Anwalt und soziales Gewissen

Acht Stelen stehen am Vaterunserweg. Bild: privat
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Bayern
21.07.2016
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110 Jahre Kolpingsfamilie, 70 Jahre Sühnekreuz nahe des 24-Örter-Steins und 10 Jahre Vaterunserweg. Die Kolpingsfamilie Marktredwitz hat allen Grund zu feiern.

Marktredwitz. Das Jubiläum eröffnet am Samstag, 23. Juli, eine Andacht um 17.30 Uhr am Beginn des Vaterunserwegs. Um 18 Uhr findet beim Kreuz in der Nähe des 24-Örter-Steins ein Gottesdienst statt, musikalisch umrahmt von der Jugendblaskapelle Reuth. Anschließend wird in der Pfarrei Herz Jesu weiter gefeiert - bei Rawetzer Bier, Steaks und Bratwürsten vom Grill. Die Jugendblaskapelle Reuth gestaltet auch den Abend musikalisch. "Anfangen ist oft das Schwerste, aber treu bleiben das Beste", so formulierte es Gesellenvater Kolping vor über 170 Jahren. Die Kolpingsfamilie Marktredwitz hat es geschafft, über 110 Jahre trotz der Wechselfälle der Geschichte ihre Gemeinschaft zu bewahren und mit Leben zu erfüllen. Jede Kolpingsfamilie bildet eine Zelle des weltumspannenden Kolpingwerkes mit über 400 000 Mitgliedern in 60 Ländern der Erde. Allein in Deutschland gibt es 2500 Kolpingsfamilien. Im Mittelpunkt: der Mensch. "Wir sind eine Weggemeinschaft über Generationen hinweg. Bei uns findet Jung und Alt einen Platz. Lernen und Bildung sind ein wesentliches Merkmal unseres verbandlichen Wirkens und Handelns", informiert der Marktredwitzer Kolping-Vorsitzende Martin König. "Wir sind Anwalt für Familien. Wir gestalten die Arbeitswelt mit und die sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragen fordern unser gesellschaftspolitisches Engagement." Nicht in großen spektakulären Aktionen, sondern in der Beharrlichkeit des Tuns liege das Geheimnis für eine lange erfolgreiche Arbeit.

Hilfsprojekte


Die Kolpingsfamilie habe in Marktredwitz immer wieder Zeichen gesetzt und ihren sozialen Einsatz gezeigt. Es wurden Spielgeräte für Kindergärten gebaut, der Kinderspielplatz am Sterngrund errichtet. Über Jahre hinweg hat man eine Gemeinde in Polen unterstützt. Durch Altkleidersammlungen werden sowohl soziale Projekte in Brasilien gefördert, als auch die Familienferienstätte Lambach und das Jugendwohnheim in Regensburg. "Im vergangenen Jahr konnten wir einem behinderten Menschen in Sao Paulo ein menschenwürdiges Dasein ermöglichen und vor Kurzem unterstützten wir Familien in Simbach, die durch das Hochwasser ihr Hab und Gut verloren."

Vor 70 Jahren wurde das erste Kreuz an der ehemaligen Thingstätte in der Nähe des 24-Örter-Steins errichtet, das jedoch im gleichen Jahr wieder beseitigt wurde. Im Jahr darauf wurde ein neues Kreuz erstellt und immer wieder erneuert. 2001 wurde das jetzige Kreuz aus Edelstahl aufgestellt. "Vom Naherholungsgebiet aus führt seit 2006 der Vaterunserweg mit acht Stelen, in denen die Vaterunser-Bitten den Fußgänger in deutscher und tschechischer Sprache begleiten, zum Kreuz hinauf." Dazu gibt es meditative Texte und am Wegrand einige Bänke, um sich besinnlich auf den Weg zu machen und die Aussicht über das Fichtelgebirge zu genießen. Oben am Kreuz erinnert ein Redwizit an einen Satz Adolph Kolpings: "Was die Erde nicht bieten kann, das findet der Christ unter dem Kreuz".
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