ASV Haidenaab präsentiert sein Archiv
Geordnete Vereinsgeschichte

Hermann von Gernlers (links) überreichte Werner Veigl einen WM-Pokal zum Dank. Bild: bkr
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Bayern
07.11.2016
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Ein Verein in vielen Ordnern: Heinz Kettel (von links), Paul Veigl, Hermann von Hernler, Stephan und Werner Veigl hinter dem ASV-Archiv. Bild: bkr

Sportlich Kreisklasse, historisch aus Historikersicht aber Champions-League: Der ASV Haidenaab hat am Freitag sein Archiv präsentiert. Vergleichbares muss man bei einem Verein dieser Größe lange suchen.

Haidenaab/Göppmannsbühl. Zweieinhalb Jahre akribische Kleinarbeit gingen dem Termin voraus. Am Freitag präsentierte der ASV im Gasthaus Veigl sein Archiv. 52 Ordner, 12 DVDs, 5 CDs, 4 Disketten und zwei Schachteln mit Baurechnungen und Kassenberichten sowie ein Findbuch: Heimatforscher Werner Veigl hat ganze Arbeit geleistet. Ehrenvorsitzender Hermann von Gernler schwärmte: "Es gibt keinen Verein, der so ein Archiv hat."

Alles archivwürdige trug Werner Veigl zusammen, wertete es aus, ordnete es in 21 Kapiteln und erstellte ein Inhaltsverzeichnis im 90-seitigen Findbuch. 859 Zeitungsartikel und 1036 Bilder von 1936 bis 2010 liegen nun sortiert im Archiv. "Wir schreiben Geschichte", sagte Stephan Veigl, ASV-Vorsitzender und Sohn des Archivars. Das Archiv stehe zur Einsicht offen, Ausleihen sei tabu. Nichts soll verloren gehen. Dafür plädierten auch die Ehrenvorsitzenden Heinz Kettel und Paul Veigl, der Ex- Vorsitzende Roland Veigl sowie Ehrenmitglieder Herbert und Wolfgang Veigl.

Stephan Veigl bezeichnete die Sammlung als einmalig. Jeder kenne den Verein aus seinem Blickwinkel und von seinen Erlebnissen. Alles im Archiv zusammengetragen biete nun ein einmaliges Gesamtbild. "Deshalb haben wir allen Grund, sehr stolz zu sein." Das Ergebnis der Arbeit betrachte er als Vorsitzender auch als Auftrag an den Heimatforscher, die ASV-Geschichte weiter zu schreiben.

Für die Arbeit dankte der ASV mit einem Geschenk in einem Umschlag. Dagegen war der Danke von Hermann von Gernler nicht zu übersehen: ein "Weltmeisterpokal für eine überragende Leistung". Gernler selbst stellt auf elf Seiten die Entwicklung des Sports in den beiden Orten vor. Darin auch die Anekdote, wie nach dem Krieg aus einer zehn Mal einen Meter großen Hakenkreuzfahne Trikots entstanden. Werner Veigl nannte Gernler "die treibende Kraft im Verein". "Ohne ihn gäbe es den ASV nicht."

Das wichtigste Dokument im Archiv ist für Werner Veigl das Protokoll von der Gründungsversammlung am 18. September 1960. Weiter finden sich dort Statuten, Satzungen, Protokolle, Jahresberichte der Abteilungen, Verträge, Finanzunterlagen, Jahresprogramme, Bauakten, Korrespondenzen, Zeitungsberichte, Fotos, Filme und Vereinszeitungen. "Das Archiv soll kein Selbstbedienungsladen werden", riet Werner Veigl und empfahl, es nur für eine Einsicht vor Ort frei zu geben. Auf Antrag von Paul Veigl entscheidet die nächste Jahreshauptversammlung, ob Werner Veigl den Titel "Ehrenvorsitzender" verliehen bekommt. Nach dieser Arbeit wohl nur Formsache.

ASV-AnekdotenWie jeder Verein: Der ASV Haidenaab-Göppmannsbühl pflegt seine Anekdoten. Einige kamen bei der Archivübergabe zur Sprache, nicht jede ist zur Veröffentlichung geeignet.

Eine der schönsten Geschichten erzählte Hermann von Gernler vom erste Gartenfest des ASV. Der Kühl-Container wurde am Vorabend mit Bratwürsten gefüllt, über nach fiel die Kühlung aus. Was tun? Die Bratwürste trotzdem auf den Grill werfen und verkaufen? Gerade als er sich mit Heinz Kettel dagegen entschieden hatte, kam ein großer Hund vom Anwesen Emmerig. "Der Hund hat nur das Maul aufgemacht, wir haben die Würste reingeschmissen", berichtete der Ehrenvorsitzende. Nach der 45-igsten Wurst kam das schlechte Gewissen. Wir wollten dem Hund ja nicht schaden. "Den Rest haben wir dann vernichtet", so die Aussage.

Der ehemalige Vorsitzende und Fußballer Roland Veigl erinnerte sich an die Zeit, als der Fußballplatz an der Panoramastraße lag. Das Training fand auf einer Wiese in Göppmannsbühl statt. Daneben eine Güllegrube aus der öfter der Ball gefischt werden musste. Paul Veigl erzählte von den oft faulen Fußballern, denen der Weg zum Veigl-Wirtshaus zu weit war, der Anstoß für den Bau des Sportheims.

An den langen Weg vom Kiesacker zum schönsten Platz weit und breit erinnerte Heinz Kettel. Viele Stunden Steine klauben waren dafür nötig. Haften blieben auch die vielen Feste, bei denen einer beim Heimweg nicht merkte, dass sein Schuh im Matsch stecken blieb.

Auf dem Fußballplatz ging es mitunter etwas härter zur Sache. In Erinnerung blieb die Sportgerichtsverhandlung gegen einen Spieler, der dem Schiedsrichter wegen eines Feldverweises eine gescheuert hatte. (bkr)
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