Füllkrug der Held
Club jubelt über Derby-Sieg

Die Nürnberger Patrick Erras (Mitte) und Niclas Füllkrug (rechts) kämpfen mit dem Fürther Benedikt Röcker um den Ball. Füllkrug erzielte kurz vor Schluss das 2:1-Siegtor für den Club. Bild: dpa
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Bayern
27.02.2016
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Sie hatten nicht mehr daran geglaubt. Dann kam Niclas Füllkrug: Brust raus, Kopf hoch und den Ball mit der Stirn in den Winkel gewuchtet. Die Nürnberger durften am Freitagabend endlich wieder einen Derbysieg bejubeln.

Nürnberg . Wenn doch alles nur so einfach wäre: "Ich habe mich einfach durchgesetzt. Das wars", beschrieb Niclas Füllkrug die Szene, die die Club-Fans doch noch verzückte. Das 2:1 des Club-Stürmers in der 84. Minute bescherte den Nürnbergern nach langer Zeit wieder einen Derbysieg. Im November 2008 hatten sie Greuther Fürth letztmals besiegt.

Es war wahrlich kein Erfolg mit Glanz und Gloria an diesem kalten Februarabend vor fast ausverkauftem Haus. Sondern einer mit viel Kampf, und auch Krampf. "Der Druck war immens, das hat man auch gemerkt", bilanzierte Club-Coach René Weiler diesen 260. innerfränkischen Vergleich. "Es war erst zum Schluss ein richtiges Derby. Insgesamt war es nicht sehr schön."

Die Nürnberger hatten lange Zeit Probleme, ins Spiel zu finden. Dann schockte sie auch noch der frühe Rückstand. Robert Zulj schob nach sieben Minuten den Ball am verdutzten Raphael Schäfer vorbei ins Club-Tor. Für Fürths Trainer Stefan Ruthenbeck ein idealer Auftakt: "Wir konnten danach etwas tiefer stehen." Die Gäste aus der kleinen Nachbarstadt waren richtig giftig, ließen den Club nicht zur Entfaltung kommen. "Aber", und das warf Nürnbergs Abwehrchef Georg Margreitter danach ein, "wir haben wieder einmal Moral gezeigt." Zum dritten Mal in Folge geriet der FCN in Rückstand. Gegen den VfL Bochum und Fortuna Düsseldorf reichte es danach nur zu einem 1:1. Und auch gegen Fürth sah es lange danach aus. Sebastian Kerks wunderschönes Ausgleichstor (40.) schien der einzige Ertrag zu bleiben.

Doch dann kam Füllkrug: Der Ex-Fürther besiegte die Fürther mit seinem starken Kopfballtor. Ein Jahr spielte er früher beim Nachbarn. Eine Genugtuung sei das Tor nicht. "Aber in Nürnberg fühle ich mich heimischer." Er liebt die rustikalere Spielart, die der Zweitligist aus Nürnberg auch am Freitagabend zeigte: Lange Bälle auf die Stürmer. Versuchen, das Leder unter Kontrolle zu bringen, um sich dann durchzuspielen. Das gelang aber kaum. "Es gab nicht viele Torraumszenen", analysierte er. "Und es war auch kein tolles Spiel." Aber egal. "Diese drei Punkte waren enorm wichtig."

Und die drei Punkte ließen, weil sie am Ende unverhofft kamen, alle Dämme im Stadion brechen. "Ich habe so was noch nie erlebt", meinte Margreitter. Dabei ist der Österreicher schon neun Jahre lang im Profigeschäft. Er spielte Wiener Derbys, in seiner Kopenhagener Zeit hatte er auch in der Champions-League Einsätze. "Aber so etwas, das ist was ganz besonderes", genoss er die Lobgesänge der Fans. In der nächsten Saison würde er die Ovationen am liebsten eine Etage höher genießen.
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