Fußball
Bamberg zieht Reißleine

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Bayern
31.03.2016
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Bamberg. Die Hoffnungen, in der Kürze der Zeit einen generösen Geldgeber zu finden, haben sich nicht erfüllt: Der FC Eintracht Bamberg hat am Dienstag beim zuständigen Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz gestellt. Notwendig wurde dieser Schritt aufgrund der finanziellen Schieflage des Vereins. Den Fußball-Bayernligisten drücken Verbindlichkeiten in Höhe von 440 000 Euro. Davon müssen 272 000 Euro sofort, der Rest bis 30. Juni bezahlt werden.

"Die Begleichung dieser Verbindlichkeiten ist dem FC Eintracht nicht möglich", begründete Interims-Vorsitzender Jörg Schmalfuß die Entscheidung für einen Insolvenzantrag. Ziel sei es jedoch, "den Spielbetrieb im Jugend- und Herrenbereich bis zum Ende der Saison sicherzustellen, soweit dies möglich ist". Sollte nämlich die Bayernliga-Mannschaft bis Saisonschluss durchspielen, hätte ein möglicher Nachfolgeverein die Chance, das Spielrecht für die Landesliga zu erhalten. "Damit wäre ein völliger Neuanfang in der niedrigsten Spielklasse vermeidbar", teilte Schmalfuß mit.

Das wirtschaftliche Desaster der Bamberger könnte sich auch auf die Auf- und Abstiegssituation in der laufenden Punkterunde auswirken. Zumindest theoretisch. Denn sollte das Amtsgericht eine Entscheidung zur Eröffnung oder Ablehnung des Insolvenzverfahrens kurzfristig, das heißt bis vier Tage vor Saisonende fällen, würden laut BFV-Spielordnung alle bisherigen Ergebnisse des FC Eintracht aus der Wertung genommen. Ab diesem Zeitpunkt würden dann alle Spiele der Oberfranken bis Saisonende sozusagen als Freundschaftsspiele stattfinden.

Davon geht jedoch Thomas Unger nicht aus. "So schnell wird keine Entscheidung des Gerichts fallen", glaubt der Bayernliga-Spielleiter. Er geht vom Status Quo aus: "Vor Saisonschluss passiert da nichts mehr." In diesem Fall würden die Bamberger Resultate in der Wertung bleiben.

Am kommenden Samstag steht für den FC Eintracht das nächste Punktspiel auf dem Terminplan. Dabei empfangen die Violetten den Spitzenreiter TSV Großbardorf. "Normalerweise freue ich mich ja auf jedes Spiel. Aber wenn man schon vorher weiß, dass es am Saisonende auf jeden Fall nach unten geht, ist es schwierig sich zu motivieren", äußerte sich Trainer Petr Skarabela gegenüber fränkischen Medien.
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