Fußball
"Bye-bye" rückt näher

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Bayern
18.12.2015
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Die Quellenlage ist dünn: Trotzdem wäre nur noch ein Verbleib von Pep Guardiola beim FC Bayern über 2016 hinaus eine Überraschung. Auch Robben glaubt, dass der Trainer seine Zukunftsentscheidung schon "im Kopf" hat. Ein namhafter Nachfolger soll auch schon bereitstehen.

München. Pep Guardiolas Weihnachtsüberraschung ist offiziell noch gar nicht gelüftet, da werden in der aufgeregten Fußballwelt rund um den FC Bayern schon munter die Zukunftsszenarien skizziert. Der vereinslose Italiener Carlo Ancelotti, der mit Real Madrid auf dem Weg zum Champions-League-Triumph 2014 auch die Bayern mit Guardiola im Halbfinale demütigte, wird als Nachfolger propagiert.

Fakt ist: Der Kreis derer, die ein Bye-bye von Guardiola nach Erfüllung seines 2013 angetretenen Dreijahresplanes in München erwarten, nimmt rasant zu. Englands finanzkräftige Spitzenclubs sollen sich bereits ein Wettbieten um den Katalanen liefern.

Belastbare Quellen für Guardiolas Abschied aus München und Ancelottis Ankunft im Sommer 2016 gibt es nicht. Von einer Verlängerung der Zusammenarbeit mit ihrem aktuellen Chef gehen aber auch die Münchner Profis nicht mehr unbedingt aus. "Beide Entscheidungen würden mich nicht überraschen", sagte Arjen Robben im "BR Sport".

Auch die Mannschaft sehnt ein Ende des Versteckspiels herbei. "Diese Fragen und Diskussionen gehen schon so lange, darüber gibt es nichts mehr zu sagen", sagte Robben. Auf die Frage nach seinem Gefühl antwortete der 31 Jahre alte Holländer: "Wir müssen warten, was der Trainer entscheidet. Er hat es in seinem Kopf, glaube ich."

Guardiola hatte auch nach dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale gegen Darmstadt auf eine Antwort nächste Woche verwiesen. In seiner Heimat Spanien vermeldeten Medien dafür schon seinen Abschied. Die Sportzeitung "Marca" und der Radiosender Cadena Cope ernannten am Donnerstag auch gleich einmal Ancelotti fix zum nächsten Bayern-Coach. Offizielle Belege lieferten die Medien nicht.

Bis zu offiziellen Verlautbarungen aus der Bayern-Zentrale an der Säbener Straße müssen Indizien und Deutungen genügen. "Trainer kommen, Trainer gehen irgendwann auch wieder", hatte Rummenigge gesagt.

Guardiolas Abschied wäre eine Zäsur, aber kein Untergang für den FC Bayern, der mit einer intakten Mannschaft und seiner Finanzkraft bestens aufgestellt ist. "Es geht immer weiter. Es gibt keinen Menschen auf der Welt, der irgendwann nicht zu ersetzen sein muss", bemerkte Rummenigge auch. Für Trainer ist der FC Bayern eine attraktive Adresse in Europa. Ancelotti wäre eine naheliegende Lösung. Der 56-Jährige hat mit dem AC Mailand (2003, 2007) und Real Madrid (2014) die Champions-League gewonnen. Er kann ein Starensemble führen. Der Italiener müsste - so wie es dem Spanier Guardiola halbwegs gelang - Deutsch lernen.

Gegenwart wichtiger


Noch ist Guardiola aber gar nicht weg. Für den Katalanen ist ohnehin die Gegenwart in München entscheidender als die Zukunft. Im dritten Jahr muss beinahe der große Wurf gelingen. Der Anspruch, "gewinnen, gewinnen, gewinnen", stresst Guardiola. Der Trainerjob, so wie er ihn betreibt, raubt Energie. Beim FC Barcelona hielt er vier Jahre durch. Dann nahm er eine Auszeit, lebte mit Familie ein Jahr in New York.
Trainer kommen, Trainer gehen irgendwann auch wieder.Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge
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