Angemerkt zum Datenbewusstsein
Selektiver Datenschutz

Politik
Bayern
23.02.2016
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Alle sammeln Daten. Ob im Netz oder im "wirklichen" Leben: Geheimdienste, Google und Co., Krankenkassen, Gewinnspiele - selbst kleinste Apps wollen Zugriff auf persönliche Informationen, Kontakte oder Bilder. Internetseiten wie "Bild" gehen offensiv gegen Programme vor, die Informationen sammelnde Cookies blockieren. Viele Nutzer haben dies längst akzeptiert.

Umso überraschender ist dann der Aufschrei eben dieser Menschen in den sozialen Medien und Alltagsdiskussionen, wenn der Gesetzgeber den Ermittlungsbehörden - rechtsstaatlich abgesichert - bestimmte Daten zur Verfügung stellt. Daten, die bereits erhoben sind, wohlgemerkt.

Während der gläserne Nutzer sich also mit einem Klick eine sinnfreie "Kuh-Umwerf-App" aufs Handy holt - und dabei einer unbekannten Firma seine Vita zur Verfügung stellt - schimpft er über die Datensammelwut des Staats. Ein Widerspruch in sich? Nein, denn diese Daten fressende Kuh hat er sich selbst ausgesucht. Quasi eine rudimentäre digitale Selbstbestimmung - wenn auch eine fragwürdige.

tobias.schwarzmeier@derneuetag.de



Zum Text "Ermittler keine Datenkraken"
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