Burschen und Madla feiern sechs Tage lang
Unermüdliches Kirwa-Volk

Gesang und flotte Tanzdarbietungen boten die zehn Paare der Kirwamadla und -burschen auf "steinigem" Parkett. Mit Gstanzln und Schnaderlhüpferln wurde das Dorfgeschehen kräftig auf die Schippe genommen. Bild: br
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Bayern
11.10.2016
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Speichersdorf. "Wer hat Kirwa - mir ham Kirwa", hallte es am Sonntagnachmittag beim Aufspielen der Kirwamadla und -burschen in den Dorfstraßen von Alt-Speichersdorf. Gespannt warteten die rund 100 Zaungäste vor dem Landgasthof auf die Gstanzln und Schnaderhüpfeln, mit denen die Jugend das örtliche Geschehen kräftig auf die Schippe nahm.

Von den zehn Kirwaburschen und 13 -madla um "Chef" Patrick Pfau war eine gehörige Portion Ausdauer gefordert, erstreckte sich das fröhliche Kirchweihtreiben über nicht weniger als sechs Tage. Auftakt war das Ausgraben des Kirwa-Grals an der Aubachbrücke, ehe beim Krenfleischessen im Landgasthof am darauffolgenden Tag der Geselligkeit gewidmet wurde.

Am Freitagabend hatten die Jugendlichen zum fetzigen Rockabend mit der Band "Aeroplan" aus dem Nürnberger Land in den Imhofsaal eingeladen. Wie auch am darauffolgenden Abend, als die "Lederhosenlackl" (Christoph und Thomas Emmerig aus Haidenaab und Volker Hammon aus Speichersdorf) aufspielten war Patrick Pfau mehr als zufrieden. Mit jeweils 400 Besuchern war der Imhofsaal an beiden Abenden voll besetzt.

Fester Bestandteil des Kirwaprogramms ist am frühen Sonntag der gemeinsame Kirchgang zur evangelischen Christuskirche, um mit Lektor Rainer Schmidt aus Erbendorf den Gottesdienst zu feiern. Höhepunkt und Attraktion zugleich war am frühen Sonntagnachmittag der Kirwa-Umzug. Angeführt von den "Weinwallfahrern" aus Neustadt/Kulm und vom geschmückten Leiterwagen, gezogen von der fünfjährigen Jonah Miklisch und dem ein Jahr älteren Hanns Krauß, führte der Weg zum Dorfplatz. Vor den zehn Tanzpaaren trugen Paula Klein, Lisa Schreiber und Anna Heining die Kirwafahne.

Sowohl auf dem Dorfplatz in der Ganghofer- als auch in der Ringstraße und vor dem Landgasthof wurde aufgespielt. Flotte Tanzeinlagen auf dem Steinpflasterparkett begeisterten das Publikum. Bei den Gstanzln und Schnaderhüpfeln blieb Kommunalpolitik nicht verschont. So kamen das jüngste Stühlerücken im Gemeinderat und auch die "schwarze Madonna" der CSU, die im kommunalen Gremium das Handtuch warf, zur Sprache. Zwischendurch wurde immer wieder ein kräftiger Schluck aus den mit Blumenkränzen geschmückten Bierkrügen genommen.

Hubertus Höreth steuerte den Bulldog beim Rumspielen am Montag durch Speichersdorf. Musikalisch begleitet von den "Oldies" wurde sowohl den öffentlichen Einrichtungen als auch den Firmen und Geschäften ein Besuch abgestattet. Bei Tanz und Gesang gab es gegen einen Obolus einen kräftigen Schluck aus dem Bierkrug. Schließlich hieß es wieder, von der Kirwa Abschied zu nehmen und sie an der Aubachbrücke zu Grabe zu tragen.
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