Bergwaldprojekt des Forstbetriebs Fichtelberg
Wo Moosjungfern leben

Der Wald ist ein Abenteuer-Spielplatz: Stephanie Lehmann, Mitarbeiterin im Leitungsdienst am Forstbetrieb (hinten, grünes T-Shirt), hat Groß und Klein gezeigt, was es in der Natur alles zu entdecken gibt. Bild: gis
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Bayern
03.08.2016
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Am liebsten fällt der achtjährige Emil kleine Fichten. Er weiß auch, wozu das gut ist: Um ein Waldgebiet zu schaffen, in dem Libellen, Kreuzottern, Auerhühner und Springschwanzspinne gut leben können.

Fichtelberg. Emil, seine zehnjährige Schwester Jolanthe und die Eltern arbeiteten eine Woche lang bei dem Bergwaldprojekt des Forstbetriebs Fichtelberg des Unternehmens Bayerische Staatsforsten mit. Zum ersten Mal nehmen daran Familien teil. "Die Gruppe war im Revier Weidenberg unterwegs, auf einer Fläche, auf welcher der Sturm Kyrill damals die Fichte flächig geworfen hat", informierte Stephanie Lehmann, Mitarbeiterin im Leitungsdienst am Forstbetrieb, unter deren Regie die Arbeiten liefen.

Störche und Libellen


Nach der Aufarbeitung des Sturmholzes hat sich der Forstbetrieb entschieden, auf dieser feuchten Fläche dem Naturschutz Vorrang zu geben. Es wurden unterschiedlich große Tümpel angelegt. Einige Jahre später gab es erstaunlich viele seltene oder bedrohte Arten aus Flora und Fauna zu beobachten. Dazu gehört beispielsweise die in Deutschland stark gefährdete arktische Smaragdlibelle, die streng geschützte Moosjungfer und die Kreuzotter.

Auch Schwarzstorch und Wespenbussard mögen diese feuchten, lichten Waldbereiche, die der Forstbetrieb durch die Entnahme von Fichten erhalten will. Und dazu leisteten die Helfer des Bergwaldprojekts - Idealisten, die aus allen Regionen Deutschlands kamen - einen Beitrag, wofür sich auch Forstbetriebsleiter Winfried Pfahler bedankte. Er wünschte sich, dass alle mit guten Erinnerungen an das Fichtelgebirge nach Hause fahren.

Die nehmen Emil, seine Schwester und ihre acht Kameraden Lorenz, Noah, Valentin, Theo, Solveig, Maybrit, Carlos und Jule sicher mit nach Hause. Am Mittwoch durften sie mit den Erwachsenen zusammen arbeiten, nachdem ihnen Lehmann die wichtigsten Baumarten erklärt und Wissenswertes über den Schutz der Natur erzählt hatte. Projektförster Hendrik von Riewel, der die Gruppe betreute, zeigte den Kindern, wie man mit der - natürlich altersgerechten - Säge umgeht und was man für die Umwelt tun kann.

Kochen im Wald


Mit einem Waldpädagogen gingen die jungen Abenteuerer auf Spurensuche, beobachteten die Tiere, fütterten Kaulquappen, schnitzten Flöten, schnitten Gemüse und brieten es über dem Feuer. "Das schmeckt lecker", schwärmte Emil. "Gestern hat unser Koch Pfannkuchen gebacken, gefüllt mit Heidelbeeren, die wir selbst gepflückt haben", erzählte sein Freund. Für ihn war Fangen spielen im Dunkeln und im Zelt schlafen super.

Von allen Erlebnissen und Eindrücken in der "echten Welt" - einmal weit weg von der virtuellen - und vom einfachen Leben in Zelten auf einer Waldlichtung bei Neuhaus, ohne Strom und Handys, wollen die Kinder ihren Freunden mit Begeisterung erzählen.
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