Weniger Flüchtlinge, weniger Schleuser-Festnahmen, weniger Menschen in U-Haft
Die Lage entspannt sich

Polizisten bei einer Kontrolle an der Anschlussstelle Bad Reichenhall der A 8. In dem Fahrzeug fanden sie im Herbst 2015 eine unerlaubt eingereiste Frau und ein Mädchen aus Syrien. Mittlerweile hat sich die Lage entspannt. Es kommen kaum noch Schleuser nach Bayern. Archivbild: dpa
Politik BY
Bayern
21.05.2016
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München. Die Last durch festgenommene Schleuser für den Freistaat nimmt nach einem dramatischen Anstieg im Spätsommer nun weiter ab. Die Zahl der Verurteilungen stieg zuletzt zwar deutlich, festgenommen werden seit Monaten allerdings immer weniger Schleuser. Bis Ende April hat Bayerns Innenministerium heuer nur noch 50 Fälle an der Grenze zu Österreich gezählt. Im gesamten Vorjahr waren es knapp 2600 Fälle, inklusive jener am Münchener Flughafen. Gleichzeitig sinkt auch die Zahl der in Untersuchungshaft sitzenden Schleuser.

Das Ministerium macht dafür die seit September bestehenden Kontrollen an der Grenze zu Österreich sowie die Grenzschließungen in Südosteuropa verantwortlich. Dadurch sinkt auch die Zahl ankommender Flüchtlinge seit Monaten. Im April zählte das Sozialministerium nur noch exakt 5555 neu ankommende Asylbewerber - im Januar waren es noch knapp 75 000. Anfang der Woche saßen im Freistaat noch 109 Schleuser in U-Haft. Zum Hoch der Flüchtlingskrise Mitte September waren es knapp 800. Das Justizministerium spricht von einem Rückgang "auf immer noch hohem Niveau". Gleichzeitig werden immer mehr Schleuser verurteilt. Sind Mitte 2015 nur 24 Schleuser in Haft gewesen, waren es Anfang 2016 schon 119 und Anfang der Woche 202. Staatsanwaltschaften und Gerichte haben deshalb alle Hände voll zu tun - allerdings etwas weniger, als noch im Herbst erwartet. Fast 3600 Ermittlungsverfahren wurden 2015 eingeleitet. Im Herbst hatten die Fachleute des Ministeriums kalkuliert, es könnten gut 5500 Fälle auflaufen.
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