Fußball
Geiler Pokalabend

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Bayern
17.12.2015
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Unterhaching. Trainer Claus Schromm strahlte über das ganze Gesicht und war "richtig stolz", Clubchef Manfred Schwabl wurde gleich mehrfach herzlich gratuliert: Für die beiden Macher der SpVgg Unterhaching war das DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Bayer Leverkusen am Dienstagabend ein voller Erfolg. Mit dem kleinen Makel, die Partie mit 1:3 (1:1) gegen den Fußball-Bundesligisten verloren zu haben. Nach zwei Coups gegen Ingolstadt und Leipzig war die Werkself eine Nummer zu groß. "Man muss schon die Kirche im Dorf lassen: Wir haben gegen einen Champions-League-Teilnehmer verloren", fand Schwabl.

Bei allem Ärger über die verpasste Sensation trotz des Führungstores durch Maximilian Bauer (27. Minute) überwogen beim Regionalligisten ganz andere Gefühle: Das Staunen etwa über ein vollgepacktes Stadion. "Respekt, was hier los war", sagte Schromm, "zwölfeinhalb Tausend Fans, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen." Auch Schwabl meinte: "Was da abgegangen ist, war einfach nur geil!"

Oder das womöglich einmalige Erlebnis, Stars wie dem Nationalspieler Karim Bellarabi gegenüberzustehen. "Ich glaube, ich habe noch nie gegen so einen guten Fußballer gespielt", schwärmte Thomas Steinherr. Neben Bellarabi (83.) sorgten Javier Hernandez (31.) und Stefan Kießling (55.) dann doch für den Favoritensieg.

Oder der Ehrgeiz, solche Flutlicht-Abende wieder in Unterhaching veranstalten zu dürfen. "Das sind die Zuckerln", fand Stürmer Markus Einsiedler, "jetzt müssen wir schauen, uns wieder zu qualifizieren".

Für den einstigen Bundesligisten, der an selber Stelle ausgerechnet Leverkusen im Mai 2000 die sicher geglaubte Meisterschaft verdorben hatte, ist es nach dem Absturz in die vierte Spielklasse ein langer und schwerer Weg in den DFB-Pokal. Nur als Regionalliga-Meister oder Sieger im bayerischen Pokal ist der SpVgg wieder ein Platz sicher.

"Das macht Lust auf mehr", sagte Präsident Schwabl, der noch am Abend der Leverkusen-Spiels an die für den Verein viel wichtigeren nächsten Wochen dachte. Die Hachinger sind nämlich - trotz der DFB-Prämie für das Erreichen des Pokal-Achtelfinales in Höhe von 935 000 Euro - auf der Suche nach Geldgebern. Es stehen Gespräche an mit Investoren, die Zukunft der Mannschaft steht auf dem Spiel.
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