Hochstapler auch bei der Veröffentlichung von Ergebnissen weltmeisterlich
Ein wunderbares Turnier

Auch der australische Trainer Ty hat es schließlich noch nach Speichersdorf geschafft und sich mit weiteren Teilnehmern auf einer großen Autogrammkarte verewigt. Bild: bkr
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Bayern
07.04.2016
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Auch der australische Trainer Ty hat es schließlich noch nach Speichersdorf geschafft und sich mit weiteren Teilnehmern auf einer großen Autogrammkarte verewigt. Bild: bkr

Speichersdorf. Die Weltmeisterschaft der Sport-Stacker ist seit Sonntag zu Ende. Die Halle ist mittlerweile wieder aufgeräumt. Eine finanzielle Bilanz fehlt noch. Ungeachtet dessen verbuchen die ausrichtenden Hochstapler die Wettkämpfe als Riesenerfolg. Nur die Deutsche Bahn sorgte für ungewünschte Aufregung (siehe Kasten).

55 000 Zugriffe


Erstmals wurden die Speedstacker in der ganzen Welt direkt über die Ergebnisse informiert. Christian Doser vom Organisationsteam spricht von einer Beitragsreichweite von 16 841 Zugriffen bei Facebook zwischen 29. März und 4. April. 55 000 Zugriffe zählte er auf der Internetseite der Hochstapler. Dass die Ergebnisse so schnell wie nie zuvor bei einer Weltmeisterschaft weltweit zur Verfügung standen, begeisterte Fans und Larry Goers, Chef der World Sport Stacking Association (WSSA).

Über die Entscheidungen berichteten 215 Tageszeitungen, darunter auch die New York Times. Dazu kamen unzählige Radio- und Fernsehbeiträge. Neu war auch der Ablauf. Laut Doser war erstmals der offizielle vom sportlichen Teil getrennt. Dem ersten Tag vorbehalten blieb die Begrüßung und Vorstellung der Mannschaften mit einem Flair von Olympia. An den beiden folgenden Tagen konnten sich die Stacker auf ihren Wettkampf ohne störende Unterbrechung konzentrieren.

Die ausländischen Gäste staunten, dass Vereine und Bürger wie selbstverständlich mitgearbeitet haben. "Was für ein wunderbares Turnier", "großartige Gastgeber", so die Resonanz. Dabei sei die Organisation alleine nicht das Problem gewesen. Dieses lag laut Doser in der Logistik mit Hotels, Rahmenprogramm, Shuttlebussen und Verpflegung. Als Beispiel nennt er eine Besichtigungsfahrt nach Kulmbach. Statt der angemeldeten 270 Teilnehmer seien es plötzlich 350 gewesen. Für den Besuch der Plassenburg stellte dies kein Problem dar, aber für die Brauereigaststätte und auch wegen der zusätzlichen Busse.

"Die Weltmeisterschaft in Speichersdorf hat Sport-Stacking nicht nur in Deutschland populär gemacht", ist sich Doser aufgrund des großen Interesses sicher. Alleine am letzten Tag sei die Sportarena mit 1000 Menschen ausgebucht gewesen.

Wer es versäumt hat, die WM zu besuchen, der hat spätestens im November wieder Gelegenheit, sich vom Sport-Stacking anstecken zu lassen. Dann läuft in der Sportarena die siebte Bayerische Meisterschaft, und dabei sein werden wieder die WM-Teilnehmer der Hochstapler.

Tränen zum Abschied


Übrigens haben sie mehr als nur vier Weltmeistertitel errungen. Viele starteten in Mannschaften mit fantasievollen Namen, so zum Beispiel Katharina Reiß. Der Abschied der ausländischen Gäste war für viele hart. Freundschaften wurden geschlossen oder gefestigt. "Es flossen Tränen", verriet Christian Doser, der sich auf die WM 2017 in Kaohsiung (Taiwan) freut.

Speichersdorf. Von Australien mit dem Flieger nach Nürnberg zu kommen, ist einfacher als vom Nürnberger Hauptbahnhof mit dem Zug nach Bayreuth. Nicht nur ein Teil der australischen Speed-Stacking-Nationalmannschaft machte diese Erfahrung. Doch sie erwischte es am schlimmsten.

Teamcoach Ty hatte sich mit einigen seiner Sportler schon gefreut, den richtigen Zug auf dem Nürnberger Bahnhof gefunden zu haben. Viele Waggons standen da auf Gleis 17, und ein paar Hinweistafeln. Auf diesen stand, was regelmäßige Zugfahrer wissen: In Hersbruck werden Waggons abgehängt, um von dort weiter nach Schwandorf zu fahren. Die restlichen werden in Pegnitz getrennt. Die einen rollen Richtung Bayreuth und die anderen Richtung Marktredwitz.

Entsprechende Lautsprecherdurchsagen fanden bei den Australiern wenig Gehör. Sie waren ja schließlich nicht auf Englisch. Die Truppe von Down Under stieg also in den nächstbesten Waggon. Endstation war für sie zur späten Nachtstunde Schwandorf. Sie nahmen es gelassen und fuhren mit dem nächsten Zug zurück nach Nürnberg. Dort, statt in Bayreuth, verbrachten sie dann auch noch die Nacht.
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