Bamberger Gruppe der „Weißen Wölfe Terrorcrew"
Prozess gegen Rechtsextreme

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Bayern
29.09.2016
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Bamberg. Sie sollen Anschläge auf Flüchtlingsheime geplant haben: Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat Anklage gegen drei Männer und eine Frau aus dem rechtsextremen Spektrum wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung erhoben. Die Beschuldigten (22 bis 37) sollen eine Untergruppe der inzwischen verbotenen rechten "Weiße Wölfe Terrorcrew" in Bamberg gegründet haben, wie Behördensprecher Christopher Rosenbusch am Mittwoch sagte. Gegen neun weitere Verdächtige wird noch ermittelt.

Bei einer Razzia im Oktober 2015 hatte die Polizei zwölf Wohnungen in Ober- und Mittelfranken durchsucht und dabei kistenweise explosives Material sowie Waffen und rechtes Propagandamaterial sichergestellt, etwa eine große Hakenkreuzfahne. Laut den Ermittlungen wollten die Beschuldigten Sprengsätze in Bamberger Unterkünfte für Flüchtlinge und ins Abschiebezentrum für Asylbewerber aus Balkanländern werfen. Die Gruppe hatte sich dafür pyrotechnisches Material aus Osteuropa bestellt, darunter gefährliche "Kugelbomben". Die Staatsanwaltschaft stuft die Beteiligten als gewalttätig ein. Sie sei von "rechtsextremem Gedankengut und dem Kampf gegen linke Gruppen, Ausländer und Asylbewerber geprägt". Der Gruppe wird zudem ein Anschlag auf einen Treffpunkt des linken Spektrums 2015 in Bamberg vorgeworfen. Menschen waren dabei nicht verletzt worden.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte den rechtsextremen Verein "Weiße Wölfe Terrorcrew" im März verboten. Verfassungsschützer hatten die Gruppe schon seit längerem im Blick. Der Verein bekannte sich offen zum Nationalsozialismus und wollte laut de Maizière eine Diktatur nach diesem Vorbild errichten - mit allen Mitteln.
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