Besucheranstieg
Museale Magneten ziehen magisch an

Vermischtes BY
Bayern
27.01.2016
4
0

Die Zeichnung, die Ingrid Bierer präsentiert, ähnelt einem Aktienkurs. Ganz links steht die Zahl 515 860, ganz rechts die 714 034. Mit der Grafik verdeutlicht die Direktorin des Museenverbundes Nürnberg bei einer Pressekonferenz den Anstieg der Besucherzahlen von 2005 bis 2015.

Nürnberg. Zu dem Verbund gehören sieben Museen, drei Sammlungen und zwei historische Sehenswürdigkeiten. Einen neuen Rekord stellte im vergangenen Jahr mit 247 774 Gästen aus aller Welt das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände am Dutzendteich auf. Weitere Besuchermagneten waren das Memorium Nürnberger Prozesse und das Museum Industriekultur mit der Karikaturen-Schau von Horst Haitzinger. Das Doku-Zentrum gerät mittlerweile an seine Grenzen, weil es nur für 100 000 Besucher angelegt ist.

Fläche zu klein


"Uns fehlen Räume für die Vermittlungsarbeit, ein Veranstaltungssaal für rund 200 Personen, ein Depot für Ausstellungsobjekte, eine Bibliothek und Arbeitsräume für die Mitarbeiter", beklagt Ingrid Bierer. Auch die Fläche für die Dauerausstellung müsse erweitert und die Zeit nach 1945 aufgearbeitet werden. Doku-Zentrum und Memorium Nürnberger Prozesse seien besonders für Gäste aus dem Ausland attraktiv und für die Stadt imagebildend.

"Die Mehrheit der Ausstellungsgäste hat sich übrigens für den Erhalt des Zeppelinfeldes ausgesprochen!", betont Bierer. Wichtig ist ihr darum die Reihe "Die amerikanischen Militärtribunale in Nürnberg" von April bis Dezember 2016. In sieben Veranstaltungen spannt das "Memorium Nürnberger Prozesse" den Bogen vom Ärzteprozess bis zum Wilhelmstraßen-Prozess, dem letzten der Nürnberger Nachfolgeprozesse, der gegen Diplomaten des "Dritten Reichs" geführt wurde.

Zum Jahrestag der Urteilsverkündigung sind ebenso Veranstaltungen geplant. Und Gäste, die nicht viel Zeit haben, um in die Tiefe der Historie einzusteigen? Sie bekommen bei einer neuen Ausstellungseinheit im Fembohaus zu den Repliken der Reichskleinodien 30 Minuten Einführung in die Nürnberger Geschichte präsentiert.

Im Albrecht-Dürer-Haus, wo die Besucherzahlen 2015 leicht rückgängig waren, entwickelt man derzeit die Ausstellung "Neuer Geist und neuer Glaube - Albrecht Dürer als Zeitzeuge der Reformation".

Ausstellungen für Kinder


Der Leiter des Museums Industriekultur, Matthias Murko, konzipiert kurz vor seinem Ruhestand die Schau "Verborgene Schätze" und bietet Einblicke in die seit 1976 entstandenen Sammlungen. Das Museum Tucherschloss widmet sich anhand von Fotos dem Thema "Tucherschloss in Trümmern!". Und im Spielzeugmuseum werden unter dem Titel "Bitte lächeln!" ausgewählte Objekte der Sammlung den "Spielwelten" von Kindern der Zeit 1880 bis 1960 gegenübergestellt. Ab 28. Oktober gibt es dann zum Motto "Mit Pauken und Trompeten" spezielle Musikinstrumente für Kinder zu sehen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Museum (80)Nürnberg (1943)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.