13000 Fahrdienstleiter arbeiten in Deutschland
Stress im Stellwerk

Signal auf Rot: Das Zugunglück bei Bad Aibling ist durch einen folgenschweren Fehler verursacht worden. Archivbild: dpa
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Bayern
16.02.2016
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Regensburg. Ein Fehler des zuständigen Fahrdienstleiters hat den Ermittlern zufolge das Zugunglück von Bad Aibling ausgelöst. Hier die wichtigsten Fragen zum Beruf des Stellwerkers:

Wie viele Fahrdienstleiter arbeiten bei der Bahn?

Bei der Deutschen Bahn arbeiten mehr als 13 000 Fahrdienstleiter, die täglich 40 000 Züge steuern. Auf den 34 000 Kilometern Schienennetz werden dafür rund 3000 Stellwerke genutzt. Hier kontrollieren die Stellwerker Signale und Weichen per Hebel, Tasten oder Mausklick.

Welche Arten von Stellwerken gibt es?

Es gibt grob vier Arten von Stellwerken. Bei mechanischen Stellwerken (etwa ein Viertel) werden Signale und Weichen über Hebel und Drahtzüge per Hand gestellt. Der Stellwerker muss sich per Augenschein davon überzeugen, ob das Gleis wirklich frei ist. Bei elektromechanischen Stellwerken (etwa 10 Prozent) werden die Zustände von Weichen und Gleisen über verschiedenfarbige Lichtpunkte angezeigt. Der Fahrdienstleiter überzeugt sich per Augenschein davon, dass die Gleise frei sind. Bei elektronischen Stellwerken (etwas mehr als ein Achtel aller Stellwerke) werden Signale und Weichen mit Computertechnik per Mausklick gestellt. Bei Relaisstellwerken (etwa die Hälfte), wie in Bad Aibling, werden die Gleispläne der Bahnhöfe und der angrenzenden Streckenabschnitte schematisch auf Stelltischen abgebildet. Die Gleise werden überwiegend automatisch frei gemeldet.

Welche Sicherungen befinden sich in einem Relaisstellwerk?

Steht je ein Zug an beiden Bahnhöfen, gibt es mehrere Sicherungen. Daher ist es praktisch ausgeschlossen, die zwei Signale an den beiden Bahnhofsausfahrten gleichzeitig auf Grün zu stellen. Versucht es der Fahrdienstleiter trotzdem, bekommt er einen Warnhinweis. Es ist einem Stellwerker aber möglich, dieses Signal zu umgehen.

Wie groß ist die Arbeitsbelastung eines Stellwerkers?

Sie gilt als groß. Die Schichtdauer variiert entsprechend den tarifvertraglichen und arbeitsrechtlichen Bestimmungen. Eine DB-Sprecherin betont: "Die Rekrutierungsmaßnahmen und Qualifizierungsaktivitäten der letzten Jahre haben erfolgreich gewirkt, mittlerweile haben wir eine stabile Personalsituation." So sei auch die Situation beim Abbau der Überstunden verbessert worden.

Was verdient ein Stellwerker/Fahrdienstleiter?

Das Brutto-Jahres-Einstiegsgehalt liegt bei 31 500 Euro und kann je nach Berufsjahren, Komplexität des Arbeitsplatzes sowie Zulagen etwa für Nacht-, Wochenend- und Feiertagsarbeit auf 47 000 Euro steigen.

Wie lang dauert die Ausbildung?

Die Ausbildung zum Fahrdienstleiter dauert in der Regel drei Jahre, kann aber je nach Qualifikation auf zwei Jahre verkürzt werden. In der zweijährigen Grundausbildung zum Fahrdienstleiter stehen theoretische Grundlagen und die Ausbildung an Simulatoren im Vordergrund. "Nach erfolgreicher Prüfung können die Fahrdienstleiter grundsätzlich auf jedem Stellwerk eingesetzt werden. Dazu erfolgt immer eine örtliche Einweisung auf dem konkreten Stellwerk", sagt dazu eine Sprecherin der Deutschen Bahn. Im Jahr 2015 begannen etwa 390 Männer und Frauen die Fahrdienstleiterausbildung bei DB Netz.
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