Abschusspläne vor Ort regeln

Trophäenschauen wie die bei der Jahresversammlung der Hegegemeinschaft Speichersdorf haben sowohl in den Augen des Gesetzgebers als auch den von Rudi Adler ihre Berechtigung. Der Vertreter der Unteren Jagdbehörde, Heinrich Dumproff (rechts), hatte deren Sinn hinterfragt. Bild: hia
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Bayern
22.04.2016
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Dem Ansinnen des Ehrenvorsitzenden des Bayerischen Jagdverbandes, Heinrich Dumproff, Trophäenschauen abzuschaffen (wir berichteten), erteilte Rudi Adler in der Jahresversammlung der Hegegemeinschaft Speichersdorf eine Absage. Rehwildhegeschauen bei solchen Versammlungen seien gesetzlich vorgeschrieben.

Speichersdorf/Bayreuth. Der Landkreis stehe hinter der jagdlichen Tradition, erklärte der Chef der Unteren Jagdbehörde. Es sei wichtig sich auszutauschen, die Jagdsituation im Hegering dadurch immer wieder neu zu beurteilen und die Früchte der Arbeit zu präsentieren. "Mit Trophäenkult hat das nichts zu tun", betonte Adler. Die Schauen hätten solange eine Daseinberechtigung wie das Ganze von der Jägerschaft ernst genommen werde.

"Noch nie so umgesetzt"


Eine klare Absage erteilte Adler auch dem Ansinnen der Regierung, verbindliche Vorgaben zu machen, wie die Abschussplanung auszusehen habe. Diese solle bis auf den Prozentsatz festgeschrieben werden. "Das haben wir so noch nie umgesetzt. Das gilt es auszuverhandeln." Auch wenn die Reviere noch andere Sorgen hätten, sei es wichtig, diese Verantwortung für den Zustand der Wälder gegenüber künftigen Generationen wahrzunehmen. Nach Jagdrecht gelte es, den dreijährigen Abschussplan zu regeln, damit der Schutz vor Wildschäden gewahrt und ein artgerechter Wildbestand erhalten bleibe. Der daraus abgeleitete Vorrang Wald vor Wild werde im Landkreis nicht so extrem gesehen. Wald und Wild, Feld und Flur gehörten in Einklang. "Auch in der Schöpfungsordnung sei nichts übereinander gestellt", meinte Adler. Deshalb werde das Forstgutachten mehr als Empfehlung als als eine verbindliche Vorgabe angesehen. Besonderer Wert werde auf die Meinung der Jagdvorsteher gelegt.

Deshalb werden deren Abschussplanvorschläge in der Regel von der Unteren Jagdbehörde bestätigt. Diese Eigenverantwortung dürfe nicht abgeschafft werden. Adler sah sich darin bestätigt, dass durch dieses einvernehmliche Miteinander der Landkreis um Einiges besser dastehe als die gutachtlichen Aussagen über ganz Bayern und Oberfranken. Zwei Drittel der Reviere seien günstig bewertet. In Oberfranken nicht einmal die Hälfte. Adler wünschte sich ein tragbares Ergebnis wie vor drei Jahren. Dann werden die Abschlussplanvorschläge bestätigt, kündigte er an.

Dieter Schumann, der mit Martin Zimmermann an der Spitze des Hegerings steht, dankte den Jägern für die waidgerechte Bejagung der Reviere, für den sorgsamen Umgang mit der Natur und die Hegemaßnahmen. Da es für die Qualität der Jagd eines angemessenen Wildbestandes bedarf, erhoffte sich der Vorsitzende Konsens bei den Abschusszahlen.

Die Abschussplanung zu besprechen und sich zu verständigen sei notwendig, betonte Bürgermeister Manfred Porsch. Er wünschte sich, dass sich die Probleme mit den Staatsjagden moderat halten. Die Klagen der Jäger über den Freizeitsport seien immer eine Gradwanderung. (Kurz notiert)
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