Fußball-Bundesliga
Es müllert nicht mehr bei den Bayern

Thomas Müller kann derzeit machen, was er will. Er trifft einfach nicht ins Tor. In den ersten zehn Bundesligaspielen ist er noch ohne Tor. Gegen Hoffenheim traf er nur den Pfosten. Bild: dpa
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Bayern
07.11.2016
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Er bleibt in der Bundesliga der Null-Tore-Mann beim FC Bayern. Thomas Müller trifft nicht mehr. Pfosten statt Siegtor im Spitzenspiel, die Münchner müssen sich mit einem Remis gegen Hoffenheim begnügen. Ein früherer Weltklassestürmer prophezeit Müller einen Dreierpack.

München. Es müllert einfach nicht mehr beim FC Bayern. Angefressen verließ Thomas Müller die Münchner Arena. Seine Torflaute geht auch nach dem zehnten Bundesliga-Spieltag weiter, statt zum erlösenden Münchner Sieg traf der Weltmeister aus sechs Metern in der Nachspielzeit nur den Pfosten. "Die Scheiße klebt so ein bisschen an meinem Stiefel", redete Müller nach dem 1:1 (1:1) des Rekordmeisters im Spitzenspiel gegen 1899 Hoffenheim nicht drumherum. "Meine Krawatte ist natürlich dementsprechend groß."

Null Tore in der Bundesliga, null Tore im DFB-Pokal, immerhin zwei Treffer in der Champions-League lautet die aktuelle Bilanz. 20, 7, 4 war die Gesamtausbeute der vergangenen Saison. "Es ist nicht so, dass man nachdenklich wird, aber jetzt gerade bin ich schon ziemlich schlecht gelaunt", fasste der tapfere Müller sein nächstes Frusterlebnis am Samstag zusammen. Auch ein Kopfball aus bester Position fand nicht das Ziel (80.). Bayern-Dusel ist etwas anderes.

Pfosten Müller, Pfosten Mats Hummels - die Schlussphase der Top-Partie hatte es in sich. "Am Ende des Tages hatten wir vielleicht etwas Pech mit den zwei Pfostenschüssen. Aber es ist nicht leistungsungerecht 1:1 ausgegangen", bilanzierte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Der frühere Weltklasse-Stürmer fühlt besonders mit Müller, dessen bislang letztes Bundesligator über ein halbes Jahr oder elfeinhalb Stunden Einsatzzeit her ist. "Es fällt natürlich schon auf, dass seit diesem verschossenen Elfmeter gegen Atlético Madrid irgendwo ein bisschen der Wurm drin ist und er Pech hat", sagte Rummenigge. Seit seinem verschossenen Strafstoß aus dem Halbfinal-Rückspiel gegen Atlético Madrid Anfang Mai, der letztlich den Finaleinzug kostete, hakt es bei Müller.

Natürlich lag es nicht am Schusspech des in der 69. Minute eingewechselten Müller allein, dass die Münchner nach dem Rückstand durch Kerem Demirbay (16. Minute) nur zum Ausgleich durch ein Hoffenheimer Eigentor von Steven Zuber (34.) kamen. "Wir hatten einen leicht pomadigen Auftakt, das muss man sagen", räumte Hummels ein.

Die Scheiße klebt so ein bisschen an meinem Stiefel.Thomas Müller

München. Auch die Reifeprüfung beim Rekordmeister bestanden Trainer-Junior Julian Nagelsmann und seine Hoffenheimer mit Bravour. Zwar haderte der 29 Jahre alte Coach nach dem 1:1 beim FC Bayern mit dem Auftritt nach der Pause, aber letztlich reiste auch er mit seiner in dieser Saison unbesiegten Truppe glücklich heim. "Wir haben eine gute Entwicklung genommen, und jetzt gilt es, in der Länderspielpause ein bisschen durchzuschnaufen und Kraft zu tanken. Danach wollen wir die Entwicklung weitergehen", sagte Nagelsmann nach dem Punktgewinn in seinem ersten Spiel gegen die Bayern - und nach dem Duell mit dem fast doppelt so alten Trainerkollegen Carlo Ancelotti (57).

Mit großem Fleiß verdienten sich die Hoffenheimer den Punkt in München. Mit 123,2 Kilometern liefern sie mehr als bis dato jedes andere Team in dieser Bundesliga-Saison. Die Mannschaft sei mental stark und fit, lobte Sportchef Alexander Rosen. "Sie muss nicht gewarnt und nicht angeschoben werden. Sie funktioniert gerade hervorragend."
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