Bayerisches Rotes Kreuz plant Beratungsstelle
Nachhaltige Hilfe für Flutopfer

Viele Geschädigte durch das Hochwasser brauchen Unterstützung. Besonders Alleinstehenden und älteren Menschen will das Bayerische Rote Kreuz mit einer Beratungsstelle zur Seite stehen. Bilder: dpa
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Bayern
21.06.2016
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Viele verloren ihr Hab und Gut, manchem Opfer riss die Flut buchstäblich die eigenen vier Wände weg. Die Folgen der Hochwasserkatastrophe in Niederbayern werden lange zu spüren sein. Das BRK rechnet mit Jahren - und handelt.

Pfarrkirchen. Mit einer Beratungsstelle will das Bayerische Rote Kreuz (BRK) vor allem älteren und alleinstehenden Opfern der Flutkatastrophe im niederbayerischen Kreis Rottal-Inn helfen. Dazu wird in der am stärksten betroffenen Stadt Simbach am Inn eine Anlaufstelle eingerichtet, wie BRK-Präsident Theo Zellner am Montag in Pfarrkirchen ankündigte. Auch in umliegenden Dörfern werde von den vier dafür abgestellten Mitarbeitern materielle und ideelle Hilfe angeboten. "Die Maßnahme muss, um nachhaltige Wirkung zu entfalten, drei Jahre fortgeführt werden", erläuterte BRK-Kreisgeschäftsführer Herbert Wiedemann.

500 Menschen gerettet


Bei dem verheerenden Hochwasser waren Anfang Juni sieben Menschen ums Leben gekommen und Schäden in Milliardenhöhe entstanden. Mehr als 150 Menschen wurden aus akuter Lebensgefahr gerettet. Über 500 Betroffene wurden in teils spektakulären Einsätzen mit Booten oder Hubschraubern aus ihren Häusern, von Dächern und Baumkronen geholt. "Die Dramatik dieser Situationen hat und wird die Menschen weiter verändern, und dieser Weg muss begleitet werden", sagte Wiedemann.

Alleinstehende unterstützen


Die Betreuer sollen in den nächsten Monaten vor allem zu alleinstehenden Flutopfern gehen und herausfinden, wo Hilfe am nötigsten ist. Dann solle Betroffenen etwa beim Ausfüllen von Anträgen für staatliche Zuwendungen geholfen werden. Andere bräuchten Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Wohnung. Zudem will die Beratungsstelle die ärztliche und seelsorgerische Betreuung von Flutopfern koordinieren.

Das BRK finanziert das Projekt aus Spenden des Deutschen Roten Kreuzes. BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk will aber einen Antrag ans Sozialministerium zur Mitfinanzierung stellen.

Unterdessen begannen Mitarbeiter des Landratsamtes am Montag damit, die Schäden in den Haushalten zu erfassen. Sie läuten an Türen und ermitteln mit Hilfe eines zweiseitigen Fragebogens die Höhe des jeweiligen Schadens. Es handle sich lediglich um eine grobe Erfassung, erläuterte ein Behördensprecher. Die Aktion diene dazu, die Bearbeitung der Förderanträge zu erleichtern.
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