Auto kippt auf die Seite - Unfallopfer hat mehrere Schutzengel
Kinder leisten beherzt Hilfe

Nach der Bergung des Fahrers kippten Feuerwehrmänner und -frauen den Unfallwagen wieder auf die Räder. Bild: fph
Vermischtes BY
Bayern
19.08.2016
3061
0

Marktredwitz. Auf der Fahrt in der Rößlermühlstraße in Richtung Schwimmbad streift ein 67-jähriger Marktredwitzer am Mittwoch gegen 17 Uhr mit seinem Dacia einen am Straßenrand geparkten Wagen. Der Grund ist noch nicht bekannt. Aber es kommt beinahe zur Katastrophe: Das Auto des Mannes kippt auf die Seite und droht auf dem Dach zu landen.

So wie Polizeibeamte und Mitglieder der Feuerwehr den Fall schildern, hatte das Unfallopfer mehrere Schutzengel, die ihm zu Hilfe kamen. Mit dabei ein halbes Dutzend Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren. "Die Mädchen und Buben spielten am Skateplatz, als sie mitbekamen, dass das Auto das geparkte Fahrzeug streifte. Geistesgegenwärtig sind sie zur Straße gerannt, haben die hölzernen Begrenzungspfosten des Parkplatzes herausgerissen und das Auto gestützt, damit es nicht auf das Dach kippt", berichtet ein Feuerwehrmann, der zufällig kurz darauf an den Unfallort kam. Inzwischen hatten die etwa sechs bis acht Kinder die Polizei verständigt und kümmerten sich um den im Wagen sitzenden Mann, der offenbar einen Schock erlitten hatte.

"Warum der 67-Jährige den Wagen gerammt hat, ist nicht bekannt. Zeugen haben berichtet, dass er ziemlich langsam unterwegs war. Daher ist eine medizinische Ursache oder ein Fahrfehler möglich", sagt einer der Polizeibeamten, die sich um den Unfall kümmerten.

Professionelle Arbeit


Die Marktredwitzer Feuerwehr traf innerhalb weniger Minuten in der Rößlermühlstraße ein und sicherte mit professionellem Gerät den Wagen. Danach schnitten sie die Frontscheibe des Dacias auf und befreiten den hilflosen Mann anschließend aus seinem Fahrzeug. Obwohl er keine offensichtlichen Verletzungen hatte, wurde er sofort ins Klinikum gebracht.

Die Kinder durften sich ein dickes Lob von Feuerwehr und Polizei einheimsen, zogen es anschließend aber vor, wieder zum Spielen zu gehen. Da das angrenzende Freibad am Mittwochnachmittag proppenvoll war, strömten schnell Schaulustige an den Unfallort. Die Arbeit von Polizei und Feuerwehr wurde dadurch aber nicht behindert.

Die Polizei schätzt den Schaden an den beiden Autos auf insgesamt etwa 10 000 Euro. Der am Straßenrand geparkte Wagen wurde übrigens durch die Wucht des Aufpralls circa 20 Meter weit in den Straßengraben bugsiert. "Es war sicherlich nicht ungefährlich, was die Kinder unternommen haben. Das Auto hätte immerhin trotzdem kippen und jemanden verletzten können. Dennoch: Sie sind wahre Helden", lobt einer der Feuerwehrmänner die Skater.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.