Beschlagnahmtes Zirkustier
Besitzer will Bär Ben zurück

Ben in seinem Zirkus-Käfig. Das Tier, einer der letzten Zirkusbären in Deutschland, war am Montag in Plattling beschlagnahmt worden. Bild: dpa
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Bayern
17.03.2016
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Das Gezerre um einen der letzten Zirkusbären hört nicht auf. Jetzt haben die Richter entschieden, ob Ben zu seinem Besitzer zurückkehren darf oder beschlagnahmt bleibt.

Plattling. Zirkusbär Ben beschäftigt die Richter. Der Besitzer des 22 Jahre alten Braunbären kämpft vor dem Verwaltungsgericht Regensburg auf Herausgabe des beschlagnahmten Tieres. Die 4. Kammer des Gerichts entschied am Nachmittag per Eilbeschluss, dass er das Tier nicht wiederbekommt. Ben ist einer der letzten Zirkusbären in Deutschland, nach Angaben der Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" sogar der letzte Bär in einem fahrenden Zirkus.

Klage auf Klage


Zunächst hatten die Richter am Mittwoch entschieden, dass der am Montag im niederbayerischen Plattling beschlagnahmte Bär seinem Besitzer zurückgegeben werden muss. Der Grund: Die Anordnung des Landratsamtes Deggendorf war formal fehlerhaft. Der Anwalt des Bärenbesitzers verlangte daraufhin, Ben bis spätestens Donnerstag 12 Uhr herauszugeben. Kurz davor erließ die Kreisbehörde jedoch einen neuen Bescheid zur Beschlagnahme, der nach Auskunft von Behördensprecher Oliver Menacher die Beanstandungen des Gerichts berücksichtigte. Doch auch gegen diesen Bescheid klagt der Besitzer von Ben.

Ruhe auf einem Gnadenhof


Das Landratsamt wollte das Urteil der Regensburger Verwaltungsrichter abwarten und danach über sein weiteres Vorgehen entscheiden. Ben bekommt von alledem freilich nichts mit: Er ist an einem sicheren Ort untergebracht. Von einem Gnadenhof ist die Rede. Derweilen plant der Zirkus nach Informationen des Bayerischen Rundfunks (BR) Vorstellungen in Plattling - vorerst ohne Ben.

Der Deutsche Tierschutzbund nannte die Gerichtsentscheidung vom Mittwoch "einen unfassbaren Skandal". Er forderte die Behörden auf, das Tier bei der unklaren Rechtslage keinesfalls an den Besitzer zurückzugeben. Der Verband will sich ebenso wie "Vier Pfoten" dafür einsetzen, dass Ben seinen Lebensabend in Frieden verbringen darf.

Wildtier-Verbot in Zirkussen geplantMüssen Wildtiere in Zirkussen vor dem Menschen gerettet werden? Die Bundesländer wollen auf Initiative von Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen einen neuen Anlauf dafür nehmen. Ihre Position: Die Haltung vor allem von Elefanten, Großbären, Giraffen, Nashörnern, Nilpferden und Affen (nicht-menschlichen Primaten) in Betrieben, die die Tiere an wechselnden Orten zur Schau stellen, müsse verboten werden. Mit einem Entschließungsantrag, der heute beschlossen werden soll, will der Bundesrat die Bundesregierung zum Handeln auffordern. Länder und Tierschützer sind sich einig: Eine artgerechte Haltung von Wildtieren ist in Zirkussen nicht möglich. (dpa)
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