Dunkle Wege führen in die Unterwelt
Im Bauch des Ochsenkopfs

Platzangst darf Kerstin Stürzer man als fachkundige Führerin unter Tage auf gar keinen Fall haben. Bilder: gis (3)
Vermischtes BY
Bayern
17.06.2016
98
0

Auf dem Ochsenkopf geht's nicht nur hoch hinaus. Dunkle Wege führen auch in die Unterwelt. Es gibt erstaunliche Dinge zu entdecken.

Fichtelberg. Wer sich auf Abenteuerreise unter das Massiv begibt, durch uralte handgeschlagene Stollen, vorbei an einem 35 Meter tiefen senkrechtem Schacht, erreicht bald schwindelerregende, riesige aus silberglänzendem Erz bestehende Hohlräume, hört den Wasserfall plätschern, kann bei den "Höhlenmalereien" der Natur seiner Fantasie freien Lauf lassen, schaudert vor eindrucksvollen Höhen und gruselnden Tiefen, bekommt große Augen angesichts der vielen glänzenden, funkelnden, gleißenden Schätze:

Thomas Obermüller ist Betreiber des Besucherbergwerks Gleißinger Fels, mit über 550 Jahren ältestes und größtes öffentlich zugängliches Erzbergwerk Nordostbayerns. Für ihn, der zudem das historische Silberbergwerk "Fürstenzeche" im Bayerischen Wald und das Flußspatbergwerk "Bach" bei Regensburg mit Erfolg leitet, "ist diese Aufgabe", wie er betont, "eine interessante Herausforderung", da das Bergwerk mit seinen handgeschlagenen Strecken sehr alt, sehr attraktiv sei und geradezu etwas Spektakuläres an sich habe. Vor drei Jahren hat Obermüller das über längere Zeit aufgrund von Sanierungsmaßnahmen und interner Umorganisation geschlossene Bergwerk übernommen, die nötigen Dinge umgebaut und es wieder zu einem genehmigungsfähigen Betrieb gemacht. Übergänge wurden erneuert, die Frischluftzufuhr reguliert und auch mit dem Wasser, das jetzt über eine Sohle abläuft, gibt es keine Probleme. Die Zusammenarbeit mit anderen Bergwerken, vor allem in Tschechien, soll intensiviert werden. Längst ersetzen kurze Einführungen, auf Wunsch auch Fachvorträge, den in die Jahre gekommenen Diavortrag im Eingangsbereich, bevor der Besucher, begleitet von geschultem Personal, mit Schutzhelm und Taschenlampe ausgestattet, sich mit einem "Glück auf" auf eine Zeitreise 500 Meter tief in den Berg begibt - nicht aber ohne einen Blick auf die heilige Barbara, der Schutzheiligen der Bergleute - zu werfen.

Und es bedarf nur wenig Fantasie, sich vorzustellen, unter welch harten Bedingungen Bergleute hier ihr Brot verdienten. Ein Schluck gekühltes "Bergwasser" holt die Abenteuerer nach alter Bergmannstradition wieder in die Gegenwart.

Das Besucherbergwerk basiert auf der Montan-Stiftung Nordostbayern. Vorstandsvorsitzender ist der ehemalige Fichtelberger Bürgermeister José-Ricardo Castro-Riemenschneider: "Wir sind uns bewusst, dass hier noch viel gemacht werden muss." Zeitung. Und Thomas Obermüller stimmt ihm zu. Der Bruch im Schmiererweg wurde bereits im vergangenen Jahr instandgesetzt. Die Unter-Tage-Beleuchtung soll umgestellt, ein Weg angelegt, das Betriebsgebäude museal umgestaltet und die Goldwaschanlage ausgegliedert werden. (Hintergrund)
Weitere Beiträge zu den Themen: Bergwerk Fichtelberg (1)Gleißinger Fels (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.