Fußball
Lahm und Rummenigge uneins über Sinn von Spielen gegen "Kleine"

Sport BY
Bayern
16.11.2016
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München. Sollten Länderspiele großer Fußball-Nationen gegen kleine Länder künftig aus dem Kalender gestrichen werden, um mehr Freiräume zu schaffen? In dieser Frage sind sich auch beim deutschen Branchenprimus aus München nicht alle einig.

Die Debatte um die Sinnhaftigkeit von Länderspielen gegen chancenlose Mini-Fußballnationen wie San Marino spaltet auch den FC Bayern. Während sich Mannschaftskapitän Philipp Lahm am Dienstag für eine Beibehaltung der bisherigen Praxis einsetzte, kritisierte der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den WM-Qualifikationsmodus. "Jetzt spielen wir gegen San Marino, Gibraltar, Kosovo. Da frage ich mich: Wieso gibt es für solche kleinen Länder keine Qualifikation?", sagte Rummenigge in einem Interview der "Sport Bild" und urteilte verärgert: "Wir haben heute rund 40 Prozent mehr Länderspiele als früher."

Rummenigge zeigte Unverständnis dafür, dass kleine Fußballverbände im Grundsatz nach wie vor ebenso große Rechte hätten wie die Top-Nationen. Grund dafür sei, dass die Stimme eines Fußballzwergs im Weltverband Fifa und in der europäischen Fußball-Union Uefa "genauso schwer wiegt wie die deutsche". Es gehe "immer weniger um Sport, sondern immer mehr um Politik und Finanzen", kommentierte Rummenigge.

Lahm, der nach dem absehbaren Ende seiner Karriere selbst als kommender Bayern-Funktionär im Gespräch ist, sieht dagegen einen Anreiz in Spielen mit großem Klassenunterschied. "Ich hab' das schon vor langem gesagt: Es ist immer so, dass kleine Vereine und auch kleine Länder sich auf solche Spiele freuen. Ich glaube für San Marino war es das größte Spiel in diesem Jahr, wenn nicht in den letzten Jahren", sagte Lahm. "Sie haben sich sehr darauf gefreut. Fußball ist Freude, Sport ist Freude - und der sollte im Vordergrund stehen."

Bereits am Montag hatte ein Social-Media-Beitrag von San Marinos Funktionär Alan Gasperoni für einigen Wirbel gesorgt. Er kritisierte Bayern-Profi Thomas Müller für dessen Kommentare in der Frage nach dem Sinn solcher Spiele harsch und ging den WM-Torschützenkönig von 2010 teils persönlich an (wir berichteten).
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