Anwohner lehnen Erinnerungsort München 1972 ab
Freizeit statt Gedenken

Der Einschnitt in einen Hügel im Olympia-Park soll an einer anderen Stelle erfolgen. Der bisher geplante Platz für das Denkmal zur Erinnerung an das Olympia-Attentat stößt bei Anwohner auf Ablehnung. Bild: Brückner & Brückner Architekten, Tirschenreuth/Würzburg; 3-D-Betrieb, Würzburg
Politik
Bayern
17.10.2014
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Der geplante Erinnerungsort für die Opfer des Olympia-Attentats von München 1972 kann nicht auf dem Connollyberg am Kolehmainenweg im Olympiapark in der Landeshauptstadt errichtet werden. Anwohner machen den Planungen der Staatsregierung einen Strich durch die Rechnung. Ihnen ist die Nutzung als Schlittenberg und damit als Freizeitgelände wichtiger. Obwohl diese auch nach Errichtung des Denkmals möglich gewesen wäre.

Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) zog die Notbremse. In Absprache mit der Stadt München und dem israelischen Generalkonsulat sucht er nun einen anderen Standort in Sichtweite zur Connollystraße, wo vor 42 Jahren palästinensische Terroristen Israelis als Geiseln genommen hatten, teilte sein Ministerium am Donnerstag mit. Der Zeitplan wird dadurch nicht gefährdet. Das Verlegen des Gedenkortes ist für Peter Brückner vom gleichnamigen Architekturbüro kein Problem. Brückner und Brückner mit Büros in Tirschenreuth und Würzburg entwickelte den Entwurf. Die Verlegung sei im Team abgestimmt. "Wichtig ist in erster Linie, dass die Opfer und das Gedenken an sie nicht beschädigt werden", sagte Brückner zu unserer Zeitung. Vom neuen Standort erwartet er, dass die räumlichen Bezüge und die Blickrichtungen erhalten bleiben.

Nach eigenen Angaben hat die Initiative "Nein zur Bebauung des Connollybergs" bis Donnerstag rund 990 Unterschriften gesammelt. Sie fürchte nicht nur um das Freizeitgelände, sondern auch um einen Rest an "Privatheit". Beiträge auf dem schwarzen Brett des Olympiadorfes, einer Internetseite, stellen das Projekt infrage. Ihre Argumente sind: zu teuer, und zu weit in der Vergangenheit zurück.
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