1:2 gegen Fürth
Der Tiefpunkt beim Club

Die Spieler des 1. FC Nürnberg, wie hier Tim Leibold, sind am Boden zerstört: Nach der 1:2-Derbyniederlage gegen die SpVgg Greuther Fürth ist der Club Tabellenschlusslicht. Bild: dpa
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Bayern
21.09.2016
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Club-Fans sind leidensfähig. Jetzt werden sie schon wieder auf die Probe gestellt. Die 90 Minuten Franken-Derby verheißen nichts Gutes für den FCN.

Nürnberg. Es hätte der Befreiungsschlag werden sollen, es wurde die Bankrotterklärung. Groß war der Optimismus beim 1. FC Nürnberg vor dem Zweitliga-Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth am Dienstagabend. Mit dem 1:2 (0:1) gegen den Lokalrivalen ging nicht nur das Spiel, sondern auch die Zuversicht verloren. Die Stimmung beim Club kippte vollends. Die Fans hatten schon nach gut einer Stunde die Anfeuerung eingestellt, einer hatte symbolisch die weiße Fahne gehisst. "Sie haben uns weggeschickt, wollten uns nicht sehen", sagte der Club-Kapitän Miso Brecko, der seine Jungs nur in die Nähe der Kurve führen wollte. So frustriert und sauer waren die Anhänger schon lange nicht mehr. Und die haben schließlich mit dem Club schon einiges an Tiefpunkten erlebt.

"Das ist einfach nur noch brutal", stammelte Keeper Thorsten Kirschbaum, nachdem er sich etwas gefangen hatte. Und dann läutete er sogleich den Abend der Durchhalteparolen ein: "Wir werden weitermachen, weitermachen, wir werden die Köpfe nicht hängen lassen." Und dann senkte der Würzburger selbst den Kopf und trottete von dannen. Schließlich stand schon Brecko da und machte weiter wie der Torhüter: "Wir dürfen nicht weinen, nicht zweifeln." Und doch tun sie das alle bereits nach dem sechsten Spieltag in Nürnberg: Sie zweifeln am Trainer, an der Klasse, am Leistungsvermögen der Spieler.

"Die Mannschaft hat doch gut gespielt", versuchte Trainer Alois Schwartz, der sichtlich angezählt wirkte, seine Jungs zu schützen. Dabei braucht er jetzt vor allem Schutz, die Spieler ließen ihn auf dem Platz hängen. "Vor dem ersten Tor der Fürther haben wir gedanklich einfach abgeschaltet", zog er dann seine schützende Hand doch etwas zurück. Nach einem Lattentreffer der Fürther konnte Serdar Dursun (40.) mutterseelenallein drei Meter vor dem Tor einschießen. "Unglaublich, aber der erste Schuss der Fürther ist gleich drin", haderte Schwartz.

Der Club selbst hatte zwar einen Lattenkopfball von Dave Bulthuis (22.) zu verzeichnen. Die optische Überlegenheit, die sich auch im Eckballverhältnis von 9:0 zur Pause ausdrückte, mündete aber vor den gut 32 000 Zuschauern ganz, ganz selten in gute Tormöglichkeiten. Edgar Salli (22.) hatte noch eine vergeben. Nach der Pause erkannten die Fürther die Flattrigkeit ihres Gegners und legten nach. Mit viel Dusel. "Wahnsinn, so ein Gurkending", bezeichnete Keeper Kirschbaum die Situation, als sich der Ball nach einem abgefälschten Schuss ins Tor senkte. Fürths Daniel Steininger (50.) konnte sein Glück kaum fassen. Das Tor der Nürnberger durch den eingewechselten Guido Burgstaller (90.+3) nahm kaum noch einer wahr. Einziger Lohn dafür: Höhnischer Applaus.

Wir werden weitermachen, weitermachen, wir werden die Köpfe nicht hängen lassen.Club-Torwart Thorsten Kirschbaum
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