Fußball
Nürnbergs Fans benehmen sich daneben

Obwohl der 1. FC Nürnberg in Karlsruhe klar führte, provozierten die mitgereisten Club-Anhänger kurz vor Schluss eine mehrminütige Spielunterbrechung. Sie zündeten mehrere Rauchbomben und Pyrotechnik. Was die Spieler und Verantwortlichen von dieser Aktion hielten, bekamen die Fans nach Spielschluss zu spüren: Kein einziger Akteur ging in die Kurve und bedankte sich für die Unterstützung. Bild: dpa
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Bayern
17.10.2016
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Der Club gewinnt zum dritten Mal in Folge und klettert in der Tabelle. Die mehrminütige Spielunterbrechung, die die eigenen Fans in Karlsruhe provozieren, hinterlässt jedoch einen faden Beigeschmack.

Karlsruhe. Elfmeter-Killer Thorsten Kirschbaum und Sturm-Schlitzohr Guido Burgstaller haben dem 1. FC Nürnberg den nächsten Sieg in der 2. Bundesliga beschert. Dank eines Doppelpacks des österreichischen Torjägers (61./67.) sowie eines Treffers von Tim Matavz (89.) feierten die Franken am Sonntag ein 3:0 beim Karlsruher SC. Torhüter Kirschbaum hatte mit einem parierten Strafstoß gegen Enrico Valentini (54.) den dritten Erfolg nacheinander eingeleitet. Im Klassement kletterte die so schwach in die Saison gestartete Truppe von Coach Alois Schwartz auf den zehnten Platz und ließ damit auch Erzrivale Greuther Fürth hinter sich.

"Es war vielleicht ein Tor zu hoch", räumte Matchwinner Burgstaller ein. "Der Elfmeter war der Schlüssel zum Erfolg. Aber das gehört manchmal dazu, und wir haben es eiskalt ausgenutzt. Wenn man die 90 Minuten betrachtet, sind wir sicher der verdiente Sieger."

An einem sonst gelungenen Fußball-Nachmittag enttäuschten nur die Club-Fans. Diese sorgten mit Böllerwürfen kurz vor Schluss für den negativen Höhepunkt der Partie und eine mehrminütige Unterbrechung durch Schiedsrichter Felix Zwayer. Zur Beruhigung der Lage waren auch Nürnberger Spieler und Manager Andreas Bornemann in der Kurve. Nach dem Abpfiff verzichteten die Nürnberger dann aber darauf, sich vor dem Fanblock vom undisziplinierten, eigenen Anhang feiern zu lassen. Die Franken müssen mit einer hohen Geldstrafe rechnen.

Eigentlich war zu diesem Zeitpunkt die Partie längst entschieden, was die Aktion der Nürnberger Anhänger noch verwunderlicher macht. Nach einer höhepunktarmen ersten Halbzeit wurde es im zweiten Durchgang ereignisreicher: Zunächst verursachte Even Hovland plump an Florian Kamberi einen Foulelfmeter (53.). Den Patzer des Innenverteidigers merzte aber Torhüter Kirschbaum mit einer Parade gegen Valentini aus.

Der Schlussmann war erst in der vergangenen Woche trotz der Rückkehr von Club-Idol Raphael Schäfer als Stammtorwart bestätigt und damit von Trainer Schwartz zur neuen Nummer eins befördert worden.

Torjäger Burgstaller reichten vor 16 065 Zuschauern zwei Aktionen für die Vorentscheidung. Zunächst schob der Österreicher einen Abstauber über die Linie - Hanno Behrens hatte sich durch die Abwehr getankt und war an Keeper Dirk Orlishausen gescheitert. Sechs Minuten später beförderte Burgstaller einen Fernschuss von Kevin Möhwald per Hacke ins Tor. Matavz sorgte kurz vor Schluss für den Endstand.
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