Berufsschüler und Flüchtlinge diskutieren mit Kommunalpolitikern
„Unsere Heimat ist die Welt“

Andreas Meier, Roland Grillmeier (hinten, Mitte) und Heidrun Schelzke-Deubzer (rechts) stellten sich den Fragen der jungen Leute, was die Kommunalpolitik für die Integration von Flüchtlingen tut. Mit im Bild die Lehrkräfte der Berufsschule Weiden. Bild: hfz
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Bayern
17.12.2015
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Berufsschüler, Flüchtlinge und Kommunalpolitiker diskutierten intensiv. Herausgekommen ist mehr als nur ein kurzer Film mit dem Titel "Unsere Heimat ist die Welt". Sogar Freundschaften sind entstanden.

Tannenlohe. Das zweitägige Seminar war Teil eines bayernweiten Projekts der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. Jugendliche sollten aktuelle gesellschaftliche und politische Themen bearbeiten, die ihre Altersgenossen bewegen. Durch die Unterstützung von Medienpädagogen entstand dabei im Medienzentrum T1 ein gemeinsames Video.

Fragerunde und Video


Auch drei Kommunalpolitiker nahmen sich die Zeit, um bei der Pilotveranstaltung des Beruflichen Schulzentrums Weiden mit den jungen Teilnehmern zu diskutieren. Mit dabei waren Roland Grillmeier, stellvertretender Landrat im Landkreis Tirschenreuth und Bürgermeister der Stadt Mitterteich, der Neustädter Landrat Andreas Meier sowie Heidrun Schelzke-Deubzer, Kreisrätin und dritte Bürgermeisterin aus Kemnath.

Nach der Präsentation des von den Jugendlichen erstellten Videos gab es eine interessante Fragerunde. Die Politiker zeigten sich davon beeindruckt, wie der Film Hoffnungen und Befürchtungen transportiert. Er zeige, wie junge Menschen aus unterschiedlichen Kulturen über Flucht und Asyl denken. In der Diskussion ging es den Schülern der Bankfachklassen, der Industriekaufleute, der Sprachenschulen sowie Asylbewerbern aus den internationalen Förderklassen vor allem um die Bleibeperspektive der Flüchtlinge und wie lokale Initiativen bei der Integration helfen können.

Schnell Sprache lernen


Die drei Kommunalpolitiker zeigten die Veränderungen in der Region durch Grenzöffnung und Globalisierung auf. Viele Orte seien geprägt von weltweit tätigen Firmen, auch von Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und den Chancen durch den Zuzug war die Rede. Beeindruckt war man davon, wie schnell gerade junge Leute die Sprache lernen und sich in die Gesellschaft einfügen. Dies zu fördern, sahen alle drei Kommunalpolitiker als ihre Aufgabe vor Ort an.

Eine Schülerin wollte wissen, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden, um direkte Kontakte zwischen Einheimischen und Flüchtlingen zu fördern sowie Vorurteile abzubauen. Bürgermeister Grillmeier sprach von einem Bemühen aller Kommunalpolitiker, zur Integration beizutragen. Zum Beispiel versuche man in Mitterteich, über ein Netzwerk Helfer zu gewinnen, die Flüchtlinge in die sozialen und sportlichen Angebote einzubinden.

Heidrun Schelzke-Deubzer berichtete von einem Treffpunkt in der Stadt Kemnath mit Austausch bei Kaffeerunden. Wichtig sei, dass Offenheit und Interesse am Gegenüber entstehe. Es gebe viele Gelegenheiten, miteinander, voneinander und übereinander zu lernen. Die Projekttage wurden vorbereitet und unterstützt durch die Lehrkräfte Tamara Schildwächter-Reil, Katrin Simet, Christine Völkl und Michael Bäumler. Mit Unterstützung des Medienpädagogen Philipp Reich vom Medienzentrum T1 entstand ein zehnminütiges Video, das eindrucksvoll das Interesse am Anderen dokumentiert.

Zwischenmenschliches


Der Film "Unsere Heimat ist die Welt" war zwar ein Hauptziel des Seminars, letztendlich aber ein Nebenprodukt, waren sich die Teilnehmer einig: Die bei der Produktion entstandenen zwischenmenschlichen Ebenen des Miteinanders sind als viel wichtiger anzusehen. Aus Tannenlohe fuhr eine Gruppe von Freunden ab mit dem Tenor "Wir packen es an! Unsere Heimat ist die Welt."

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Das Video im Internet:

www.eu-bs.de/index.php?id=1187
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