70 Jahre "Der neue Tag": Marken und Produkte als Botschafter der Region
Sterne der Oberpfalz

(Foto: Uwe Ibl)
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Bayern
31.05.2016
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Im Sommer auf Piste gehen: Der Monte Kaolino in Hirschau besteht aus Abfallsand aus der Gewinnung von Kaolin und zeugt weithin sichtbar von der Bedeutung dieses Oberpfälzer Produkts. (Foto: Petra Hartl)
 
"Ein Kondrauer" - darunter verstehen viele Oberpfälzer ganz allgemein Sprudel. (Foto: Grüner)
 
Eine Marke für sich: die Altneihauser Feierwehrkapell'n, immer laut, immer lustig. (Foto: Huber)
 
Oberpfälzer Schwergewicht: eine Hamm-Walze bei den Wirtgen-Technologietagen. (Foto: Grüner)
 
Beliebte Knolle: Erdäpfel sind ein Oberpfälzer Grundnahrungsmittel. (Foto: Gerhard Götz)
 
Medizinprodukte in Millionenstückzahlen: Gerresheimer in Pfreimd. (Foto: Huber)
 
Strickmode von "Waschechter Bayer". (Foto: Wolfgang Steinbacher)
 
Aus der Oberpfalz in alle Welt: Conrad Electronic. (Foto: Gerhard Götz)
 
Moderne Produkte nach alter Tradition: Die Lamberts-Glashütte in Waldsassen. (Foto: Grüner)

Zoiglbier: Der Stern zum Kultgetränk zieht magisch an - Einheimische wie Gäste. Aber die Oberpfalz hat mehr Stars aufzubieten. Manche sind tatsächlich in aller Munde, andere Marken und Produkte stehen für Hightech oder Kreativität. Auf den folgenden Seiten finden Sie eine Liste von 70 Botschaftern der Region. Die Auswahl ist natürlich nicht vollständig, sondern subjektiv - und oft eine Geschmacksfrage.

Händlmaier-Senf

Die Regensburger geben ihren Senf zu allem. Und nicht nur den. Inzwischen sind auch Meerrettich und Feinkostsaucen Botschafter des guten Oberpfälzer Geschmacks. Der "Süße Hausmachersenf" bleibt dabei der Klassiker. Er nimmt fast den Rang eines Gattungsbegriffs ein: Zu Weißwürsten bestellt man gerne einen "Händlmaier-Senf", selbst wenn man allgemein süßen Senf meint. (za)

Novem Car Interior Design

Ob Audi, BMW, VW oder Porsche. Alle diese Auto-Marken haben eins gemeinsam. Sie zieren Produkte aus der Oberpfalz, genauer aus Vorbach. Die Novem-Gruppe versorgt Gefährte auf vier Reifen weltweit mit Zierleisten aus Carbon, Holz, Leder oder Aluminium. Wer also mit seinem Auto weit weg in den Urlaub fährt, hat immer ein Stück Oberpfälzer Heimat bei sich. (spi)

BHS Corrugated

Wo Wellpappe produziert wird, ist der Maschinebauriese BHS Corrugated zu Hause. 6 Fertigungsstandorte und mehr als 20 Niederlassungen mit etwa 1600 Mitarbeitern demonstrieren die weltweite Präsenz. Doch das Know-how, mit dem der Weltmarktführer auf dem Globus punktet, kommt aus Weiherhammer. 800 Mitarbeiter legen am Firmensitz den Grundstein für den Erfolg. Das Herz der Unternehmerfamilie Engel schlägt für den Standort. Das beweist nicht zuletzt der Neubau eines Bürogebäudes mit Montagehalle und Gastronomie. 45 Millionen Euro investiert die BHS, kein Pappenstiel. (ise)

Zoiglbier

Oberpfälzer Zoigl - eine Tradition, älter als das Bayerische Reinheitsgebot. Zoigl - ein Zaubertrank der Oberpfälzer. Schon der erste Schluck schwemmt in den Schankstuben alle Standesunterschiede weg. Beim zweiten Schluck gehen die Gäste zum vertrauten Du über. Spätestens beim dritten Schluck, wenn sich die Tische unter deftigen Hausmacherbrotzeiten biegen, ist klar: Zoigl ist mehr als "nur" Bier. Zoigl ist in der Oberpfalz Kult, den man in einer der Kommunbrau-Schankstuben selbst erleben muss. (wb)

Oberpfälzer Zoiglbrand

Was ist besser als Zoiglbier? Konzentriertes Zoiglbier. Das hat sich auch die Familie Schraml aus Erbendorf gedacht. Weil im Ort kein eigener Zoigl mehr gebraut wird, hat sie kurzerhand einen Zoigl-Brand erfunden. Der "Echt Oberpfälzer Zoiglbrand" der Schraml-Brennerei ist der Erste seiner Art und somit ein Original. Klarer Genuss zum Mitnehmen, malziges Bieraroma inklusive. (dko)

Naabecker Bier

Die Schwandorfer Brauerei Naabeck hat das Rezept für den Kultstatus: ein Standbild, zehn Wörter und 21 Sekunden. So ist eine seit Jahren gefeierte Kinowerbung konzipiert. Seit die Reklame über die Leinwände flimmert, wissen alle Cineasten der nördlichen Oberpfalz, dass das Naabecker nicht nur aus dem Herzen der Natur stammt, sondern auch mit weichem Felsquellwasser gebraut ist. (doz)

Karpfen

Der Oberpfälzer Karpfen hat es schriftlich: Seit 2002 ist er von Brüssel als geographische Angabe geschützt, lange vor den Artgenossen in Schleswig-Holstein (2007), dem Fränkischen und dem Aischgründer Karpfen (beide 2012) oder dem Oberlausitzer Biokarpfen (2015). Weiß, fest, kernig und fettarm soll sein Fleisch sein. Dabei eilt der gute Ruf dem Prädikat längst voraus. Der Oberpfälzer Karpfen verkauft sich auch ohne Gütezeichen. Nur knapp 60 der rund 1000 Mitgliedsbetriebe der Teichgenossenschaft Oberpfalz nutzen das EU-Siegel. Übrigens: Auch Karpfen mit Migrationshintergrund haben die Chance auf Einbürgerung. Als waschechter Oberpfälzer gilt der Karpfen, der seinen dritten Sommer, also den mit der größten Gewichtszunahme vor der Schlachtreife, in heimischen Teichen verbringt. (al)

Roding Roadster

Er entsteht in Handarbeit in Roding (Kreis Cham) und heißt auch so: Der Roding Roadster ist ein sehr leichter Sportwagen mit Karbon-Karosserie und 320 PS. Der Motor, ein Reihensechszylinder, kommt von BMW, die Freude am Fahren direkt aus der Oberpfalz. (ma)

Rosner-Lebkuchen

Die „besten Lebkuchen der Welt“ kommen aus Waldsassen. Dieses Lob kommt immerhin von keiner Geringeren als der Regensburger Fürstin Gloria von Thurn und Taxis. Hergestellt werden sie in einem Unternehmen mit langer Tradition: Die Bäckerei Rosner gibt es bereits seit rund 260 Jahren in der Klosterstadt. Das Geheimnis des Geschmacks der berühmten Lebkuchen birgt ein altes Familienrezept. (puh)

Kräuter von Wurdies

Gegen alle Krankheiten ist ein Kraut gewachsen – man muss es nur sammeln. Wo Heilkraft und Würze gedeiht, das ist ein Geheimnis der Firma Wurdies (Wurzelgräbers Blütenparadies). In Stadlern an der tschechischen Grenze ist ein Bio-Pionier in Sachen Kräutern herangewachsen, der die Ernte von Anis bis Zitronenpfeffer in Tüten packt. (bl)

„Weißes Pulver“

Die Produktnamen wie „Apyral“ kennen nur Fachleute. Die Nabaltec AG kokettiert sogar damit, aus weißem Pulver lediglich weißes Pulver herzustellen. Stimmt auch, aber das Pulver hat es in sich: Das Aluminiumhydroxid wird als Flammhemmer, beispielsweise in Kunststoffen für Fensterrahmen verwendet. Und „Apyral AOH“, ein weiteres weißes Pulver der Nabaltec, wird als umweltfreundliches Flammschutzmittel in Leiterplatten verwendet. (ch)

Cube

Seit 1993 pedaliert der Waldershofer Fahrradhersteller auf dem schmalen und steilen Wurzelpfad Richtung Spitze der europäischen Fahrradindustrie. Dabei legt Cube ein Tempo vor – ein Profi müsste sich den Vorwurf gefallen lassen, in seinem Karbonrahmen arbeite ein E-Motor. Rund 600 000 Räder setzte das Unternehmen 2015 ab, 2016 werden es nochmals mehr sein. Inzwischen gibt es von Cube zudem alles, was zum Rad gehört, von der Pumpe, bis zum Sweatshirt für die Radlerhalbe danach. So urban und hipp das Cube-Image auch ist – das Erfolgsgeheimnis ist typisch oberpfälzisch: beste Qualität, günstiger Preis. (wüw)

Ghost

Wenn es in Waldsassen um Fahrräder geht, dann ist in aller Regel ein Geist im Spiel – als Marke auf den Rahmen der Bikes, die täglich das Unternehmen verlassen: Ghost, gegründet 1993 von den Freunden Uwe Kalliwoda und Klaus Möhwald, hat sich von den Anfängen als Garagenbetrieb zum weltweit agierenden Fahrradhersteller entwickelt. Sportgeräte fürs Gelände und für die Straße bilden den Schwerpunkt in der Modellpalette. Seit 2008 unter dem Dach der niederländischen Accell-Gruppe, verfolgt die Waldsassener Bike-Schmiede einen kontinuierlichen Expansionskurs. (pz)

Kaolin

Seit nahezu 200 Jahren prägt der Kaolinabbau mit seiner Industrie unsere Region und nimmt damit Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung der Städte Hirschau und Schnaittenbach. Die Lagerung von Abfall-Quarzsand aus der Kaolinaufbereitung der Amberger Kaolinwerke ließ über Jahrzehnte den weißen Berg entstehen, der inzwischen recht grau geworden ist. Sein Name: Monte Kaolino. Bereits 1957 entdeckte man, wie einmalig diese über 100 Meter hohe Erhebung ist. Stichwort: Sommerski. Sogar Weltmeisterschaften fanden später statt. Zunächst entstanden ein Dünenbad, ein Campingplatz, eine Liftanlage und gastronomische Einrichtungen. Heute ist daraus ein echter Freizeitpark geworden, unter anderem mit Sommerrodelbahn und Hochseilgarten. Einem großen deutschsprachigen Meinungsportal für Reise und Urlaub im Internet ist das eine 100-prozentige Weiterempfehlung wert. (kan)

Liebensteiner Kartonagen

Das Firmenmotto ist auch ein Credo: „Die Liebensteiner packen’s.“ Tausende von Kunden vertrauen auf die „Schachtelmacher“ aus Liebenstein. Waren es anfangs die Porzellan- und Glasfabriken, so stehen heute international tätige Automobilfirmen wie Mercedes, BMW und Volkswagen oder auch bekannte Namen aus den Branchen Medizintechnik und Körperpflege in den Auftragsbüchern des familiengeführten Unternehmens. Das hat 1948 noch als Zweimannbetrieb begonnen und in den vergangenen Jahren gut 80 Millionen Euro investiert. (bz)

Grammer-Sitze

Auto-, Lastwagen- und Traktorfahrer sowie Bahnpassagiere auf der ganzen Welt machen es sich auf gepolsterten Untersätzen aus Amberg bequem. Die Sitze der Firma Grammer sind weltweit im Fahrzeugbau gefragt. Der Konzern mit mehr als 10 500 Mitarbeitern in 20 Ländern bleibt der Oberpfalz treu. In den nächsten Monaten verlegt das Unternehmen seinen Sitz von Amberg ins acht Kilometer entfernte Ursensollen (Kreis Amberg-Sulzbach). (upl)

Pilkington-Glas

Der Traum jeder Hausfrau und jedes Hausmannes versteckt sich im Gewerbegebiet Weiherhammer. Das Pilkington-Werk entwickelte dort selbstreinigendes Glas mit. Einmal Regenwasser drauf, schon ist die Fensterscheibe sauber. Dass die Mitarbeiter etwas von ihrem Werkstoff verstehen, hat sich auch im Silicon Valley herumgesprochen. Dorthin liefert Pilkington Glas für die neue Zentrale des IT-Giganten Apple. (phs)

Altneihauser Feierwehrkapell’n

Ein ganzer Tusch ist bei den Oberpfälzer Kulturbotschaftern Nummer eins die Ausnahme. Norbert Neugirg mag es lieber schräg. „Tusch eineinhalbmal!“, ruft er den Mannen der Altneihauser Feierwehrkapell’n zu. Die brechen exakt ab, das Publikum tobt. Mehr noch als mit dem gleichnamigen Buch ihres Kommandanten und seinen weiteren Werken, ist die schräge Truppe bekannt von den Auftritten bei der Fränkischen Fastnacht in Veitshöchheim. Selbst wenn der Seemann aus Bremerhaven nicht weiß, wo die Oberpfalz liegt, aus der der Urlauber kommt, mit dem er sich unterhält: Neugirg und seine Mannen sind ihm ebenso ein Begriff wie dem zufälligen Bekannten auf der Skihütte. (ui)

Constantia Hueck Folien

In goldenem Kleid hoppelt der Lindt-Hase mit einem Glöckchen um den Hals in unzählige Osternester. Zu einer Zeit, in der die meisten Leute an den Weihnachtsmann denken, haben ihm die Drucker von Constantia Hueck Folien in Pirkmühle (Landkreis Neustadt) sein edel glänzendes Fell vorbereitet. Nur wenige Naschkatzen ahnen, dass die Folie ein komplexes Produkt ist und seine Oberpfälzer Eltern auch Experten sind für ebenso hochwertige Alltäglichkeiten wie Joghurtdeckel und Tablettenverpackungen. (ui)

Cherry

Cherry brachte einst den Begriff Tastatur und den Ort Auerbach in einen Satz. Das Unternehmen ist nach seinem Gründer, einem Amerikaner, benannt. Die Aussprache der Auerbacher hat das nicht nachhaltig beeinflusst – die größte Firma im Ort klang bei ihnen immer wie der Weißwein, auch wenn das Logo aus drei Kirschen bestand. Zwei von ihnen haben grafisch sogar die Übernahme durch den Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen im Jahr 2008 überlebt. Seit Anfang 2016 gibt es Cherry wieder als eigene GmbH im ZF-Konzern. Dadurch hat die Einschätzung der Firma neue Gültigkeit, dass man mit einer Produktion ab 1967 der älteste noch aktive Computertastaturen-Hersteller weltweit ist. (ll)

Kondrauer

Es gibt Produkte, die sind so bekannt, dass ihre Markennamen generalisiert auch für die entsprechenden Produkte der Konkurrenz verwendet werden: Tempo für Papiertaschentuch, Uhu für Klebstoff, Labello für Lippenpflegestift. In meiner Kindheit war „das Kondrauer“ so ein Produkt. Wenn an besonderen Tagen eine Limonade, egal welcher Marke, auf den Tisch kam, dann hieß es: „Magst ein Kondrauer?“ Heute produziert Kondrauer aus Waldsassen außer Limonaden und Mineralwässern auch Schorlen und Fruchtsäfte sowie kalorienreduzierte Getränke. (sr)

Sibyllenbad-Heilwasser

Nicht immer richten radioaktive Elemente nur Schaden an. Das Edelgas Radon wirkt durchaus gesundheitsfördernd – seit 1989 auch im einzigen Kur- und Heilbad der Oberpfalz. Aus einer zweiten Quelle bei Neualbenreuth sprudelt kohlensäurehaltiges Wasser, das die Bewegungsbecken füllt. Natürlich schätzte schon der allgegenwärtige Geheimrat Goethe den „Albenreuther Säuerling“. Bei kleinen Zipperlein und großen Gesundheitsproblemen ist das moderne Bad eine erste Adresse – mit großzügiger Saunalandschaft auch „nur“ zum Wohlfühlen. (as)

Plank Hefeweizen

Die Brauerei aus Laaber (Kreis Regensburg) ist winzig. Und die Liste ihrer Auszeichnungen riesig. Vor allem 2012 räumte Plank beim World Beer Cup in San Diego ab. Man durfte sich damit schmücken, das beste Weizen und der Welt besten Weizenbock zu brauen. In den USA, heißt es, sollen die raren Kästen teils für knapp 300 Dollar gehandelt worden sein. In der Oberpfalz gibt es das Bier auch nicht an jeder Ecke, dafür kostet es aber nur einen Bruchteil. (fku)

Mehler-Tuch

Funktionskleidung ist hipp, wasserabweisend, temperaturausgleichend, atmungsaktiv und winddicht. Und es gibt sie bereits seit mehr als 350 Jahren. Seit damals fertigt die Tirschenreuther Tuchfabrik Mehler Loden, der all die genannten Eigenschaften in sich vereint. Bei der Winddichtheit liefert er sogar den Topwert (bis Stärke 10). „Stoffe und Tuche sind unsere Leidenschaft“, sagen die Geschäftsführer Paulus und Ludwig Mehler. Auch aktuell ist das Hauptsegment der ältesten Textilfabrik Deutschlands der Loden. Der wird heute auch im Modesegment und im Wohnbereich verwendet. Sogar in Hollywoods Traumfabrik kamen Mehler-Tuche, zum Beispiel bei den Blockbustern „Enemy at the Gates“ oder „Grand Budapest Hotel“, zum Einsatz. (tr)

Naturstein-Paneele

Naturstein ist edel und schwer. Zu schwer für Aufzüge, Luxusjachten, Möbel oder Züge. Der Firma Grama Blend aus Sulzbach-Rosenberg gelingt die Metamorphose. Sie verwandelt Granit oder Marmor in federleichte Bauelemente – zur Verblendung. Daher der Name Grama Blend. Granit, Marmor, Blende. Der mittelständische Betrieb schneidet Steinplatten in zwei Scheiben und klebt die Scheiben mit einem speziellen Verfahren auf Aluminiumplatten. So sinkt das Gewicht einer einen Quadratmeter großen Natursteinplatte von 60 auf 15 Kilogramm. (räd)

Walzen von Hamm

Im orangefarbenen Blechkleid mit „dicken“ Walzen sind die Produkte der Hamm AG rund um den Globus rollende Paradebeispiele für die Leistungsfähigkeit der Oberpfälzer Maschinenbauer. Kein Belag, den die Verdichter mit Rütteln und Zittern nicht in einen makellosen Fahrbahnteppich verwandeln. Unterwegs, auf Urlaubs- oder Geschäftsreise, freut sich jeder, wenn er auf die markanten Walzen trifft – und so ein Stück Heimat erlebt. Seit 1999 rollt Hamm (gegründet 1878) unter dem Dach der Wirtgen-Group mit mächtig Tempo an die Weltspitze. Mit über 8000 produzierten Maschinen im Jahr sind die Tirschenreuther aber auch in der Gruppe ein Schwergewicht. (ws)

Kartoffeln

Von wegen Arme-Leute-Essen. Überall in der Oberpfalz landet die Kartoffel auf dem Teller. Erdäpfel werden zu Dotsch, Spouzn, Bratkartoffeln oder Schoppala verarbeitet. Aber es gibt noch viel mehr Kartoffelspezialitäten. Tausende von Besuchern lassen sich diese jedes Jahr Anfang Oktober beim Kartoffelfest in Neualbenreuth (Kreis Tirschenreuth) schmecken. Dabei sind auch immer wieder Weltrekordversuche wie die längste Knödeltafel oder der längste Dotschbackofen der Welt zu bewundern. (rti)

Seltmann-Porzellan

Wenn der Nordoberpfälzer die weite Welt bereist, fühlt er sich an den schönsten Plätzen gleich zu Hause: Er dreht einfach die (Unter-)Teller um. Dabei stößt er fast immer auf Porzellan aus der Heimat. Hier hält das Familien-Unternehmen Seltmann die Fahne mit Qualitätsprodukten international hoch. Dass sich Tradition und Moderne nicht ausschließen, zeigt Seltmann mit der Roboter-Fertigung von Geschirr in Erbendorf. Erzeugnisse von einzigartig künstlerischem Wert liefern die Manufakturen aus Thüringen. (cf)

Bauscher-Porzellan

Es ist wohl der Internationalisierung geschuldet, dass nicht mehr „Bauscher Weiden“, sondern „Bauscher Germany“ auf Tellern und Tassen steht. In Bauscher ist jedoch weiter Weiden drin (und umgekehrt), auch wenn das Werk heute zur BHS tabletop AG in Selb gehört. Der erfolgreiche Konzern gilt weltweit als Marktführer im Hotelporzellan und hat auch bei funktionalem, „intelligentem“ Geschirr international die Nase vorn. (cf)

Vantage

Star-Regisseure wie Steven Spielberg oder Roland Emmerich setzen auf Kamera-Objektive aus Weiden. Die Firma Vantage schickt jährlich Ausrüstungen für etwa 100 Spielfilme und 1000 Werbespots auf die Reise in 60 Länder. Die Geschäftsführer Peter Märtin und Wolfgang Bäumler gründeten das Unternehmen im Jahr 1993. Ihre „Hawk“-Objektive gelten inzwischen in der Filmbranche als absolutes Markenzeichen. (we)

MST Schnaittenbach

Unter 649 Straßenkilometern geht gar nichts. Diese Branche rechnet jedoch in Nautischen Meilen (NM). Das wären dann 350,4. So weit ist es von Schnaittenbach bis nach Hamburg, dem der Oberpfalz nächsten deutschen Hochseehafen. Keine andere Reederei als die MST Schnaittenbach (Mineralien Schifffahrt Spedition und Transport GmbH) ist in Deutschland weiter von der Nord- sowie Ostsee entfernt als dieser Spezialist für Schüttgüter. Vorzugsweise verkehren die Schiffe der Flotte auf Atlantikrouten. Die MST behauptet sich in der Schifffahrtsbranche als ein in zweiter Generation geführtes Familienunternehmen. (zm)

Flossenbürger Granit

„Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess’ ich nimmer.“ Der Spruch beschreibt ein Material, das sich in weiten Bereichen der nördlichen Oberpfalz im Untergrund findet. Oft tritt es auch in bizarren Formen an das Tageslicht. Gemeint ist der Granit. In Flossenbürg als dem „Ort des Granits“ lässt sich mehr darüber erfahren – von erdgeschichtlichen Vorgängen über Spaziergänge hinauf zur Burgruine oder auf dem „Weg des Granits“ rund um den Schlossberg bis hin zu Abstechern in die Ausstellung „Flossenbürger Granitwelten“ und ins Steinhauermuseum. Verwenden lässt sich der in den Steinbrüchen gewonnene und anschließend veredelte Granit vielfältig. Zum Beispiel im Hoch-, Garten- und Landschaftsbau, für Kunstwerke oder Denkmäler. Auf Flossenbürger Granit setzte man etwa bei der Sanierung der Steinernen Brücke in Regensburg oder beim Olympiastadion in Berlin. (nm)

Juradistl-Lamm

Die Oberpfalz hat ihre Schäfchen längst im Trockenen – sie grasen besonders gerne an den sonnenbeschienenen Hängen des Lauterachtals. So tragen die Tiere nicht nur zum Erhalt wertvoller Magerrasen-Standorte bei, sondern produzieren auch Lammfleisch, das sich wegen seines Öko-Siegels bundesweit einen Namen gemacht hat. Das Juradistl-Lamm ist zu einem Markenzeichen für Feinschmecker in der ganzen Republik geworden. Die Distel, die auf den trockenen Wiesen im Jura gedeiht, steht seit 2002 Pate für diese Spezialität aus der Region. (upl)

BMW

Wackersdorf ist der Nabel der Welt, zumindest für BMW: Über 2 Millionen Teile aus inländischer BMW-Produktion, aus dem Motorenwerk in Steyr (Österreich) und von europaweit über 800 Zulieferbetrieben werden täglich von hier aus geplant, gesteuert und verschickt. Die Komponenten und Teile werden „just-in-time“ im Versorgungszentrum angeliefert, zu logistisch abgestimmten Versandeinheiten zusammengestellt, seefest verpackt, und in Containern per Bahn zu den Seehäfen Bremerhaven, Antwerpen, Hamburg oder Kiel weitertransportiert. Und: In Wackersdorf werden die Kohlefaser-Gelege hergestellt, aus denen die Elektrofahrzeuge des Konzerns gebaut werden. (ch)

Gläser von Nachtmann

Funkelnde Kristallgläser der Firma Nachtmann mit Standorten in Weiden, Amberg und Neustadt/WN sind für jede gedeckte Tafel das i-Tüpfelchen. Der Hersteller hochwertiger Kristallglas-Produkte mit bayerischen Wurzeln blickt auf eine über 180-jährige Geschichte zurück und vereint Tradition im Glashandwerk mit Kompetenz und innovativen Fertigungsverfahren der maschinellen Kristallglasherstellung. Die Produkte stehen für „The Best of Made in Germany“ und reflektieren das Engagement und die Hingabe zu hochwertiger Qualität und exzellentem Design. Durch die Herstellung in klarstem, brillantem Kristallglas bringen die Teller, Schalen, Vasen, Leuchter und Trinkgläser einen Hauch von Luxus und Glanz in den Alltag. (ms)

Siemens

Die Siemens AG ist ein Weltkonzern. Dass bei Hunderten von über den Globus verteilten Werken auch in der Oberpfalz produziert wird – unter anderem in Kemnath und Amberg –, verwundert deshalb nicht. Der Standort Amberg hat sich mittlerweile sogar zur größten Siemens-Produktionsstätte in Deutschland entwickelt. Rund 5000 Menschen arbeiten in dem 1948 gegründeten Elektronik- und Gerätewerk. Inzwischen gab es Auszeichnungen als „Fabrik des Jahres“ und „Beste Fabrik Europas“. Intern wird von dem zentralen Kompetenzzentrum für Niederspannungs-Schalttechnik gesprochen. Deshalb verwundert nicht, dass das Schlagwort der Branche, Industrie 4.0, hier auf fruchtbaren Boden fällt. (zm)

Lammsbräu

Ein dunkles, alkoholfreies Weizen von Lammsbräu gilt als Sportlernahrung schlechthin und nimmt es mit jedem Energy-Riegel auf. So ein Bierchen richtet auch ausgepowerte Marathonläufer wieder auf. Die Neumarkter Brauerei setzt auf Bio und wagt Neues – egal ob mit oder ohne Alkohol. In modernem Design vermarktet sie unter „Now“ Erfrischungsgetränke, zum Beispiel einen Mix aus Birne und Hopfen. Ein Ökocola made in Neumarkt gehört ebenfalls zum Sortiment. (ihl)

Witt

Kann man von der Oberpfalz wissen, obwohl man die Oberpfalz nicht kennt? Irgendwie schon. Jedenfalls wusste ich – ein Oberpfälzer mit hessischem Migrationshintergrund – schon als Kind in Bad Nauheim, was Witt Weiden ist. Obwohl: Eigentlich wusste ich es nicht so richtig. Meine Oma bestellte Bettwäsche und Kittelschürzen bei einem Kaufhaus, das wohl „WittWeiden“ hieß. Jedenfalls klang das für mich wie ein einziges Wort, und die Sachen von „Witt Weiden“ kamen immer per Post. Und es ist noch heute so, dass jeder Witt und Weiden in einem Atemzug nennt. Der Unterschied ist nur: Heute weiß ich, dass das eine eine erfolgreiche Firma und das andere eine wunderschöne Stadt ist. (üd)

Hajo-Strick

Der schicke Strick aus Weiden ist auch bei Hausfrauen beliebt: Polo-Shirts aus Hans-Jochen Müllers Unternehmen sind dank Spezialfasern großteils bügelfrei. Ein bisschen schütteln, allenfalls einmal über den Kragen bügeln – und fertig ist der Mann. Und sieht auch noch gut aus, etwa mit der Kollektion namens „Looks like Brighton“. Dafür schwärmen nicht nur die Weidener: „hajo“ ist mit Herren-Polos Marktführer im deutschen Fachhandel. (wd/ca)

Lorenz-Kartoffelchips

Ob Hof-Chips, Fun-Pops oder Nic-Nacs: Die Neunburger Lorenz Bahlsen Snack World GmbH & Co KG hat sie alle auf Lager und versorgt 80 Länder mit Knupser-Spaß. Als Stadt mit der modernsten Chipsfabrik Europas ging Neunburg 1968 in die Geschichte ein. Seit 2006 kann sich auch Russlands Präsent Wladimir Putin bei Erdnusslocken und Salzstangen bedienen, denn das Familienunternehmen hat in St. Petersburg eine Zentrale eingerichtet. Und die jüngste Kreation – Saltletts-Knusperkugeln – sind wohl bald auch am Standort Singapur zu haben. (bl)

Rotes Höhenvieh

Vogelschützer retten Rinder vor dem Aussterben: Das Rote Höhenvieh (Rotvieh) war einst der Stolz der Oberpfälzer Bauern. Die Tiere waren als fleißige Zugtiere begehrt und stammten von illyrischen und keltischen Rindern ab. Noch zu Beginn der 1960er Jahre waren sie stark vertreten. Aber nach der Intensivierung in der Landwirtschaft war die Oberpfalz quasi rotviehfrei. Dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) ist es zu verdanken, dass in Tännesberg seit einigen Jahren drei Landwirte die alte Rasse wieder auf Naturschutzflächen weiden lassen – unter anderem im Kainzbachtal. Das Fleisch ist zart, besonders fein und gut marmoriert. Rotviehprodukte sind zu kulinarischen Botschaftern für den Schutz der Artenvielfalt geworden. (tss)

Conrad Electronic

Und noch so ein Beispiel dafür, wie man von der Oberpfalz schon mal gehört hat, ohne sie zu kennen – weil es Firmen gibt, die jeder kennt, überall. Es war mein Schulfreund Thorsten, ein Technikfreak und Bastler vor dem Herrn, durch den ich als junger Kerl in Hessen einen Hauch Oberpfalz mitbekam, lange bevor ich hergezogen bin. Thorsten sagte immer, es gibt „einen Versandhandel, der alles hat, was man sich nur vorstellen kann“. Alles, was man mit Lötkolben oder Schraubenzieher irgendwo dranbauen kann. Und wenn er dann seine Pakete bekam, dann stand „Conrad Electronic“ drauf. Heute lebt Thorsten in Neuseeland – und ich wette, er bekommt noch immer Lieferungen aus der Oberpfalz. (üd)

Witron Parkstein

1971 von Walter Winkler (Interview Seite 51) als Ein-Mann-Unternehmen gegründet, haben Innovationskraft, Oberpfälzer Bodenständigkeit und Engagement Witron zu dem gemacht, was es heute ist: Weltweit einer der Marktführer in der Planung, Realisierung und dem Betrieb von hochdynamischen, automatisierten Logistikzentren. So wurden bisher mehr als 2000 Logistikprojekte in unterschiedlichen Branchen umgesetzt. Zahlreiche Top-Unternehmen aus Handel, E-Commerce und der Industrie vertrauen auf die Logistiksysteme aus Parkstein. Die Unternehmensgruppe beschäftigt heute mehr als 2400 Mitarbeiter. Gut 1400 arbeiten am Hauptsitz am Fuße des Basaltkegels. (ms)

Sheepworld

Diese Kritzelbilder am Heftrand kennt jeder aus der Schulzeit. Bei Stefanie Rölz waren es Schafe in allen Formen, die weißen Rändern Leben einblökten. Gemeinsam mit ihrem Ferienjob-Kollegen Tobias Hiltl gründete die Abiturientin im Alter von 19 Jahren ein Unternehmen, das genau diese Schafe auf Postkarten druckte. Heute werden Sheepworld-Produkte vom Unternehmenssitz in Ursensollen (Landkreis Amberg-Sulzbach) rund um den Globus verkauft. Mit dem Spruch „Ohne Dich ist alles doof“ prägten sie ihre Produkte aus der Schafe-Welt. (roa)

Fotobuch.de

Der Urlaub in der Toskana, das bestandene Abitur oder die Geburt eines Kindes – es sind wunderschöne Erinnerungen, die unvergesslich bleiben. Oft verschwinden die Fotos davon aber danach in irgendeinem Ordner auf der PC-Festplatte. Seit bereits 12 Jahren, damals als weltweiter Vorreiter, sorgt fotobuch.de dafür, dass diese Erlebnisse auch in digitalen Zeiten griffbereit bleiben. In professionell gestalteten Fotobüchern, auf Leinwänden, Kalendern oder Puzzles. Der Foto-Dienstleister – im beschaulichen Neustadt/WN beheimatet – zaubert seither millionenfach ein Lächeln auf die Lippen seiner Kunden. Wie viele Firmen können das von sich sagen? (tos)

Hatico Hemden

Seit fast 70 Jahren steht „Hans Tischler GmbH und Co. KG“ für „Mode made in Tirschenreuth“. Bereits 1947 haben der aus Königsberg vertriebene Unternehmer und sein Schwiegersohn Hans Reiter mit vier geliehenen Nähmaschinen die Wäschefabrik gegründet. Heute finden die modischen Hemden unter den Labels Hatico, Jupiter und Pure reißenden Absatz in aller Welt. (bz)

Wolf

„Echt gute Wurst“: So lautete jahrelang der Slogan der Metzgerei, einem Familienbetrieb in mittlerweile vierter Generation. 1925 von Alois Wolf in Mies im Egerland gegründet, startete Karl Wolf 1950 in Schwandorf einen Neubeginn. Reinhard Wolf leitete in den 1970er-Jahren die Expansion ein, heute führt Christian Wolf das Unternehmen, das neben dem „Ahornhof“ in Schwandorf auch einen Standort in Schmölln in Thüringen aufgebaut hat. Die Firmengruppe zählt heute rund 1200 Mitarbeiter und setzt etwa 300 Millionen Euro im Jahr um. (ch)

Ponnath

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die Wurstfabrik, den lässt er von der Knackwurst beißen und gibt ihm noch den Zipfel mit …“ Diese Oberpfälzer Variation eines der bekanntesten Volkslieder passt nach Kemnath (Kreis Tirschenreuth). Dort ist der Hauptsitz der Fleisch- und Wurstfabrik Ponnath. Das Unternehmen wird in zwölfter Generation von der Gründerfamilie geführt wird und blickt auf eine über 300-jährige Geschichte zurück. 1300 Mitarbeiter tragen an fünf Standorten zum Erfolg bei. (man)

König-Otto-Sprudel

König Otto von Griechenland besuchte 1836 die Region zur Kur und wusste um die wohltuende Wirkung des Wassers. So gestattete er per königlicher Urkunde, das „Wiesauer Bad“ in „König Otto-Bad“ umzubenennen. Erste Erwähnung fanden die Wiesauer Quellen im zwölften Jahrhundert. Aufgrund vieler Heilerfolge wurden der „König-Otto-Sprudel“ und die „Neue Otto-Quelle“ 1919 zu staatlich anerkannten Heilquellen erklärt. Noch heute ist die Brunnenverwaltung König-Otto-Bad ein Familienunternehmen. Inzwischen wird der Betrieb in der dritten und vierten Generation geführt. Dabei beschränkt sich König-Otto-Bad nicht nur auf Mineralwasser, sondern produziert auch Limonaden sowie Fruchtsaft-, Vitamin-, Erfrischungs- und Wellnessgetränke. (hd)

Baumann-Automation

Auf einer Büro- und Produktionsfläche von 12 000 Quadratmetern entwickelt und produziert Baumann in Amberg schlüsselfertige Automationssysteme für Kunden der internationalen Automobilzuliefer-, Elektronik- und Haushaltsgeräte-Industrie. Aber auch die Branchen Telekommunikation, Medizintechnik und Photovoltaik gehören zum Portfolio. Alles aus einer Hand – von der einzelnen Roboterzelle bis zur komplett automatisierten Produktionslinie. Rationalisierung, Qualitätsverbesserung und Rückverfolgbarkeit sind die wesentlichen Kriterien. (et)

Godelmann-Steine

Der Familienbetrieb mit Sitz in Fensterbach ist fest verwurzelt im Stein-Zeitalter. Das Betonwaren-Unternehmen pflastert Deutschland zu. Ob private Terrassen, Fußgängerzonen oder öffentliche Plätze vor Fußballstadien – jeder Oberpfälzer ging wohl schon einmal über einen Godelmann-Stein. (pjut)

Schott-Spezialglas

Sie können bis zu 0,3 Millimeter kurz und bis zu 0,9 Millimeter dünn sein und finden sich millionenfach in Arztpraxen, Krankenhäusern, Apotheken und Privathaushalten auf der ganzen Welt: Die Rede ist von Spezialglasröhren, produziert von der Schott AG in Mitterteich. Aus den chemisch äußerst resistenten Röhren werden unter anderem Fläschchen, Spritzen, Ampullen und Karpulen hergestellt. Die Unternehmenssparte Schott Tubing mit Standorten in Europa, Asien und Südamerika bietet Glasrohre, -stäbe und -profile aus rund 60 Spezialglasarten an, die in den Bereichen Pharmazie, Elektronik, Industrie- und Umwelttechnik zum Einsatz kommen. (lnz)

Lamberts-Glaskunst

Das besondere Flair der Glashütte spiegelt sich im Produkt wider: In der Halle mit der denkmalgeschützten Dachkonstruktion stellen Lamberts-Mitarbeiter Flachglas in traditioneller handwerklicher Fertigung her. Das Verfahren ist mittlerweile als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Die Produkte – in 5000 Farben und Schattierungen – sind in weltlichen und sakralen Bauten verwendet, etwa in der Dresdner Frauenkirche, im Kölner Dom wie in feudalen U-Bahn-Stationen in Asien sowie in der Kathedrale von Brasília. (pz)

Plankstettener Wurst und Brot

Das Benediktinerkloster Plankstetten ist einer der kulturellen Anziehungspunkte im Altmühltal. 1806 säkularisiert, wurde es 1904 wiedergegründet. Zum Kloster gehört eine Landwirtschaft, die sich über die Region hinaus einen Namen gemacht hat – durch die ökologisch-biologische Wirtschaftsweise, streng nach den Bioland-Richtlinien. Das Kloster hat eine eigene Bäckerei und eine eigene Metzgerei. Die Produkte – Brote, Laugengebäck, Kekse sowie verschiedene Schinken- und Wurstsorten – gibt es nicht nur im Klosterladen, sondern auch online. (bm)

Krones-Maschinen

Millionen von Flaschen, Dosen und anderen Behältern werden weltweit jeden Tag von Maschinen befüllt, die in der Oberpfalz entwickelt und produziert wurden: Krones beschäftigt mittlerweile weltweit über 13 300 Mitarbeiter, Stammsitz ist Neutraubling, Zweigwerke gibt es unter anderem in Nittenau (Kreis Schwandorf) und ein Tochterunternehmen in Wackersdorf. Wer gleich eine komplette, schlüsselfertige Brauerei errichten lassen will, findet in dem Konzern ebenfalls den richtigen Partner. 2015 setzte das Unternehmen knapp 3,2 Milliarden Euro um. (ch)

Linn Eschenfelden

Breites Expertenwissen ist der starke Trumpf von Linn High Therm aus Eschenfelden (Gemeinde Hirschbach im Kreis Amberg-Sulzbach). Das Familienunternehmen ist spezialisiert auf die Produktion von elektrisch beheizten Öfen. LHT setzt seit 45 Jahren auf Innovation und stetige Verbesserung. Über 90 registrierte Patente unterstreichen die eingeschlagene Marschrichtung. Linn beliefert Industrien von Keramik bis Chemie direkt oder über Partner. (oy)

Bayernhymne

G-H-D-D-C-H-A-G: Mit diesen Tönen beginnt eine kleine Melodie in G-Dur, ein kompositorischer Geniestreich: Konrad Max Kunz, Schwandorfer Türmer-Sohn und am 29. April 1812 im Blasturm geboren, hat sie 1860 geschrieben und ein Gedicht von Michael Öchsner vertont: „Gott mit dir, du Land der Bayern“. Seit einem Landtagsbeschluss 1952 ist die eingängige Melodie die Hymne des Freistaats. Wer sie hören will, hat nicht nur im Rundfunk Gelegenheit: Ein Glockenspiel, geschaffen von Künstler Peter Mayer für seine Heimatstadt, spielt die Hymne täglich um 11 und 17 Uhr auf dem Schwandorfer Marktplatz. (ch)

Waschechter Bayer

Geschäftsführerin Anna Osterhage „wollte immer ein Produkt mit sehr viel Urgefühl“. Mit T-Shirts hat alles angefangen beim Amberger Modelabel „Waschechter Bayer“. Die bunten Löwen-Motive auf weißem Grund wurden in Kirwa-Kreisen ein Renner. Die Kooperation mit dem Oktoberfest-Fanshop vergrößerte die Reichweite. Längst ist der bayerische Leo nicht mehr allein: Zum handgestrickten Babyschühchen gesellen sich auch Trachten-Hoodie, Bayern-Strampler und ein Weißbier. Waschechter Bayer heißt die Marke übrigens nur im Freistaat. Nicht-Bayern können die Produkte unter dem Kürzel WBY kaufen. Seit 2016 auch in einem Online-Shop. (eik)

Ziegler-Erden

Wo auch immer in Deutschland sich Gartenliebhaber mit Erde versorgen, mit größter Wahrscheinlichkeit stammt sie aus dem kleinen Ort Stein bei Plößberg. Ziegler liefert heute für alle großen Marken die gewünschte Ware. Dabei ist das millionenschwere Unternehmen eher aus Verlegenheit entstanden. Sägewerk und Landwirtschaft der Familie waren schon an die älteren Brüder vergeben, da musste sich Gregor Ziegler etwas Eigenes schaffen. Mit einem Lastwagen fuhr er Rindenabfälle ab. Bis ihm vor 25 Jahren die zündende Idee kam: Wertloser Abfall lässt sich zu wertvollem Rohstoff veredeln. 350 000 Europaletten voll davon verlassen jedes Jahr das Werk in Stein. (bz)

Böhmischer und Magenwächter

Der Böhmische Wind lässt einen frösteln. „Der Böhmische“ aus dem Weinhof Peschke dagegen heizt innerlich ein: mit eiskalten 46 Prozent. Der würzige Klare kommt aus Weiden. Hergestellt wird er in der Destillerie des Weinhofs Peschke, die seit 1924 besteht. Hauptbestandteil ist Zwetschgenwasser. Viele Oberpfälzer sind Weltbürger, doch nicht überall sind die kulinarischen Gepflogenheiten mit den an sich robusten Mägen kompatibel. Ein „Stoapfälzer Magenwächter“ aus dem Hause Peschke gehört für manche deshalb ebenso ins Reisegepäck wie Socken oder Zahnbürste. Der 37-prozentige Kräuterlikör erfüllt natürlich auch daheim seine Schutzfunktion. (ps/man)

Irlbacher-Glas

Durchblick und Design: „Irlbacher Blickpunkt Glas“ ist ein weltweit agierendes Familienunternehmen, das seit über 70 Jahren Rohglas veredelt. Dabei ist es egal, ob dieses später in Leuchten, Sanitärarmaturen oder der Gebäudetechnik landet. Auch Maschinenbauer und Forscher schätzen das Glas aus der Oberpfalz. Für ein gläsernes Herd-Bedienfeld gab es 2009 den Innovationspreis des Mittelstandes, und auch die gebogenen Abdeckungen der Beleuchtung des Reichstagsgebäudes in Berlin stammen aus Schönsee. (ptr)

Wernberger Konserven

Erste, zweite oder doch lieber dritte Wahl? Für welche Klasse sich Kunden bei Champignons, Mischpilzen und Stockschwämmchen entscheiden, Wernberger Konserven haben die gewünschte Ware. Seit Jahrzehnten beliefert die Bruno Koch GmbH aus Wernberg-Köblitz die Lebensmittelbranche mit Qualität in Dosen. Damit hat sie sich über die Grenze Deutschlands einen Namen gemacht und zählt Unternehmen aus Österreich und Italien zu seinen Kunden. Qualität zahlt sich aus, ob bei erster, zweiter oder dritter Wahl. (esm)

Frankreichs Nationalhymne

„Allons enfants de la Patrie, Le jour de gloire est arrivé!“: Diese berühmten Zeilen der Französischen Nationalhymne hat jeder schon einmal gehört. Was die wenigsten wissen: Sie ist untrennbar mit einem Oberpfälzer verbunden: Johann Nikolaus Graf Luckner, dem sie gewidmet ist. Er wurde am 12. Januar 1722 in Cham geboren. Beim Ausbruch der Französischen Revolution trat er 1790 in die Dienste der Nationalversammlung und wurde ein Jahr später zum Marschall von Frankreich ernannt. 1792 übergab man ihm den Oberbefehl über die Rheinarmee. In dieser Eigenschaft wurde ihm zu Ehren am 26. April 1792 die Marseillaise komponiert. Luckner wurde 1794 durch das Revolutionstribunal hingerichtet. Im Cham ertönt das Lied täglich vom Glockenspiel am Marktplatz. (sv)

Gerresheimer

Mit Knöpfen und dem „Erdal-Frosch“ begann das Pfreimder Familienunternehmen Wilden vor rund 60 Jahren die Kunststoffproduktion, doch schnell verlegte man den Schwerpunkt auf die Pharmaindustrie. Dazu passte Gerresheimer: Seit 2007 gehört Wilden zum Großkonzern. Der Global Player entwickelt und produziert für die Pharmaindustrie Messgeräte, Insulin-Pens, Komponenten für nadellose Spritzensysteme, Küvetten und Lanzetten. Mehr als 100 Millionen Inhalatoren für die Behandlung von Atemwegserkrankungen stellt Gerresheimer jährlich her. Auf 110 Spritzgussmaschinen und 38 vollautomatischen Montagelinien werden sieben Tage pro Woche rund um die Uhr Kunststoffsysteme produziert. (cv)

KerAion-Platten Buchtal

Seit Jahrzehnten werden Gebäude in aller Welt erfolgreich mit Fassaden-Systemen von Agrob-Buchtal aus Schwarzenfeld-Schmidgaden bekleidet. Für KerAion spricht dabei neben den Vorzügen des keramischen Materials die ausgereifte Technik: KerAion-Fassaden sind normgerecht, zulassungskonform und dank praktisch unbegrenzter Lebensdauer sehr wirtschaftlich. Mit einer ausgewogenen Farbskala und unterschiedlichen Formaten bis hin zu objektspezifischen Sonderfertigungen verleihen die Fassaden-Systeme großflächigen Baukörpern einen individuellen ästhetischen Ausdruck. In den 1970er-Jahren präsentierte das Buchtal-Werk als Weltneuheit die keramische Großplatte „KerAion“, die bis zu zwei Quadratmeter groß sein kann. An Prestige-Objekten fernöstlicher und amerikanischer Staaten ist sie längst genauso zu sehen wie an Zweckbauten in fast ganz Europa. (am)

Leistritz

„Rotation – Die Bewegung, die uns seit 1905 verbindet.“ Das weltweit agierende Unternehmen Leistritz beschäftigt etwa 1800 Mitarbeiter und stützt sich auf die vier Geschäftsbereiche Turbinen-, Pumpen-, Extrusions- und Produktionstechnik. In vielen Dingen des täglichen Lebens steckt Leistritz: Die Kraftstoffzufuhr vieler bekannter Automarken wird durch eine Leistritz-Schraubenspindelpumpe gewährleistet. In Triebwerken etlicher Flugzeuge rotieren Leistritz-Schaufeln. Der Kunststoff, aus dem Spielzeug oder Gartenmöbel hergestellt sind, wird auf einem Doppelschnecken-Extruder von Leistritz aufbereitet. Auch am Pleysteiner Standort werden die Mitarbeiter weiter rotieren und für ihr Unternehmen in Bewegung bleiben. (ck)

Hosen Hiltl

An der Philosophie des Gründers Fritz Hiltl hat sich nichts geändert: „Wir wollen nicht die Größten sein, sondern die Besten!“ Seit 1955 genießt die Hosenmarke Hiltl aus Sulzbach-Rosenberg einen hohen Stellenwert. Mittlerweile hat sich der Betrieb zu einem internationalen Premium-Hersteller für Männerhosen entwickelt. Hiltl feierte im Jahr 2015 60-jähriges Firmenjubiläum. Heute werden pro Jahr über eine halbe Million auserlesener Hosen in über 40 Länder der Welt verschickt. (oy)

Goldsteig Käse Cham

Kabarett und Käse: Bei der Käserei Goldsteig in Cham geht das zusammen. So macht Monika Gruber, bekannt unter anderem durch ihre Soloprogramme auf den Kabarettbühnen Deutschlands und ihren Auftritten in der TV-Serie „München 7“, derzeit Werbung für das Unternehmen. Goldsteig verarbeitet Milch von mehr als 3300 Lieferanten. Die Produktpalette reicht von Mozzarella, Emmentaler, Schnittkäse, Camembert, Limburger bis hin zu Butter, Ricotta und Mascarpone. Produziert wird nicht nur in Cham sondern auch in Niederbayern. (bm)

Seidl-Confiserie Laaber

Den süßesten Smiley der Oberpfalz gibt es in der Schokoladenfabrik an der Autobahnausfahrt Laaber (A 3 Regensburg–Nürnberg). Seit über 25 Jahren produziert die Seidl Confiserie Schokoladen, Pralinen und viele andere Knabbereien und verführt zum kurzen Stopp im „Café der Illusionen“. Wenn die zwei riesigen Elefanten mit den Ohren wackeln, ist die Genussexpedition wieder einmal von Erfolg gekrönt. Übrigens: Die exklusiven Seidl-Macadamia-Nüsse versüßen auch den Bundespresseball. (ptr)

AOVE

Vier Buchstaben sind zu einem Aushängeschild der Oberpfalz geworden: Die Arbeitsgemeinschaft Obere Vils/Ehenbach (AOVE) gilt als eines der erfolgreichsten Projekte zur Regionalentwicklung in Bayern. 1996 haben sich neun Nachbargemeinden im Landkreis Amberg-Sulzbach zu diesem kommunalen Bündnis zusammengeschlossen, um der Kirchturmpolitik ein Ende zu bereiten. Folge: Ein neues Wir-Gefühl, zig Millionen an Fördergeldern und Vorbild für ganz Bayern. Die AOVE gilt als Markenzeichen für interkommunale Zusammenarbeit. (upl)
Weitere Beiträge zu den Themen: Oberpfalz (141)70 Jahre DnT (33)
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