gehöre auch, antisemitische Hasseinträge in den digitalen Netzwerken zu löschen.

Der Gedenkakt des Landtages für die Opfer des Nationalsozialismus findet heute in Hersbruck statt. Zudem werden die beiden Gedenkorte für die Opfer des Außenlagers Hersbruck des Konzentrationslagers Flossenbürg in Happurg und Hersbruck eröffnet. Bei der Feierstunde zum Holocaust-Gedenktag im Bundestag am Mittwoch spricht die Auschwitz-Überlebende Ruth Klüger. Anlass ist der 71. Jahrestag der Befreiung von Häftlingen im NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. (Kommentar)
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