Fußball
Spektakulärer Doppelpack

Angreifer Thomas Müller und Mats Hummels (oben) sind zukünftig keine erbitterten Gegenspieler mehr, sondern Teamkollegen beim FC Bayern München. Der Dortmunder Kapitän wechselt nämlich zurück an die Isar und verstärkt dort die Abwehr des Rekordmeisters. Bild: dpa
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Bayern
11.05.2016
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Renato Sanches. Bild: dpa

Nur eine Woche nach dem Alptraum-Triple beim Aus in der Champions-League hat der FC Bayern den nächsten Angriff auf den Fußball-Thron gestartet. Mit den Verpflichtungen von Mats Hummels und Renato Sanches sorgen die Münchener für einen spektakulären Transfer-Tag.

München. Mit dem Multi-Millionen-Zugang von Weltmeister Mats Hummels hat der FC Bayern die Bundesliga-Machtverhältnisse zementiert und an einem denkwürdigen Transfer-Tag der europäischen Konkurrenz auch noch den begehrten Portugiesen Renato Sanches weggeschnappt. Noch bevor um 12.30 Uhr der Hummels-Deal mit Borussia Dortmund als perfekt gemeldet wurde, hatte der Fußball-Rekordmeister am Dienstag den Youngster als Neuzugang präsentiert. Entschlossenheit gepaart mit Finanzpower unterstrichen die Münchner mit ihrem Transfer-Double im Volumen von womöglich mehr als 100 Millionen Euro - an nur einem Tag!

35 Millionen Euro werden an der Säbener Straße für Sanches an dessen Verein Benfica Lissabon überwiesen, portugiesischen Medienberichten zufolge kommen dazu noch erfolgsabhängige Prämien von bis zu 45 Millionen. Hummels kostet als früher Königstransfer dem Vernehmen nach 38 Millionen Euro. Beide erhalten Fünfjahresverträge bis 2021.

Nach dem dritten Halbfinal-Aus in der Champions-League in Serie wird unter Coach Carlo Ancelotti der nächste Angriff in der Königsklasse gestartet - mit dem noch einmal veredelten Kader unterstrichen die angestachelten Bayern ihre Final-Ambitionen 2017 schon im Mai 2016.

Vor allem Hummels und Jérôme Boateng als Weltmeister-Abwehr könnten dann den Ausschlag geben. "Mats ist einer der besten Innenverteidiger der Welt, mit ihm können wir die Qualität unserer Mannschaft nochmals steigern", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge in einer knappen Mitteilung. Vor der Vertragsunterschrift muss der 27 Jahre alte Profi noch den obligatorischen Medizincheck absolvieren.

Nach Mario Götze und Robert Lewandowski lockten die Bayern damit schon den dritten BVB-Star innerhalb weniger Jahre an die Isar - das DFB-Pokalfinale gegen die Borussia und Hummels am 21. Mai in Berlin wird dadurch noch brisanter. Hummels sagte, "dass ich mir meine Entscheidung nach achteinhalb erfolgreichen Jahren beim BVB nicht leicht gemacht habe". Für ihn schließt sich auch ein Kreis, wurde er doch als Teenager in den diversen Jugendteams der Münchner ausgebildet. 2007 machte er sogar ein Bundesliga-Spiel für die Bayern, ehe er 2008 zunächst auf Leihbasis nach Dortmund ging. 2009 gaben ihn die Münchner für 4,2 Millionen Euro dann endgültig ab. "Wir hätten ihn niemals verkaufen dürfen", klagte danach sein Entdecker und Förderer Hermann Gerland, inzwischen Co-Trainer beim deutschen Branchenprimus.

Die Verpflichtung des Abwehr-Stars nährt die Vermutung, wonach Medhi Benatia nach zwei nicht zufriedenstellenden Spielzeiten verkauft werden soll. Der Marokkaner war 2014 für 28 Millionen Euro vom AS Rom gekommen, dann aber mehr durch Verletzungen als durch Leistung aufgefallen. Auch ein Verbleib von Ex-BVB-Profi Götze, der ein Jahr zuvor 37 Millionen Euro gekostet hatte, ist unwahrscheinlich.

Die Bayern bauen auf andere. Thomas Müller, Manuel Neuer, David Alaba, Boateng und Javi Martínez haben Verträge bis 2021. Auch Douglas Costa (2020), Robert Lewandowski und Arturo Vidal (beide 2019) stehen noch mindestens drei Jahre unter Kontrakt.

Publikumsliebling


Und nun eben auch Hummels und Sanches. Während der Weltmeister in den vergangenen Jahren in die absolute Weltspitze vorgestoßen ist, steht Sanches noch ganz am Anfang seiner Karriere. Erst Ende Oktober 2015 feierte er seinen Einstand im ersten Team von Benfica, avancierte aber schnell zum Publikumsliebling. Zwei Tore in 34 Pflichtspielen, zwei starke Partien in der Champions-League gegen die Bayern, zwei Einsätze im Nationalteam und die erwartete Nominierung für die EM in Frankreich illustrieren, warum der Teenager auf den Wunschlisten von Clubs wie Real Madrid, FC Barcelona und Manchester United stand.
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