Brandanschlag in Vorra
Feuer aus Angst vorm Bankrott

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Bayern
25.06.2016
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Nach Ermittlungen der Polizei legten die Täter beim Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Vorra eine falsche Spur. Sie wollten ihr eigentliches Motiv vertuschen.

Nürnberg. Um ihre Firma vor dem drohenden Bankrott zu retten, sollen zwei Mitarbeiter einer Baufirma im Dezember 2014 das Asylbewerberheim im mittelfränkischen Vorra angezündet und mit ausländerfeindlichen Schmierereien besprüht haben. Der 50 Jahre alte Firmenchef und ein 42 Jahre alte Bauarbeiter sitzen nun wegen vorsätzlicher Brandstiftung, Sachbeschädigung und der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen in Untersuchungshaft, wie Polizeipräsident Johann Rast am Freitag mitteilte. Die Männer streiten die Vorwürfe ab. "Es läuft deshalb vermutlich auf einen Indizienprozess hinaus", sagte Rast.

Mängel am Brandschutz


Die Polizei hatte die Männer am Donnerstag festgenommen und danach mitgeteilt, dass es keine fremdenfeindlichen Motive für die Tat gebe. Am Freitag erläuterten die Ermittler nun, dass der Auslöser Mängel am Brandschutz gewesen seien, die bei einer Begehung der als Asylbewerberheim geplanten Gebäude im Landkreis Nürnberger Land Ende November/Anfang Dezember 2014 festgestellt worden waren. Bereits im Januar 2015 sollten die ersten Asylbewerber dort einziehen. Das Landratsamt setzte der Firma deshalb eine Frist bis Dezember 2014.

Nach Berechnungen der Sonderkommission "Vorra" wären für die Baufirma Nachbesserungen in Höhe von mehreren 100 000 Euro in kürzester Zeit angefallen. Den Ermittlungen zufolge schrieb die Firma aber ohnehin schon rote Zahlen. "Durch die Nachbesserungen ... wäre die Firma wohl ruiniert gewesen", sagte der stellvertretende Leiter der Soko, Norbert Ditzel.

Hakenkreuze und Parolen


In der Nacht zum 12. Dezember 2014 hatten die Täter den umgebauten Gasthof samt Scheune sowie ein frisch renoviertes Wohnhaus in Brand gesteckt. Auf ein Nebengebäude sprühten sie Hakenkreuze und eine ausländerfeindliche Parole. "Mit den Schmierereien sollten wir auf eine falsche Spur gelockt werden", sagte der Kriminalhauptkommissar. Zunächst ging der Plan auf. Insgesamt führte die Polizei 1300 Vernehmungen durch und ging 120 Spuren nach.
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