40 Gläubige pilgern zum Speinsharter Barbaraberg
Nach Premiere geht es weiter

40 Pilger aus Kirchenlaibach und Mockersdorf machten sich betend auf den rund 14 Kilometer langen Weg zum Barbaraberg bei Speinshart. Bild: hia
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Bayern
29.07.2016
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Kirchenlaibach/Speinshart. "Wollen wir das kleine Pflänzchen pflegen", meinte Prior Pater Benedikt Schuster zu den Wallfahrern aus der Pfarreiengemeinschaft Kirchenlaibach-Mockersdorf. 40 Pilger hatten sich zum zweiten Mal nach 2014 auf den Weg zum Barbaraberg gemacht, um die heilige Barbara zu ehren und ihre Fürsprache für eine gute Todesstunde zu erbitten.

Angeführt von den Ministranten mit den Fahnen und den Vorbetern Thomas Horn sowie Robert Schultes, betete die Gruppe den Rosenkranz und sang Kirchenlieder. Über die Plössener Bunker und Lämmershof ging es über Tremau-Neustädter-Höhenzug nach Scheckenhof. Am Ortsrand von Mockersdorf stießen die hiesigen Gläubigen dazu. Die Kirchenlaibacher Feuerwehr sorgte für die Sicherheit. Am Ende der 14 Kilometer langen Strecke empfing Pater Benedikt die Pilger am Fuße des Barbaraberger Kreuzwegs. Vor dem Kirchenportal der Wallfahrtskirche feierten sie mit ihm und Pfarrer Sven Grillmeier Gottesdienst. Michael Scherm begleitete den Gesang mit seinem Euphonium.

Er habe früher oft in Kirchenlaibach "angeklopft", ob nicht mal wieder eine Wallfahrt zum Barbaraberg möglich wäre, berichtete der Speinsharter Prior. Bei Pfarrer Grillmeier stieß er auf offene Ohren. Nach 212 Jahren war sie vor zwei Jahren wiederbelebt worden.

Wie Pater Benedikt in seiner Predigt erläuterte, sei die heilige Barbara nicht nur Patronin der Bergleute und der Artillerie, sondern auch für die Sterbenden und für einen guten Tod. Das Patronat für die Sterbenden gehe auf den jugendlichen Stanislaus Kostka aus einem polnischen Adelsgeschlecht zurück. Während seiner Studienzeit in Wien habe dieser im Hause eines verwandten religionsfeindlichen Freigeistes gewohnt. Als dieser einem Priester den Zutritt zum sterbenskranken Stanislaus verwehrt habe, habe der Junge zur heiligen Barbara gebetet. Sie sei ihm erschienen und habe ihm die Hostie gereicht. So sei für 1760 die Gründung der Sankt-Barbara-Bruderschaft für eine "glückseelige Sterbstunde" auf dem Barbaraberg bezeugt. 1933 wurde sie als "Sankt Barbara Bruderschaft vom guten Tod" wiederbelebt. Die Gläubigen schwärmten am Ende sowohl vom Pilgern wie vom Gottesdienst im Freien. Das konnte auch der Umstand nicht trüben, dass es kurz vor der Kommunion zu regnen begann und der Rest der Messe in die Wallfahrtskirche verlegt werden musste. Anschließend trafen sich die Pilger zum Mittagessen in der Klostergaststätte.
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