Kommentar zur Zukunft des Ex-Präsidenten bei Bayern München
War's das, Uli Hoeneß?

Sport
Bayern
29.02.2016
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Das war's noch nicht! Uli Hoeneß' Worte bei seiner letzten Mitgliederversammlung des FC Bayern hallen noch nach. Kurz vor Haftantritt stellte er bereits seine Rückkehr in Aussicht. Jetzt, da er aus dem Gefängnis entlassen ist, steht dem scheinbar nichts mehr im Weg. Nachfolger Karl Hopfner würde seine Stühle wieder räumen und viele Bayernfans ihn mit offenen Armen empfangen.

Doch so einfach wird es nicht. Nicht umsonst spielt der Patron auf Zeit und wartet die Reaktionen auf eventuelle Comeback-Pläne ab. Nicht die der Öffentlichkeit, in der er schon immer polarisiert hat. Sondern die der Vorstände von Adidas, Audi, Allianz und Telekom im Aufsichtsrat der FC Bayern AG. Ein vorbestrafter Bayern-Boss wäre angesichts der ethischen Standards der DAX-Unternehmen - Stichwort Compliance - schwer vermittelbar. Hoeneß weiß das, auch Karl-Heinz Rummenigge, der sich in Interviews defensiv äußert.

Selbst eine Ämterteilung - Hopfner bleibt Aufsichtsrats-Boss und Hoeneß übernimmt wieder als Präsident, könnte das Image der Marke, die Hoeneß selbst kreiert und geprägt hat, beschädigen. Die Stammtisch-Diskussionen über die Causa Hoeneß gingen endlos weiter, die Pfiffe und Gesänge in den Stadien auch. Die Signalwirkung an junge Fußballer wäre fatal.

Trotz alledem gehört Uli Hoeneß zum FC Bayern. Punkt. Eine Quadratur des Kreises wird aber nicht gelingen. Ein zum Ehrenpräsidenten ernannter Hoeneß, der dem Verein beratend - aber ohne Amt - zur Seite steht, wäre ein für alle Seiten gangbarer und vernünftiger Weg.

tobias.schwarzmeier@derneuetag.de

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