50. Treffen der interkulturellen Kochgruppe
Am Herd einmal um den Globus

Viele Kulturkreise, von afghanisch bis mexikanisch, von indisch bis spanisch, von syrisch bis marokkanisch, 50 Mal am Herd vereint: Seit Januar 2011 kochen Speichersdorfer Bürgerinnen verschiedener Nationen mit Dolores Longares-Bäimler (links) im Dienste der Integration, der Völkerverständigung und des Friedens. Bild: hia
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Bayern
27.07.2016
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Ein hehres Vorhaben, das in den vergangenen fünfeinhalb Jahren überregional Beachtung und viele Nachahmer fand, feierte Jubiläum. Zum 50. Mal standen Frauen verschiedener Kulturen, Nationalitäten und Sprachen aus der Großgemeinde zusammen hinterm Herd.

Speichersdorf. Gemeinsam haben sie gekocht, sich über Land und Leute ausgetauscht und Mahl gehalten. Der Eschenbacher Migrationsberaterin Dolores Longares-Bäumler des Caritasverbands Bayreuth standen beim Jubiläumstreffen der interkulturellen Kochgruppe Stolz und Freude ins Gesicht geschrieben. Statt wie bisher in der Schulküche der Werner-Porsch-Grund- und Mittelschule fanden sich die Teilnehmerinnen diesmal in Garten der Familie Klaus und Daniela Singer ein. Mitgebracht haben sie Bulgursalat aus der Türkei, marokkanischen Gartensalat, eingelegte Champignon, russischen Brokkoli-Salat, Zaziki sowie Nachspeisen. Natalia Jakobi und Longares-Bäumler hatten eine "Geburtstagscremetorte" und einen Erdbeerkuchen mit entsprechendem Jubiläumsschriftzug gebacken, die sich auch Bürgermeister Manfred Porsch, Pfarrer Sven Grillmeier und vom Sozialraumteam Christian Porsch schmecken ließen.

In ihrer Rückschau erinnerte die Migrationsberaterin an die Idee zur Kochgruppe, die 2010 beim dritten Fest der Kulturen entstand. 19 Nationalitäten wohnten damals in der Großgemeinde Speichersdorf. Ausgangspunkt war die Überlegung, dass Kochen Kulturen verbindet. Unter dem Motto "Zusammenhalt geht durch den Magen" sollten Nationalspezialitäten originalgetreu und unter Anleitung der jeweiligen Migrantengruppe nachgekocht werden. Die Rezepte der monatlichen Kochenabende sollten in einem "Interkulturellen Kochbuch" gesammelt werden.

Am Montag, 17. Januar 2011, trafen sich interessierte Frauen das erste Mal in der Werner-Porsch-Schule. Damals widmeten sich 15 Teilnehmerinnen unter Anleitung der Kirchenlaibacher Pfarrköchin Anita Kopp der chinesischen Küche. Ein Großteil der Gründungsmitglieder sei noch heute bei der Gruppe, freute sich Dolores Longares-Bäumler. Sie versäumte es aber auch nicht, eine Gedenkminute für die verstorbenen Lydia Schlöger und Natalia Bayer einzulegen.

Aber auch über die Kochabende hinaus ist die Gruppe engagiert. So hat sie nicht nur ein Kochbuch herausgegeben (ein zweites ist in Vorbereitung), sondern organisierte auch das Catering beim Familiensporttag, bei den Festen der Kulturen, das wieder für 2018 geplant ist, sowie beim Sportstacking-Weltmeisterschaft in der Sportarena.

Die Mitglieder haben auch wesentlich mitgewirkt am Buch "Angekommen - Die Welt zu Hause in Speichersdorf" mit vielen Lebensgeschichten von Migranten. "Natürlich ist mit dem 50. noch lange nicht Schluss", betonte Longares-Bäumler. Im September geht es mit den interkulturellen Kochabenden weiter.
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