Deutsches Jagd- und Fischereimuseum
Hadern mit NS-Vergangenheit

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Bayern
30.03.2016
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München. Das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum in München stemmt sich erneut gegen Kritik an der Aufarbeitung seiner NS-Gründungsgeschichte. Jürgen Vocke, Vorsitzender des Stiftungsrates des Museums und Präsident des Bayerischen Jagdverbandes, wies den Vorwurf zurück, in einer neuen Broschüre über die Geschichte des Hauses werde der NS-Kontext um die Gründung "sehr weich gezeichnet". Der Historiker Hans Günter Hockerts hatte in der "Süddeutschen Zeitung" weiter kritisiert, wann immer eine kritische Einordnung nötig wäre, sei die Broschüre zu wenig offensiv. "Das Einzige, was übernommen wurde in der Nachkriegszeit, war der Name", sagte Vocke über das Museum. Der Name sei zudem ergänzt worden. Das Museum sei 1938 "natürlich eine NS-zeitliche Gründung" gewesen. Schon 2013 gab es Kritik. Damals ging es um drei Geweihe aus dem Besitz von Hermann Göring, die an prominenter Stelle ausgestellt waren. Vocke ließ sie schließlich abhängen. Bis heute meldeten sich Journalisten an, die die Geweihe fotografieren wollten, berichtete Vocke. "Die Hirsche können nichts dafür, dass Nazis sie erschossen haben."

Die Hirsche können nichts dafür, dass Nazis sie erschossen haben.Jürgen Vocke, Vorsitzender des Stiftungsrates des Museums
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