Kommentar zum Ausscheiden des FC Bayern München gegen Atlético Madrid im Halbfinale der Champions-League
So schön, so grausam

Am Boden zerstört: David Alaba nach dem Ausscheiden im Halbfinale der Champions-League gegen Atlético Madrid. (Foto: dpa)
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Bayern
10.05.2016
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München: Allianz-Arena | Das Schöne am Fußball ist gleichzeitig das Grausame. Es gibt wohl kaum jemanden, der sagen würde, der FC Bayern hätte den Einzug ins Champions-League-Finale nicht verdient gehabt. Über eineinhalb Spiele lang haben die Bayern Atlético Madrid an die Wand gespielt. Trotzdem hieß es am Ende 2:2, die Auswärtstor-Regelung gab den Ausschlag für die Spanier. War das verdient? Natürlich nicht!

Aber im Fußball zählt nicht die Überlegenheit, da zählen Tore, Tore, Tore. Egal, auf welche Weise sie zustande kommen. Und genau das ist das Schöne an dieser Sportart. Wie oft haben wir uns geärgert über die – für den Laien oft nicht nachvollziehbaren – Bewertungen im Eiskunstlauf, im Turnen oder im Skispringen? Wie transparent ist im Vergleich dazu der Fußball – berechenbar und spannend. Genau das machte auch das Halbfinale des FCB gegen Atlético aus. Zu jedem Zeitpunkt war klar, welche Mannschaft auf dem Sprung ins Finale war. Da zählen nicht technische Fertigkeiten oder Ballbesitz, Schönspielerei oder Powerplay. Allein die Zahl der erzielten Tore entscheidet. Und damit manchmal die Cleverness oder auch das Glück. Der Fußball gibt Außenseitern eine Chance.

Trotz des Ausscheidens haben aber Lahm und Co. die Herzen der Fans erobert. Sie müssen nur ihre Überlegenheit öfter in Zählbares umsetzen, dann wird der Fußball auch für die Bayern seine Grausamkeit verlieren. Pep Guardiola wird das in München nicht mehr erleben. Sein Gastspiel wird als sehr erfolgreiche Episode in die Bayern-Annalen eingehen. Nicht als großartige, dazu fehlt der Königsklassen-Titel.
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