Bayerns glücklicher Sieg über Leverkusen
Martínez' glückliches Händchen

So sieht Erleichterung aus: Ungewohnt euphorisch und emotional bejubelten die Bayern das Führungstor von Mats Hummels. Sein erster Liga-Treffer im roten Trikot. Bild: dpa
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Bayern
27.11.2016
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München. Mini-Krise beendet: Mit einem knappen 2:1-Erfolg über Bayer Leverkusen bleibt der FC Bayern Tabellenführer RB Leipzig auf den Fersen. Einen Tag nach der Re-Inthronisierung des Patriarchen Uli Hoeneß jubelten die Münchener auch über die Rückkehr des Bayern-Dusels.

Niederlagen in Dortmund und Rostow, spielerisch biedere Darbietungen, taktisch wenig flexibel und physisch offensichtlich nicht auf dem höchsten Level: Die Mängelliste des FC Bayern spielte nach dem hart erkämpften 2:1-Sieg über starke Leverkusener in einem unterhaltsamen Samstagabend-Topspiel (fast) keine Rolle mehr. Grund war eine Szene in der 82. Minute, die die Gemüter bis weit nach Spielschluss erhitzte. Bayern führte nach Kopfballtreffern von Thiago (30.) und Mats Hummels (57.) sowie dem zwischenzeitlichen Ausgleich von Hakan Calhanoglu (35.) mit 2:1.

Rudi in Rage


Was war passiert? Nach einem langen Ball in die Spitze nutzte Kevin Volland, der Bayer bei Bayer, einen Stellungsfehler von Javi Martínez und überlupfte den herauseilenden Manuel Neuer. Seinen Kopfball auf das leere Tor wehrte Martínez mit der Hand ab und lenkte die Kugel so am Pfosten vorbei. "Wir wollten hier etwas mitnehmen, aber das geht nur, wenn Schiedsrichter und Linienrichter mitspielen", zürnte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler in der Mixed-Zone. "Klarer Elfmeter und Rote Karte", echauffierte sich der direkt beteiligte Volland. Ungewohnt zurückhaltend und diplomatisch äußerte sich dagegen der Coach der Werkself und Schiedsrichter-Schreck Roger Schmidt: "Ich habe das im Spiel gar nicht wahrgenommen und mache dem Gespann daher auch keinen Vorwurf." Ganz anders sah das verständlicherweise die bayerische Gegenseite. "Javi hat das clever gemacht", lobte Kapitän Philipp Lahm seinen Teilzeit-Torwart. "Den musst du erstmal halten", warf Hummels ein, schob aber hinterher, "dass wir da schon großes Glück hatten". Nüchtern bewertete Neuer die Situation, denn "der Strafstoß hätte ja erstmal verwandelt werden müssen".

So ganz konnte auch die nicht ganz legale Rettungsaktion des Spaniers die derzeitigen Defizite des Abo-Meisters nicht übertünchen. Besonders im ersten Abschnitt hatte die Ancelotti-Elf große Probleme mit den forsch attackierenden Gästen.

Teilweise Dreierkette


Der italienische Star-Trainer hatte Joshua Kimmich als Rechtsverteidiger aufgeboten und Philipp Lahm ins zentrale Mittelfeld beordert. Im eigenen Spielaufbau agierten die Bayern mit einer Art Dreierkette, da sich Xabi Alonso immer wieder zwischen die Innenverteidiger Hummels und Martínez fallen ließ. Dazu schoben die Außenverteidiger Kimmich und David Alaba fast bis zu den Außenstürmern hoch. Doch starres Positionsspiel, unsicheres Passspiel und eine fast greifbare Verunsicherung blockierten ein flüssiges Offensivspiel. Dagegen pressten die Gäste hoch, ließen die Hausherren nicht zur Entfaltung kommen und verzeichneten ein klares Chancenplus. Das Remis zur Pause war für den FC Bayern glücklich.

Nach dem Wechsel zeigten die Bayern ihr altes Gesicht: Mutiges, frühes Forechecking, strukturiertes Spiel in die Spitze und die folgerichtige Führung durch den Premierentreffer Hummels'. Doch der wackere Gast gab sich nie geschlagen und hätte sich am Ende einen Zähler verdient gehabt. Aber Aushilfstorwart Martínez rettete den Krisen-Bayern wieder mal ein Erfolgserlebnis.
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