Anschläge in Paris
Münchener unter den Opfern

Trauer vor dem französischen Generalkonsulat in München. Bild: dpa
Politik
Bayern
16.11.2015
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Unter den fast 130 Opfern der Pariser Terroranschläge ist auch ein Mann aus München: Der 28-Jährige lebte schon länger in der französischen Hauptstadt. Angehörige sind auf dem Weg nach Frankreich.

Ein bei den Terroranschlägen in Paris getöteter Deutscher stammt aus München. Der 28-Jährige habe seit längerem in der französischen Hauptstadt gelebt, teilte der fachliche Leiter des Kriseninterventionsteams München, Andreas Müller-Cyran, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur mit. Noch ist unklar, ob es weitere deutsche Opfer gab. Bis zum Mittag waren 103 der 129 Getöteten identifiziert. Gut 350 Menschen wurden bei den Anschlägen verletzt.

Der gebürtige Münchener sei bei den blutigen Attacken am Freitagabend in einem Café getötet worden, sagte Müller-Cyran. Vier Angehörige des Mannes, die aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen stammen, seien derzeit auf dem Weg nach Paris. Ein Mitarbeiter des Münchener Kriseninterventionsteams begleite sie. Das Auswärtige Amt wollte sich zunächst nicht zur Identität des deutschen Opfers äußern. Das Münchener Kriseninterventionsteam wird vom Arbeiter-Samariter-Bund München und der Notfallseelsorge der Erzdiözese München betrieben und rückt nach eigenen Angaben rund 900 Mal im Jahr aus. Die Mitarbeiter helfen Menschen in Ausnahmesituationen. Das Team aus München wurde 1994 gegründet und diente weltweit als Vorbild.

Festnahme bei Rosenheim

Gut eine Woche vor der verheerenden Terrorserie in Paris ist Schleierfahndern in Oberbayern ein Autofahrer mit einem umfangreichen Waffenarsenal ins Netz gegangen. Der 51-Jährige befand sich nach eigenen Angaben auf dem Weg in die französische Hauptstadt. Ermittler prüfen nun fieberhaft einen möglichen Zusammenhang mit den schrecklichen Ereignissen. "Wir können eine Verbindung nach Paris herstellen, aber derzeit keine Verbindung zu den Terroranschlägen bestätigen", betonte am Sonntag ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) in München.

Bei der Kontrolle am 5. November auf der Autobahn 8 bei Bad Feilnbach nahe Rosenheim hatten Schleierfahnder im Kleinwagen des aus Montenegro stammenden Mannes unter anderem mehrere Kalaschnikow-Gewehre, Handgranaten sowie Sprengstoff entdeckt. Gegen den 51-Jährigen wurde inzwischen Haftbefehl erlassen.

Im Navigationssystem des Autos war als Ziel eine Adresse in Paris eingegeben. Auch auf einem Zettel sei diese Adresse vermerkt gewesen. Der Mann schweigt sich bisher weitergehend aus. Er gab lediglich an, er habe in Paris den Eiffelturm besichtigen wollen. Von den Waffen und Sprengmitteln will er nichts gewusst haben. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk über den spektakulären Fund berichtet.

Zusammenhang offen

"Es gibt einen Bezug nach Frankreich, aber es steht nicht fest, ob es einen Bezug zu diesem Anschlag gibt", sagte auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Samstag in Berlin. Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, es werde ein Zusammenhang mit der Terrorserie in der französischen Hauptstadt geprüft.

"Wenn jemand mehrere Kalaschnikows, Handgranaten und Sprengstoff transportiert, könnte das jemand aus dem Bereich der Schwerkriminalität sein. Der Verdacht liegt aber nahe, dass es sich um terroristische Absichten handelt, beziehungsweise jemand den Terroristen Waffen liefert", sagte er am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.
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