48-Jähriger wegen zweifachen Mordes angeklagt
Amokschütze bedauert Taten

Ein 48-Jähriger muss sich in dem Sicherungsverfahren wegen zweifachen Mordes vor dem Landgericht in Ansbach verantworten. Bild: dpa
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Bayern
29.02.2016
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Ansbach. Ein mutmaßlicher Amokschütze aus Mittelfranken steht seit Montag wegen zweifachen Mordes vor Gericht. Der psychisch kranke 48-Jährige muss sich in einem Sicherungsverfahren vor dem Landgericht Ansbach verantworten. Die Staatsanwaltschaft will erreichen, dass der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird. Er gilt wegen einer paranoiden Schizophrenie als schuldunfähig. Im Juli 2015 soll der 48-Jährige in zwei Ortsteilen von Leutershausen bei Ansbach zuerst eine Frau (82) und danach einen Radfahrer (72) aus seinem Auto heraus erschossen haben.

Nach Verlesung der Anklage wurde die Öffentlichkeit kurzzeitig von dem Verfahren ausgeschlossen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes hörte sich die Kammer eine Erklärung des Mannes in nicht öffentlicher Sitzung an. Wie ein Gerichtssprecher anschließend berichtete, stritt der Beschuldigte die Vorwürfe nicht ab.

In der Erklärung, die der Verteidiger des Mannes verlas, betonte dieser jedoch, er habe eine andere Sichtweise und Wahrnehmung der Geschehnisse und wolle sich dazu möglicherweise später noch äußern. Er bedauere die Vorfälle zutiefst und er bat die Angehörigen um Entschuldigung für die Folgen seines Handelns, die Verluste und die von ihm verursachten Ängste.

Weitere Attacken


Nachdem er die Frau und den Radfahrer im vergangenen Juli getötet hatte, fuhr der 48-Jährige laut den Ermittlungen weiter und schoss auch noch auf eine Autofahrerin und später auf einen Traktorfahrer. In beiden Fällen verfehlte er aber glücklicherweise sein Ziel. Später bedrohte er noch einen Arbeiter. An einer Tankstelle in Bad Windsheim konnten Mitarbeiter den Mann schließlich überwältigen und festhalten, bis die Polizei eintraf.
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