Bund informiert Gemeinden - US-Streitkräfte: Schleudersitz und Zusatztanks geborgen
Entschädigung für F-16-Absturz

Ein Teil der F-16 war in einem Maisfeld gelandet. Es wurde inzwischen geborgen. Bild: US-Armee
Vermischtes BY
Bayern
19.08.2015
51
0
(paa/mor) Nach dem Absturz des amerikanischen Kampfflugzeuges vom Typ F-16 vor einer Woche konzentrieren sich die Spezialisten der US-Luftwaffe derzeit auf die Klärung der Absturzursache. Beteiligt ist bei der Untersuchung, wie bei allen Abstürzen von ausländischen Militärflugzeugen in Deutschland, auch der General der Flugsicherheit der Bundeswehr. Zudem wurden in den zurückliegenden Tagen erste Bergungsarbeiten abgeschlossen.

Zur Schadenregulierung verweist die US-Luftwaffe an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Anträge auf Schadenersatz, die in Verbindung mit dem F-16-Absturz in Engelmannsreuth (Kreis Bayreuth) stehen, sollen bei der Schadensregulierungsstelle der Bima, Regionalbüro Süd, Rudolphstrasse 28-30, 90489 Nürnberg, Telefon 0911/99261-0 eingereicht werden. "Für die Antragstellung gilt eine dreimonatige Frist", teilte die Bima auf Anfrage mit.

Anträge bei Gemeinden

Die Bima ist auch selbst aktiv geworden und hat die Landratsämter Neustadt/WN und Bayreuth sowie die Verwaltungsgemeinschaften Creussen und Kirchenthumbach telefonisch über die Rechtsgrundlagen sowie die Formvorschriften und Fristen für die Antragstellung informiert. Zudem hat ihnen die Schadensregulierungsstelle Antragsformulare übersandt, damit sie diese Geschädigten geben können. Auch Gemeinden werden Anträge stellen. Die Kosten für den Feuerwehreinsatz und der Verdienstausfall der Feuerwehrmänner, den die Betriebe der Kommune in Rechnung stellen, will Kirchenthumbach geltend machen, sagte Geschäftsstellenleiter Alfred Rauch. Die Entscheidung, ob und in welcher Höhe es Entschädigung gibt, prüft die Bima auf der Grundlage deutschen Rechts. Am Ende nimmt die Bundesrepublik den Entsendestaat, das heißt die USA, in die Pflicht. Laut Nato-Truppenstatut müssen diese 75 Prozent der Entschädigung zahlen. Den Rest trägt Deutschland. Bereits am Mittwoch vergangener Woche sind nach Angaben der US-Streitkräfte vier der sechs aus Beton und einem Rauchsatz bestehenden Übungsbomben geborgen worden. Die beiden übrigen sollen innerhalb der abgesperrten Absturzstelle liegen. Am Mittwochnachmittag wurde auch der Schleudersitz geborgen. Informationen unserer Zeitung in der Freitagsausgabe wonach dieser verschwunden sei, erwiesen sich als falsch.

Noch vor Einsetzen des Regens wurden am Freitag die 1400-Liter-Zusatztanks US-Flugturbinenkraftstoff JP-8, die der Pilot einige Kilometer hinter Eschenbach (Kreis Neustadt/WN) abgeworfen hatte, geborgen. Heinz Giehl vom Landratsamt Neustadt/WN erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung, dass nicht nur die Tanks geborgen, sondern auch das belastete Erdreich ausgebaggert worden sei. Es wurde vorübergehend in Containern im Truppenübungsplatz Grafenwöhr (Neustadt/WN) gelagert. Es soll untersucht und entsprechend entsorgt werden.

Umweltschutz verpflichtet

Oberst Steve Horton, der stellvertretende Kommodore des 52. US-Jagdgeschwaders in Spangdahlen, zu der die abgestürzte Maschine gehörte, betonte den Umweltschutz: "Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt ist eine Hauptsorge und ernstes Engagement der US-Luftwaffe."
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.