Pokal-Aus gegen Berlin
Club fehlt gegen Hertha BSC die Leidenschaft

Es klappte nicht viel beim 1. FC Nürnberg am Mittwochabend gegen Hertha BSC. Auch Guido Burgstaller war oft unzufrieden, kam nicht richtig in Fahrt. Großen Frust gab es beim Club nach dem Pokal-Aus aber nicht. (Foto: dpa)
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Bayern
18.12.2015
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Nürnberg. Das Nürnberger Christkindl lächelte nochmals in die vielen Kameras - und entschwand dann in die feucht-kalte Nacht. Schon in der Halbzeitpause. Die himmlische Person hatte an diesem Abend im Grundig-Stadion ohnehin nichts zu tun. Die Geschenke verteilten die Nürnberger Profis beim 0:2-Pokal-Aus gegen Hertha BSC Berlin schon selbst.

Stark von Ibisevic


Der Zweitliga-Dritte hatte im Achtelfinal-Duell mit dem derzeitigen Erstliga-Dritten einen leidenschaftlichen Kick versprochen, was rauskam, war dann doch eher leidenschaftslos. "Die waren besser, das muss man klar sagen", gab Club-Kapitän Miso Brecko dann auch ehrlich zu. "Wir hatten wohl auch zu viel Respekt." Groß war der Frust bei den Franken nach dem Aus aber nicht: "Wir wären natürlich gerne weiter dabei gewesen", sagte Coach René Weiler, "aber Hertha hat das einfach nicht zugelassen." Ein bisschen haben es die Nürnberger aber auch selbst verschuldet: Beim 0:1 (32.) pennten sie nach der - zugegeben starken - Vorarbeit von Vedad Ibisevíc und ließen Vladimir Darida zehn Meter vor dem Tor frei stehen. Beim 0:2 (65.) durfte John Anthony Brooks ungehindert einköpfen. "Das 0:1 war stark herausgespielt", meinte Weiler nur, "das 0:2 hat uns das Genick gebrochen." Zudem verschenkten die Nürnberger auch noch gut eine Million Euro, die der DFB den Vereinen für den Einzug ins Viertelfinale garantiert.

Die haben nun einfach mal viel Qualität. Heute sind wir an unsere Grenzen gestoßen.Club-Profi Guido Burgstaller

Bis zum 0:2 hatten die Gastgeber eigentlich überhaupt noch keine Chance, erst in den letzten Minuten gab es nach Freistößen zwei gute Möglichkeiten. Alle schoben den Mangel an guten Offensivszenen auf die Stärke der Gäste. "Die haben nun einfach mal viel Qualität. Heute sind wir an unsere Grenzen gestoßen", so hörte sich das bei Guido Burgstaller an. Noch treffender war aber seine weitere Analyse: "Vielleicht hätten wir heute noch ein bisschen aggressiver sein können."

Gar nicht aggressiv konnte Patrick Erras sein. Der junge Raigeringer, der sich in den vergangenen Wochen im defensiven Mittelfeld festgespielt hatte, musste wegen Schwindelgefühlen pausieren. Gegen Freiburg hatte er am Sonntag den Ball mit voller Wucht ins Gesicht bekommen. "Ich hätte heute so gerne mitgespielt, aber es ging nicht", sagte der 20-Jährige nach der Partie. "Ich weiß auch noch nicht, ob ich am Samstag in Heidenheim auflaufen kann." Am Donnerstag wollte der langaufgeschossene Mittelfeldmann im Training probieren, ob der Kopf wieder klar ist. Auch Weiler war am Mittwoch noch skeptisch, was den Einsatz des jungen Mannes beim letzten Zweitligaspiel des Jahres am Samstag (13 Uhr) in Heidenheim betraf.

Geschenk für die Fans


Dort will der Club seine - trotz der Pokal-Pleite - starken Auftritte in der Liga zuletzt krönen. "Da werden wir noch einmal alle Kräfte bündeln", verspricht Burgstaller. "Wir wollen unseren Fans noch ein Geschenk machen." Dieses Mal soll nicht der Gegner beschenkt werden.
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