Champions-League
Arjen narrt die schlafenden Holländer

Der verdiente Lohn: Trainer Carlo Ancelotti (links) gratulierte Arjen Robben bei der Auswechslung kurz vor Schluss zu seiner Leistung. Und die Fans feierten den Holländer. Bild: dpa
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Bayern
20.10.2016
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Spiel, Spaß und Sieg: Arjen Robben macht beim Bayern-Erfolg gegen Eindhoven den Unterschied. Allerdings ist einer über den Auftritt des Holländers nicht so begeistert. Zudem wackelt die Defensive der Münchener.

München. Arjen Robben, mittlerweile 32 Jahre alt, dürfte in seinem Fußballerdasein bisher fast alles erlebt haben. Er stand in einem WM-Finale, setzte sich Europas Vereinskrone auf, holte Titel in Spanien (Real Madrid), England (FC Chelsea) und Deutschland (FC Bayern). Leider hat er eine Verletzungsliste vorzuweisen, die wohl länger ist als der Beipackzettel seiner Medizin. Aber wenn er fit ist, trifft er. Und doch fehlte noch etwas: Ein Kopfballtor in der Champions-League. Seit Mittwochabend kann er auch dies in seiner persönlichen Erfolgsliste abhaken. "Das war aber auch ein Traumpässchen von Thiago", lobte Robben den Zuspieler seines 4:1 (84.) gegen seinen Ex-Klub PSV Eindhoven. "Er verdient die Anerkennung bei diesem Treffer."

Mit dem klaren Sieg schossen die Münchener erst einmal die Gerüchte einer Mini-Krise weg. Großen Anteil daran hat der dribbelnde Holländer, der sagte: "So ein Spiel im eigenen Stadion muss man dominieren, da muss man alles reinwerfen." Und Robben - endlich wieder fit - warf alles rein. Er war fast bei jedem Angriff dabei. "Die Einstellung hat heute gestimmt", freute sich Trainer Carlo Ancelotti. Bei Robben stimmt die Einstellung ohnehin immer. Er ist ein Straßen-, ein Spaßfußballer geblieben: verspielt, vergnügt, verwegen, manchmal verrückt. Wie beim 1:0, als Thomas Müller und er die Abwehr der Gäste kurios aushebelten. Der Holländer schlug den Ball bei einer Ecke blitzschnell auf den alleine am Fünfereck stehenden Müller. "Ich hab' gemerkt, dass die Holländer noch schlafen", beschrieb der deutsche Nationalspieler die Situation, die er im zweiten Anlauf nutzte. Robben freute sich närrisch über den Coup: "Ich spiele ja jetzt schon meine achte Saison mit Thomas, ich kenne ihn sehr gut. Er ist sehr schlau."

Robben kann aber auch ernst sein und heikle Themen ansprechen: Denn die Bayern wackelten gegen die mittelmäßigen Gäste einige Male. "Es kann nicht sein, dass wir in der Offensive den Ball haben und dann der Gegner beim Umschalten sofort Anspielstationen hat." Die Bayern tappten einige Male in die Konterfalle. Die Statik der Defensive hat Fehler. Nicht nur der 1:2-Anschlusstreffer der Holländer (41.) entsprang so einer Situation, die Gäste hatten noch zwei, drei weitere dicke Chancen. "Ja, da haben wir uns das Leben mal wieder wirklich selbst schwer gemacht", kritisierte auch Mats Hummels die Nachlässigkeiten.

Eine irritierende Frage


Robert Lewandowski entschied aber mit seinem 3:1 (59.) vorzeitig die Partie. Auch da war Robben beteiligt. Ansonsten hatten der bayerische Pole und der bayerische Holländer kleinere Unstimmigkeiten auf dem Platz. Zwei, drei Mal winkte "Lewi" ab, wenn der eigensinnige Außenstürmer nicht abspielte. Ob das Mitwirken Robbens ihn besser mache, wurde Lewandowski gefragt. Der schaute irritiert: "Diese Frage kann ich nicht beantworten." Da waren wohl nicht alle happy über die Robben-Gala.

Ich hab' gemerkt, dass die Holländer noch schlafen.Thomas Müller zur Szene vor dem 1:0.
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