Aufsteiger im Zukunftsatlas

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Bayern
24.10.2014
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Der Landkreis Kelheim ist gut aufgestellt. Die Gegend hat sich zu einer Aufsteigerregion in Bayern entwickelt, was nicht zuletzt auch die positive Bewertung im Zukunftsatlas des Wirtschaftsforschungs- und Beratungsunternehmens Prognos bestätigt.

Die Zukunftschancen sind rosig: Das renommierte Schweizer Institut Prognos sieht den Landkreis Kelheim im Vergleich von 402 untersuchten Landkreisen und kreisfreien Städten in der Bundesrepublik auf einem respektablen 42. Platz. Eine - im Bundesvergleich sehr seltene - prognostizierte positive demografische Entwicklung und die wunderschöne Natur sorgen für ein hohes Maß an Lebensqualität.

Zugang zum Weltverkehr

Dazu trägt auch die sehr niedrige Arbeitslosenquote bei: Im August waren nur 2,7 Prozent der Erwerbstätigen im Landkreis ohne Arbeit. Das i-Tüpfelchen für den Aufschwung der Kreisstadt selbst bildete die Eröffnung des Main-Donau-Kanals im Jahr 1992, mit der Kelheim unmittelbaren Zugang zum Weltverkehr gewann: Schließlich verbindet er den Verkehr zwischen allen Häfen der Nordsee bis zum Schwarzen Meer und ist somit ein wichtiger Bestandteil der regionalen Infrastruktur.

Die wirtschaftliche Struktur der Stadt wird vor allem durch den Dienstleistungssektor geprägt. So sind rund zwei Drittel der Arbeitnehmer am Arbeitsort Kelheim im tertiären Sektor beschäftigt. Etwa 34 Prozent aller Beschäftigten waren 2013 bei öffentlichen und privaten Dienstleistern tätig, weitere 14,3 Prozent arbeiten bei sogenannten Unternehmensdienstleistern. Somit arbeitet knapp die Hälfte aller Arbeitnehmer in Kelheim in der Dienstleistungsbranche - mit 30,7 Prozent dagegen nur wenige im produzierenden Gewerb. Immerhin jeder fünfte Arbeitsplatz (20,5 Prozent) ist in der vom Tourismus geprägten Branche "Handel, Verkehr und Gastgewerbe" angesiedelt. Bedeutende Unternehmen sind Kelheim Fibres, die Dolan GmbH, die PCO AG, die A. & C. Kosik GmbH und die Heidrive GmbH.

Die private Weißbierbrauerei " Weisses Bräuhaus Georg Schneider & Sohn GmbH" wurde 1872 gegründet und ist das älteste noch existierende Weißbierbrauhaus Bayerns. Im nahen Kloster Weltenburg ist gar die älteste Klosterbrauerei der Welt zu Hause, die bereits um 1050 in Handschriften erwähnt wurde. Nicht das flüssige Gold Bier, sondern das schwarze Gold Öl war laut Bürgermeister Thomas Reimer in Neustadt an der Donau "die Initialzündung für die erfolgreiche wirtschaftliche und industrielle Entwicklung". 1964 wurde die Raffinerie errichtet.

Die Eigentümerin, die Bayernoil GmbH, die im Auftrag anderer Unternehmen hauptsächlich Treibstoffe und Heizöl produziert, konnte heuer 50-jähriges Bestehen feiern. Dieses Jubiläum feierte Bayernoil zusammen mit der Stadt unter anderem mit der internationalen Kunstausstellung "Ölspur" auf dem Gelände der Erdölraffinerie. Gerade für die Stadt ist das runde Jubiläum ein Grund zur Freude, denn ohne die Ansiedlung würde Neustadt heute sicherlich anders aussehen. Ein halbes Jahrhundert danach leistet der Industriestandort mit über 8000 der insgesamt 34 000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen im gesamten Landkreis einen ganz wichtigen Beitrag zu der hohen Beschäftigungsquote.

Größter Arbeitgeber

Größter Arbeitgeber im Landkreis ist die Samvardhana Motherson Peguform (SMP), ein führender Spezialist für Interieur- und Exterieurbaugruppen in der Automobilindustrie. Kunststoffteile. Die Produkte von SMP, finden sich fast in jedem Auto oder Nutzfahrzeug wieder.

Zu den weiteren bedeutenden Unternehmen Neustadts zählen die Firma Behr, Johnson Controls, Covidien, Scheugenpflug, Wiesmayer, Kirson und Intertec-Hess sowie die Reng Gruppe: Das Familienunternehmen, Spezialist für Elektrotechnik, mit seinen 300 Mitarbeitern eröffnete kürzlich einen neuen Standort in Regensburg-Burgweinting - ein Beispiel für die fortschreitende Vernetzung Kelheims und gerade des dort ansässigen starken Mittelstandes mit den angrenzenden Oberzentren.
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