Pep, der Unvollendete
Die Bilanz des Bayern-Trainers

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Bayern
21.12.2015
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Von Josef Maier

Es ist noch ein halbes Jahr bis dahin, doch die Zeit der Nachrufe hat längst begonnen. Was bleibt von der Ära Pep Guardiola beim FC Bayern? Zuallererst: Der Katalane hat in München sein großes Trainertalent gezeigt. Die Bayern brechen einen Rekord nach dem anderen, nahezu jedes Spiel in der Arena ist ein Spektakel. Guardiola entdeckte und förderte Leute wie Kingsley Coman und Douglas Costa. Und er zeigte, dass er trotz zahlreicher Erfolge immer noch lernfähig ist: Er war zu Barça-Zeiten der Meister des Tiki-Taka. Doch dem Kurzpass-Spektakel durch die Platzmitte schwor er ab. Den Bayern wuchsen unter seiner Regie (Außen)flügel.

Und doch sind die bisher zweieinhalb Jahre nicht perfekt gelaufen. Nationale Titel gehören in München zur normalen Erwartungshaltung. In der Champions-League ist Guardiola gegen Real Madrid und Barcelona zwei Mal krachend gescheitert. Die Bayern waren chancenlos. Diese Spiele zeigten auch, dass die Münchner, wenn sie richtig gefordert werden, Defensivprobleme haben. Zudem ist die Verletztenmisere ein Rätsel: Die Häufung von Muskelverletzungen im Kader ist mysteriös. Und sein größter Fehler war: Der Kompetenzstreit mit Ex-Teamarzt und Bayern-Institution Hans-Wilhelm Müller Wohlfahrt. Durch seine Sturheit steht sich Guardiola oft selbst im Weg.

Doch noch hat er Zeit, seine Münchener Zeit zu krönen - aber nur mit Europas Krone. Mit Ottmar Hitzfeld oder Jupp Heynckes steht der hochdekorierte Guardiola noch nicht auf einer Stufe.
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