Champions-League
Bayern-Blamage am Don

Sport BY
Bayern
24.11.2016
18
0

Die Bayern unterliegen im russischen Rostow überraschend mit 2:3 und beenden ihre Champions-League-Vorrundengruppe nur auf dem zweiten Platz. Der Kapitän macht Sorglosigkeit im Starensemble aus, der Vorstandschef kritisiert einen Weltmeister harsch.

Rostow am Don. Im bitterkalten Rostow am Don hat der FC Bayern den bisherigen Tiefpunkt unter Trainer Carlo Ancelotti erlebt. Nach einer überraschenden 2:3 (1:1)-Bauchlandung in der Champions-League beim bisherigen Tabellenletzten FK Rostow am Mittwochabend hat der deutsche Fußball-Branchenprimus schon vor dem letzten Spieltag keine Chance mehr auf den Gruppensieg. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge prangerte eine "schlechte" Defensivleistung an und kritisierte Jerome Boateng harsch, dem spielentscheidende Fehler unterlaufen waren und der obendrein nun auch noch länger verletzt auszufallen droht.

"Es wäre im Sinne von ihm und des ganzen Clubs, wenn er ein bisschen mal wieder back to earth runterkommt", sagte Rummenigge über den schwachen Nationalverteidiger, der zudem mit einer Muskelverletzung im Oberschenkel ausgewechselt werden musste. Eine genaue Untersuchung soll am Donnerstag Klarheit bringen. Fest steht schon jetzt, dass die Bayern sich mit Platz zwei in der Vorrundengruppe D zufrieden geben müssen. Die Bayern waren schon wieder in der Luft, als Atlético Madrid am Abend mit einem 2:0 über die PSV Eindhoven Rang eins klarmachte. "Kann sein, dass du dann einen größeren Kracher kriegst, aber das werden wir jetzt so akzeptieren müssen", sagte Rummenigge.

Erstmals in der kurzen Amtszeit von Ancelotti kassierten die Bayern drei Gegentore in einem Pflichtspiel. Sardar Azmoun (44. Minute), Dimitri Polos (49./Foulelfmeter) und Christian Noboa (67.) sorgten für den völlig unerwarteten Erfolg der Russen, die die schwierigen Bedingungen bei minus sechs Grad weitaus besser annahmen und obendrein die groben Abwehrschnitzer der Bayern um den indisponierten Weltmeister Boateng gnadenlos bestraften. Für die Münchner, die das Hinspiel im September noch mit 5:0 gewonnen hatten, trafen diesmal einzig Douglas Costa (35.) und Juan Bernat (52.). "Als Trainer muss ich die Verantwortung übernehmen und die Mannschaft so schnell wie möglich wieder in die Spur bringen", räumte Ancelotti ein.

Schon eine Dreiviertelstunde nach Abpfiff waren die Bayern wieder aus der Arena verschwunden, die Stimmung war unterkühlt. "Als FC Bayern muss man auch hier gewinnen, egal wie die Temperaturen sind oder wie der Platz ist", befand Kapitän Philipp Lahm und erkannte: "Wir sind aktuell ein bisschen sorglos, wir machen zu viele Fehler." Boateng selbst beklagte, das Team sei "auseinandergebrochen".

Von Anfang an hatten die bereits fürs Achtelfinale qualifizierten Bayern Mühe bei Eiseskälte im betagten Olimp-2-Stadion. Gegen die emsig verteidigenden Russen, die gleich auf eine Fünferabwehrkette setzten, kamen Ancelottis Profis nur selten zu gefährlichen Abschlüssen.

Als FC Bayern muss man auch hier gewinnen, egal wie die Temperaturen sind oder wie der Platz ist.Bayern-Kapitän Philipp Lahm
Weitere Beiträge zu den Themen: FC Bayern (6867)Champions-League (98)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.