Fußball
Mainz schockt Hoeneß

Sport BY
Bayern
03.03.2016
18
0

Mit "Willkommen zu Hause, Uli Hoeneß!" begrüßte der FC Bayern seinen ehemaligen Präsidenten beim Stadion-Comeback nach der Haftentlassung. Doch das Ergebnis war nicht nach dem Geschmack der Münchner und der Vereinsikone. Ein heißer Liga-Knaller steht jetzt an.

München. So hatte sich Uli Hoeneß sein Stadion-Comeback wahrlich nicht vorgestellt. Sein FC Bayern München leistete sich am Mittwochabend beim 1:2 (0:1) gegen den immer heißeren Europapokalanwärter FSV Mainz 05 die erste Heimniederlage der Saison - und das drei Tage vor dem Bundesliga-Topspiel in Dortmund. Plötzlich liegt wieder Spannung im Titelkampf in der Luft, denn nach dem zeitgleichen 2:0 des BVB in Darmstadt beträgt der Vorsprung nur noch fünf statt acht Zähler.

"Wenn du viele Spiele hintereinander gewinnst, kommt der Moment, in dem du mal verlierst. Das war schade heute", haderte der Münchner Torschütze Arjen Robben.

Der eingewechselte Stürmer Jhon Cordoba schockte Tribünengast Hoeneß und die Bayern-Profis mit seinem Siegtor in der 86. Spielminute. Zuvor hatte Robben (64.) vor 75 000 Zuschauern das frühe Führungstor der präsenten und taktisch geschickt agierenden Mainzer durch Jairo Samperio (26.) ausgeglichen.

"Wir wussten, wie hier zu gewinnen ist: Mit einer hervorragenden Verteidigungsleistung und gezielten Kontern", erklärte Gäste-Trainer Martin Schmidt. Aber jetzt dürfe man sich nicht "feiern lassen". "Das müssen wir am Sonntag vergolden gegen Darmstadt", forderte der Coach des Tabellenfünften.

Robuste Mainzer


Nach 662 Tagen Arena-Abstinenz erlebte der am Montag aus der Haft entlassene Tribünengast Hoeneß an der Seite seiner Frau Susi einen erstaunlichen Fußballabend. Elf Heimsiege hatte die Bayern zuvor in dieser Bundesligasaison gefeiert. Doch mit ihrer Fünferkette in der Abwehr und höchstem läuferischen Aufwand im Mittelfeld machten die dynamischen und robusten Mainzer die Räume für die Bayern von Anfang an sehr eng. Hinzu kam, dass Schlussmann Loris Karius einen Sahnetag erwischt hatte. Einen prächtigen Volleyschuss von Arturo Vidal aus 17 Metern (13.) parierte der Mainzer Keeper ebenso reaktionsschnell wie einen Distanzschuss von Juan Bernat (16.).

Beide Male hatte Franck Ribéry die Chancen vorbereitet. Der Franzose stand erstmals nach einem Jahr wieder bei einem Bundesligaspiel in der Bayern-Startelf. Diese hatte Trainer Pep Guardiola drei Tage vor dem Bundesliga-Gipfeltreffen in Dortmund auf fünf Positionen verändert. Bemerkenswert: In der Münchner Anfangsformation stand lediglich ein deutscher Akteur: Manuel Neuer. Der war beim Konter zum 0:1 hilflos: Jairo konnte den Ball nach Zuspiel des vom rechten Flügel flankenden Verteidigers Giulio Donati unbehelligt ins Bayern-Tor schießen.

Es hätte sogar frühzeitig noch besser kommen können: Yunus Malli legte den Ball nach Wiederbeginn auf Christian Clemens ab, aber der verzog aus sehr guter Position (51.). Guardiola reagierte: Er brachte in der Offensive Thomas Müller für den wirkungslosen Kingsley Coman. Der agile Vidal versuchte es mal wieder aus der Distanz, aber Karius lag am Boden und hielt den Ball fest (53.).

Geballte Offensive


Guardiola legte offensiv noch einmal nach, brachte den Brasilianer Douglas Costa. Den Bann aber brach der zentraler agierende Arjen Robben. Aus gut 20 Metern überwand der Holländer mit seinem starken linken Fuß den chancenlosen Karius. Als die Bayern auf das Siegtor drängten, schlug Mainz bemerkenswert zu: Julian Baumgartlinger bediente den Kolumbianer Cordoba, der mit seinem dritten Saisontor für die Überraschung des 24. Spieltages sorgte.
Weitere Beiträge zu den Themen: Fußball (1549)FC Bayern (6867)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.