Triathlon
Tatsächlich ein Weltrekord

Überglücklich im Ziel: Triathlet Jan Frodeno überquert am Sonntag in Roth beim Datev Challenge als Erster die Ziellinie und verbessert dabei den Weltrekord um sechs Minuten. Bild: dpa
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Bayern
18.07.2016
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Jan Frodeno hat Wort gehalten. Der Ironman-Weltmeister verbessert wie angekündigt den Weltrekord über die Langdistanz bei der Challenge Roth und unterstrich: Er ist der derzeit weltbeste Triathlet. Zum Feiern war ihm erst einmal noch nicht zumute.

Roth. Nach einem Kuss seiner Frau Emma und einer Weißbierdusche ließ sich Jan Frodeno für seinen Triathlon-Weltrekord feiern. Auf seiner Ehrenrunde im Stadion von Roth jubelten ihm 10 000 Zuschauer zu. Doch eigentlich hatte er nach seinem Coup über die insgesamt 226,055 Kilometer nur einen Wunsch: "Ich muss mich hinsetzen."

Mit einer beeindruckenden Ein-Mann-Show hatte der Ironman-Weltmeister am Sonntag bei der Challenge Roth in 7:35:39 Stunden eine Fabelzeit über die Langdistanz erzielt und einen weiteren Meilenstein in seiner grandiosen Karriere gesetzt.

Sechs Minuten schneller


"Die Schmerzen gehen auf und ab in meinem ganzen Körper. Es war ein harter, harter Weg. Ich werde heute Nacht auf jeden Fall gut schlafen", meinte der 34-Jährige. Er unterbot den alten Weltrekord von Andreas Raelert um fast sechs Minuten. Der Rostocker hatte vor fünf Jahren bei seinem Sieg an gleicher Stelle für die 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer 7:41:33 Stunden gebraucht.

"Der Weltrekord ist einer der Höhepunkte meiner Karriere", sagte Frodeno. Mit dem Projekt Weltrekord wollte er einen neuen Reizpunkt setzen und hatte den Angriff auf die Zeit von Raelert angekündigt. Und er hielt Wort. Schon beim Schwimmen im Main-Donau-Kanal setzte er sich von seinem schärfsten Rivalen Nils Frommhold ab. Spätestens danach wurde aus dem Rennen für den in Spanien und Australien lebenden Frodeno eine Solo-Nummer. Angefeuert von geschätzt weit mehr als 200 000 Zuschauern baute er seinen Vorsprung auf dem Rad aus. Mit Plakaten wie "Don't run, fly Frodo" trugen sie Deutschlands Sportler des Jahres über den Solarer Berg. "Das war so überwältigend. Das habe ich so noch nie erlebt, nicht einmal auf dem Gänsemarkt in Hamburg", sagte er.

Selbst zwei Schrecksekunden auf dem Rad beeindruckten Frodeno nur kurz: Erst stürzte er bei Kilometer 120. "Da dachte ich schon, das wird eng mit dem Rekord." Doch Körper und Material blieben unbeschadet. Dann, kurz vor dem Wechsel auf die Laufstrecke, hätte ihn beinahe ein unachtsamer Autofahrer erwischt. Frodeno ließ sich nicht beirren. "Spätestens ab der Hälfte der Marathonstrecke war mir klar, dass das mit dem Weltrekord klappen muss", sagte er. Er war in allen Disziplinen schneller als Raelert vor fünf Jahren.

Die Konkurrenz gratulierte voller Respekt. "Jan ist eine andere Liga, da bin ich dritte Liga. Das ist ein Riesenabstand", sagte Vorjahressieger Frommhold, der sich kurz vor dem Ziel noch vom Briten Joe Skipper überholen lassen musste und Dritter wurde. Er und Skipper blieben immerhin noch unter der Acht-Stunden-Marke.

Bei den Frauen feierte ebenfalls eine Ironman-Weltmeisterin einen Erfolg. Zwei Wochen nach ihrem Ausstieg bei der Ironman-EM in Frankfurt siegte die Schweizerin Daniela Ryf überlegen.

Spätestens ab der Hälfte der Marathonstrecke war mir klar, dass das mit dem Weltrekord klappen muss.Jan Frodeno
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