Amberger Gymnasiasten experimentieren mit Tablets
Wissen mit einem Wisch: Touchscreens im Unterricht

Die GMG-Schüler präsentierten auf der Didacta ihr Projekt zum Thema "Digitale Musikproduktion". (Foto: hfz)
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Bayern
09.12.2015
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Smartphones und Tablets sind die Schweizer Taschenmesser der heutigen Jugend. Aus dem Alltag sind die technischen Hilfsmittel kaum mehr wegzudenken. Da stellt sich die Frage, ob diese Dinge nicht intensiver in den Schulalltag integrieren werden sollten.

Das Amberger Gregor-Mendel-Gymnasium (GMG) hat es ausprobiert und „sechs Wochen lang mit einer ‚digitalen Premiumausstattung‘ experimentiert“. Konkret heißt das: Die Schüler der Klasse Q11 haben ein Musikproduktions-Projekt im Zuge der Initiative „Digitale Bildung neu denken“ mithilfe von bereitgestellten Tablets realisiert. Das Projek präsentierten die Gymnasiasten auf der Didacta, der europaweit größten Bildungsmesse. Grundidee war, jedem Schüler Einblicke in die Bereiche digitale Musikproduktion, Recording (also übersetzt Aufnahme) und Songwriting (Liedschreiben) zu geben.

Dabei produzierten die Elftklässler ein Musikvideo:



Das GMG ist den neuen Medien gegenüber aufgeschlossen. Schulleiter Peter Welnhofer sagt: "An den mobilen Computern führt kein Weg mehr vorbei." Trotzdem gelten für die Gymnasiasten Regeln. In den Pausen und im Unterricht sind die Smartphones auszuschalten. Welnhofer will die Geräte lieber für eine "kreative Anwendung" genutzt wissen. Ein Problem hat der Rektor hingegen damit, wenn Ergebnise den Schülern fix und fertig präsentiert werden und "dadurch der Denkvorgang wegfällt". Also, wenn zum Beispiel Manuskripte in Clouds (onlinebasierte Speicher- und Serverdienste) bequem zum Download landen.

Lehrer Andreas Billner, der das Projekt betreute, sieht in den Tablets und Smarthphones ganz neue Möglichkeiten. Schüler David Weiß sagt sogar: "In Hefte schreiben ist schon ziemlich veraltet." Tablets für die ganze Schule sind für Schulleiter Welnhofer schlicht nicht finanzierbar. Dennoch sagt er: "Wir können uns der gesellschaftlichen Entwicklung nicht verschließen."

Über ihre Erfahrungen während des Projektes, die Vor- und Nachteile der Tablets im Unterricht und wie die Geräte in der Schule künftig genutzt werden könnten, sprachen Schüler, Lehrer und Direktor:



GesetzeslageBayern fährt eine klare Linie, was den Umgang mit Smartphones und Co. an der Schule angeht. Im Bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) heißt es: „Im Schulgebäude und auf dem Schulgelände sind Mobilfunktelefone und sonstige digitale Speichermedien, die nicht zu Unterrichtszwecken verwendet werden, auszuschalten.“

Lehrer können zwar eine Ausnahme gestatten, aber auch „bei Zuwiderhandlung ein Mobilfunktelefon oder ein sonstiges digitales Speichermedium vorübergehen einbehalten“. Trotzdem sind Tablets und Smartphones in den Klassenzimmern nicht ganz verboten. Im Gesetzestext heißt es auch: „Um eine unterrichtsgemäße und pädagogisch sinnvolle Verwendung ‚neuer Medien‘ nicht zu beeinträchtigen, beschränkt sich das Nutzungsverbot für die sonstigen digitalen Speichermedien darauf, dass die betreffenden Medien zu anderen als Unterrichtszwecken benutzt werden.“ Klingt komplex, heißt aber nichts anderes als: Wenn der Lehrer es erlaubt und wünscht, sind die Elektronik-Geräte für Projekte und Unterrichtsstunden erlaubt.
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