Diskussion nach 1:1 gegen Bochum
Ein gewonnener oder zwei verlorene Punkte für den Club?

René Weilers Dank an den Torschützen Patrick Erras (links). Auf den Großen kann sich der Club-Coach verlassen. Am Montag erzielte der 21-jährige Raigeringer in seinem elften Zweitligaspiel bereits sein viertes Saisontor - und das als defensiver Mittelfeldspieler. Bild: dpa
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Bayern
17.02.2016
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Spielerisch spitze war in diesem Zweitliga-Spitzenspiel nicht viel. Die Nürnberger und Bochumer gaben aber kämpferisch alles. Umstrittene Szenen gab es auch kaum, und dennoch wurde nach dem 1:1 fleißig diskutiert.

Nürnberg. Eins zu eins - Unentschieden - kein Sieger auf dem Platz. Aber oftmals wird nach einem Remis versucht, aus dem Ergebnis doch noch irgendwie Sieger und Verlierer herauszupressen. Auch am Montagabend nach dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den VfL Bochum (1:1). Einen Punkt gewonnen? Zwei verloren? Für den Club gab es Argumente für beide Thesen.

Einen Punkt gewonnen

Patrick Erras mochte gar nicht beide Sichtweisen abwägen. "Wir haben heute klar einen Punkt gewonnen", sagte der Club-Youngster zufrieden lächelnd. "Wir haben Bochum auf Distanz gehalten." Der Club liegt weiter mit 37 Punkten auf Platz drei der zweiten Bundesliga, Bochum ist mit 32 Zählern Fünfter.

Klar, dass der 21-Jährige aus Raigering das Remis gegen die Westfalen wie einen kleinen Sieg sah. Schließlich war er es, der den Nürnbergern noch per Kopfball den Ausgleich (75.) bescherte. "Das 0:1 war für uns ein bisschen wie ein Weckruf", erklärte der Oberpfälzer, der schon sein viertes Saisontor erzielt hatte, und das als defensiver Mittelfeldmann. Der Club schlug fast postwendend nach der Bochumer Führung zurück. Für Club-Trainer René Weiler lebensnotwendig für sein Team: "In so einem Spiel kann das erste Tor schon entscheidend sein, deshalb war ich froh, dass wir schnell ausgeglichen haben." Für Erras war sein Tor noch aus einem anderen Grund wichtig: Am 17. Oktober debütierte er beim Club in der Profi-Truppe, die hat seitdem kein Spiel mehr in der zweiten Liga verloren. "Ich wollte meine eigene Serie retten", schob Erras schmunzelnd nach. Froh darüber war auch sein Teamkollege Hanno Behrens: "Nach sechs Siegen in Folge können wir mit dem Punkt leben."

Zwei Punkte verloren

Leben konnte damit auch irgendwie Club-Trainer Weiler. Aber der Schweizer wäre kein Übungsleiter, wenn er nicht ständig nach Fehlern und Unwägbarkeiten im Spiel der Seinen suchen würde. Dass sein Team 75 Minuten lang nur durch starken Einsatz und weniger durch spielerische Klasse auffiel, war auch ihm klar: "Aber nach dem 1:1 hatten wir noch zwei, drei dicke Chancen. Da müssen wir einfach eine machen." Und da gab es auch leichte Kritik an Erras, der zwei Minuten nach seinem Ausgleichstreffer den Ball ungehindert aus acht Metern übers VfL-Tor drosch. "Den muss er machen." Bei dem ein oder anderen kam auch der Frust über die spielerisch maue Vorstellung durch, wie bei Tim Leibold: "Uns hat heute im Passspiel die Genauigkeit gefehlt."

Ein gerechtes Remis

Ja, es war wahrlich kein fußballerischer Leckerbissen, den beide Teams aus der Spitzengruppe der zweiten Liga den knapp 25 000 Zuschauern boten. "Wir sind ab und an durch gefährliches Umschaltspiel gefährlich geworden", urteilte Bochums Trainer Gertjan Verbeek zwar. Und das 1:0 (66.) durch Marco Terrazzino war auch schön herausgespielt. Das war's dann aber auch schon für die Ruhrpott-Elf, deren Coach die 90 Minuten dann kurz und in der ihm eigenen Art auf den Punkt brachte: "Beide Mannschaften haben bekommen, was sie verdient haben."
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