Die Geschichte der Spitäler

Erich Schraml, der stellvertretende Vorsitzende der Otnant-Gesellschaft, vor der Spitalkirche in Wunsiedel. Bild: hfz
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Bayern
07.10.2016
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Die Otnant-Gesellschaft tagt am Samstag in Wunsiedel und trifft sich zur 22. Gesprächsrunde. Im Mittelpunkt der Referate stehen die Vorläufer der Krankenhäuser.

Wunsiedel. Ambulante Pflegedienste, Privatkliniken, Altersheime: Der Gesundheitsmarkt in Deutschland boomt, das Dienstleistungsspektrum im Gesundheitswesen ist äußerst facettenreich. Vor allem in ländlichen Regionen schwindet jedoch die Zahl der Krankenhäuser und ärztlicher Niederlassungen, sagt Erich Schraml, stellvertretender Vorsitzender der Otnant-Gesellschaft. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes gab es im Jahr 2000 in Deutschland 2242 Krankenhäuser. Im Jahr 2014 standen nur noch 1980 Kliniken den Patienten offen. Wo Menschen leben, gibt es aber Krankheiten, Menschen müssen gepflegt werden.

Die Geschichte der Krankenhäuser reicht oft bis ins Mittelalter zurück. Unter dem Einfluss des Christentums entstanden sogenannte Spitäler, weiß Schraml. Der Begriff leite sich vom lateinischen Begriff hospitalis ab und bedeute "gastfreundlich". Reiche Mitglieder des im späten Mittelalter aufstrebenden Bürgertums stifteten beispielsweise in Waldsassen, Wunsiedel, Erbendorf, Kemnath oder Eger (Cheb) derartige soziale Fürsorgeeinrichtungen für ihre Mitbürger. Doch auch damals schon wurden Stiftungen nicht nur aus reiner Nächstenliebe gegründet.

Interessierte willkommen


Die wechselvolle Geschichte des Spitalwesens im Raum Fichtelgebirge ist am Samstag, 8. Oktober, Gesprächsthema beim 22. Treffen der Regionalgruppe Otnant des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg. Dazu eingeladen sind alle regionalgeschichtlich Interessierten. Das Treffen findet ab 9.30 Uhr im "Wunsiedler Hof" (Jean-Paul-Straße 1) statt. Als Referenten konnten unter anderem der Archivar des Katharinenspitals Regensburg, Dr. Artur Dirmeier, und Dr. Peter Seißer aus Wunsiedel gewonnen werden. Seißer wird in seinem Vortrag auch auf die Stiftung des Wunsiedler Spitals und ihre über die Stadt hinausgehende Bedeutung eingehen. Am Nachmittag gestaltet Seißer eine Führung durch die Räumlichkeiten des Spitals und die Spitalkirche. Weiter referiert Robert Schön über die Geschichte des Kemnather Spitals. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.

Das Programm10 Uhr: Vortrag "Hospitäler in der Vormoderne. Aspekte der Forschung", Referent Dr. Artur Dirmeier vom Katharinenspital Regensburg. 10.45 Uhr: Vortrag "Die Sigmund-Wann-Stiftung in Wunsiedel", Referent Dr. Peter Seißer aus Wunsiedel. 11.45 Uhr: Mittagspause. 12.45 Uhr: Vortrag "Das Kemnather Bürgerspital", Referent Robert Schön aus Immenreuth. 13.30 Uhr: Führung durch das Wunsiedler Spital und die Spitalkirche mit Dr. Peter Seißer. Am Nachmittag: Möglichkeit zum gemütlichen Ausklang und zur Diskussion im Café des Fichtelgebirgsmuseums. Nach jedem der etwa 25-minütigen Referate wird Raum zur Diskussion bestehen. Für Rückfragen steht der Veranstalter schon jetzt zur Verfügung, E-Mail kontakt@rg-otnant.de.
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