Behandlungsfehler durch Ärzte
AOK fordert Zentralregister

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Bayern
11.05.2016
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Nürnberg. Fast 500 Behandlungsfehler hat die AOK in Bayern im vergangenen Jahr bei ihren Versicherten registriert. Täglich sind das 1,3 Fälle, wie die Krankenkasse am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Am häufigsten passieren demnach Fehler in der Chirurgie, der Orthopädie und der Zahnmedizin sowie der Kieferchirurgie. Auf alle gesetzlich Krankenversicherten im Freistaat hochgerechnet könne man von rund 1200 Fällen jährlich ausgehen, sagte Dominik Schirmer, Bereichsleiter Verbraucherschutz bei der AOK. Dies seien 3,4 Fälle pro Tag. "Das ist eine Zahl, die erschreckt", sagte Schirmer. Seit dem Jahr 2000 hat die Kasse rund 5200 Behandlungsfehler gezählt und knapp 35 000 Versicherte wegen eines vermuteten Behandlungsfehlers kostenlos beraten.

Aus Fehlern lernen


Die AOK wolle aus diesen Zahlen Lehren ziehen und solche Vorfälle künftig vermeiden. Bisher würden Behandlungsfehler oft tabuisiert und als individuelles Versagen gebrandmarkt, anstatt aus ihnen zu lernen. "Wir brauchen daher auch dringend ein bundeseinheitliches Zentralregister für Behandlungsfehler", forderte Schirmer. Es sei nicht sinnvoll, dass Ärztekammern, Krankenkassen und Gerichte hier unterschiedlich zählten. Um den Betroffenen zu helfen, müsse zudem ein Teil der Beweislast zu den Ärzten wandern. Mit etwa 4,3 Millionen Versicherten ist die AOK Bayern die größte Krankenkasse im Freistaat. Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) teilte mit: "Jeder Behandlungsfehler ist einer zu viel."
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