Bläsercorps intoniert "Jägermesse" von Hermann Neuhaus
Zauber des Waldes spüren

Mit der "Jägermesse" von Hermann Neuhaus sorgte das Bläsercorps des Jägervereins Bayreuth bei den Zuhörern für Gänsehaut. Bild: hai
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Bayern
09.11.2016
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Gänsehaut bekommen Gottesdienstbesucher normalerweise nur während einer Eucharistiefeier, wenn die Kirche schlecht beheizt ist. Das Bläsercorps des Jägervereins Bayreuth unter Leitung von Hornmeister Karl Okelmann schafft das bei seinen Zuhörern mit seiner Musik.

Kirchenlaibach. In der Messe zu Ehren des heiligen Hubertus, des Schutzpatrons der Jäger, durchzogen majestätische Klänge der Parforce- und Jagdhörner der 13 Bläser das weite Rund der Dreifaltigkeitskirche. Der Heilige stehe dafür, dass Glaube und das Jagdwesen keine Gegensätze seien, erklärte Pfarrer Sven Grillmeier. Die Jagd sei Teil der Schöpfung, für die der Mensch verantwortlich sei. Grillmeier widersprach aber der Haltung, dass ein ehrliches Gebet unter freiem Himmel so viel wert sei wie ein Gebet in der Kirche.

Umso mehr brachten die aus der Barockzeit vom französischen Hofe stammenden sieben Fürst-Pless- und acht Parforce-Hörner die anspruchsvolle "Jägermesse" von Hermann Neuhaus zu Gehör. Sie vermittle in Verbindung der Jagdhörner mit der Liturgie, der Gemeinde, dem Pfarrer und der Kirchenmusik das Hineintragen des Waldzaubers in das Gotteshaus, erläuterte Okelmann. Die Bläser seien allesamt künstlerische Jäger und Ehefrauen aus dem Landkreis Bayreuth, keine jagenden Künstler, betonte er. Jeder Teil der Messe werde durch die Hörner zu einem Gebet aller. Und das seit 1986. Seitdem spielt das Bläsercorps Bayreuth die Jägermesse, damals unter der Leitung von Eddi Seebach. Eine Neuauflage gibt es seit 2013.

Als Eingangshymne spielten die Bläser ein Introitus, zum Gloria eine Jubelhymne, zur Gabenbereitung ein Offertorium. Zum Sanctus erklang die Lobeshymne, und als Dankeshymne das Deo Gratias. Zum Ausklang ließ das Corps "Auf Wiedersehen" erklingen.

Ein eigener jagdlicher Zauber war auch spürbar durch Herbstlaub, Tannen und Fichten im geschmückten Altarraum. Aus seiner Mitte ragte ein gerader 14-Ender heraus. Neben zahlreichen Gemeindegliedern waren auch viele Mitglieder des Hegerings um Vorsitzenden Dieter Schumann unter den Gästen, die dem Ensemble viel Applaus spendeten.

Der nächste musikalische Kunstgenuss steht den Pfarrmitgliedern am Samstag, 19. November, ins Haus. Dann wird um 19 Uhr der Thomas-Chor beim Vorabendgottesdienst in die Adventszeit führen.
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